Franziska Franziska, Doktorandin Tiermedizin/Pharma, Hochschule

Doktorandin Tiermedizin/Pharma
bei Hochschule

Franziska Franziska, Doktorandin Tiermedizin/Pharma, Hochschule

Doktorandin Tiermedizin/Pharma, Hochschule

Was macht man später mit Tiermedizin bzw. Veterinärmedizin? Wie ist es Tiermedizin zu studieren? Franziska berichtet über Ihre Erfahrungen aus der Veterinärmedizin und erzählt wie sie von ihrer einzigen Berufsvorstellung als Pferdetierärztin abkam und nun im Bereich der Lebensmitteltoxikologie promoviert.

Deine Schulzeit

Was für ein Typ Schüler warst du?

Ich habe relativ früh gemerkt, dass es mir bei entsprechendem Aufwand nicht allzu schwer fällt gute Noten zu sammeln, was mir den Einstieg ins Studium erleichtern könnte.

Was hast du nach deinem Abitur gemacht?

Ich bin sofort ins Studium gestartet, da ich schon lange wusste, was ich machen wollte und mir durch das gute Abitur schnell die Möglichkeit gegeben worden ist zu studieren.

Dein Tiermedizin-Studium

Was hast du studiert und wie kam es zu deiner Studienwahl?

Mir war schon seit der zehnten Klasse klar, dass ich Tiermedizin studieren will. Damals beruhte dieses Interesse sicher darauf, dass ich geritten bin und immer gerne dabei war, wenn der Tierarzt an der Arbeit war. Das fand ich spannend und habe dann auch mal ein Praktikum an einer Pferdeklinik gemacht. Also habe ich beschlossen, dass ich Veterinärmedizin studieren möchte.

Es gibt dafür nur fünf Studienorte in Deutschland. Die ZVS war für die Studienplatzvergabe verantwortlich, weshalb ich versucht habe ein möglichst gutes Abi zu erreichen, um direkt anfangen zu können zu studieren.

Zu Beginn wollte ich unbedingt praktische Pferdetierärztin werden. Dieses Vorhaben hat sich mit der Zeit gewandelt. Man lernt meist erst während des Studiums alle beruflichen Möglichkeiten kennen, die man danach hat, und muss auch viele Praktika in unterschiedlichen Bereichen absolvieren. Letztendlich habe ich mich in die pharmakologische und toxikologische Richtung orientiert, und promoviere jetzt auch in dieser Fachrichtung. Außerdem durchlaufe ich eine Weiterbildung zur entsprechenden Fachtierärztin. Also ein ganz anderer Bereich, als ich das vorher geplant hatte.

Finanziert wurde ich von meiner Mutter, wofür ich ihr auch immer dankbar sein werde. So hatte ich den Rücken frei, das Studium ordentlich hinter mich zu bringen. Semesterferien waren bei uns leider die Ausnahme, weshalb man da aufgrund von Prüfungen auch nur schwerlich arbeiten konnte. Alles in allem fünfeinhalb vollgestopfte Jahre Studium.

Was macht man im Studium?

Man muss sich für das Studium eine ziemlich dicke Haut anlegen, würde ich sagen. Am ersten Tag bekommt man gleich ein Ziegenbein auf den Tisch gelegt, an dem man präparieren muss, um Anatomie zu lernen. Jeden erwartet im praktischen Jahr auch noch ein Schlachthofpraktikum und durch die Pathologie muss man auch.

Was ich toll fand am Studium waren die vielen Möglichkeiten und verschiedenen Fächer, die man durchläuft. Das war mir vorher gar nicht so klar. Am Anfang kämpft man sich durch die Grundlagenfächer wie Zoologie, Chemie, Physik, Botanik und Co. Da stellt man sich oft die Frage: „Was soll ich eigentlich mit dem ganzen Scheiß und was hat das damit zu tun Tierarzt zu sein?“. Ich muss zugeben, man merkt erst zum Schluss, wie wichtig diese Grundlagen sind. Bis zum Physikum lernt man weitere Grundlagen, die ich schon für sinnvoller gehalten habe, wie Biochemie, Physiologie und Anatomie. Danach beginnt man sich mit den klinischen Fächern auseinander zu setzen. Schlimmer als bis zum Physikum wird es dann meiner Ansicht nach nicht mehr, was den Lernaufwand angeht. Irgendwann hat man das System durchblickt und die Professoren sind einem größtenteils auch wohlgesonnen. Man darf einfach nicht außer Acht lassen, dass dieses Auswendiglernen nicht jedermanns Sache ist. Meine war es auch nicht, aber trotzdem habe auch ich es geschafft durchzukommen. Aber ich hätte mir auch deutlich schöneres vorstellen können ;). Man hat nach dem Studium der Tiermedizin unheimlich viele Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen zu arbeiten und ich denke jeder, der sich für diesen Fachbereich interessiert wird dann auch seine Lücke finden.

Das Tiermedizinstudium ist immer noch in drei Staatsexamen aufgeteilt. Das bedeutet allerdings auch, dass man in diesen mindestens elf Semestern Studium zwischendurch keinen Abschluss erhält. Erst mit dem dritten Staatsexamen hat man etwas in der Hand.

Mit welchen Erwartungen hast du damals dein Studium begonnen und haben sich diese erfüllt?

Ich hatte mir das Studium deutlich leichter vorgestellt, als es war. Ich dachte mir, wenn man gut in der Schule ist, wieso sollte das nicht auch im Studium so sein Das war aber eine komplett andere Art zu lernen… Etwas überspitzt: „Bitte lernen Sie dieses Telefonbuch bis morgen auswendig.“ Dieses System muss man wie gesagt erstmal durchschauen. Ich kenne aber auch genug Leute, die damit deutlich weniger Probleme hatten, als ich. Die hohen Erwartungen an meine Hochschule haben sich bestätigt. Meinen Studienort hatte ich mir nicht so schön vorgestellt, wie ich es heute finde. Es hat eine Weile gedauert die schönsten Orte kennenzulernen und neben Freunden im Studium auch Freunde außerhalb des eigenen Studienganges zu finden, aber langfristig bin ich sehr zufrieden. Ich hatte doch ein sehr schönes Studentenleben und bin nun ja auch noch für die Doktorarbeit da geblieben. Das spricht wohl für diese Stadt.

Deine Promotion im Bereich Tiermedizin

Wie kamst du zu deinem jetzigen Job bzw. zu deiner Promotionsstelle?

Das ist eigentlich eine ganz witzige Geschichte. Ich habe im praktischen Jahr ein achtwöchiges Praktikum in dem Institut gemacht, in dem ich heute arbeite. Ursprünglich war eigentlich nur geplant für zwei Wochen dort herein zu schnuppern. Ich war schon vorher interessiert an einer Doktorarbeitsstelle im Bereich Tierversuchsersatzmethoden, woran bei uns gearbeitet wird. Das achtwöchige Praktikum entstand daraus, dass ich ursprünglich geplant hatte ein Praktikum in einem großen Pharmaunternehmen zu machen. Dieser Praktikumsplatz stand schon zwei Jahre lang fest. Ich habe allerdings leider keinen Vertrag bekommen und zack ist mir einfach fünf Tage vorher abgesagt worden. Ich musste aber dringend ein Praktikum machen und hatte dann das große Glück, dass mein jetziger Chef mir direkt einen Platz mit einem zugehörigen Projekt anbieten konnte. Im Endeffekt bin ich überaus froh, dass das so gelaufen ist, weil mich mein jetziges Thema auch viel mehr interessiert, als das, was mich in dem anderen Praktikum erwartet hätte. Dann hatte ich auch noch das Glück, dass ein Antrag durchgekommen ist, zur Finanzierung des Projekts, während ich in meinen Abschlussprüfungen steckte und klar war, dass ich direkt nach meinem Abschluss mit der Promotion starten könnte.

Wie sind die Berufschancen mit Tiermedizin?

Ich würde sagen die Jobaussichten für Veterinärmediziner sind gut, natürlich abhängig davon, was man anstrebt. Im Nutztierbereich muss man sich absolut keine Sorgen machen. Tierärzte werden in diesem Bereich immer gesucht. Aktuell bin ich ja noch im PhD.-Studium, habe also eine Doktorandenstelle. Das ist ein absehbarer Zeitraum von drei Jahren, in dem recht viel Idealismus erwartet wird und danach kann man dann in meinem Bereich versuchen eine Unikarriere anzustreben, sich in Richtung Industrie oder Risikobewertung in einer Behörde zu orientieren. Dabei konkurriert man mit anderen Naturwissenschaftlern, deren Ausbildung vollkommen anders aufgebaut, was schwer zu vergleichen ist. Bisher war das allerdings noch kein Problem für mich und meine aktuelle Stelle habe ich wie gesagt über ein Praktikum erhalten.

Was macht Dein Unternehmen und wie ist es dort zu arbeiten?

Ich arbeite aktuell in einem Institut einer Uni. In unserem Institut sind etwa 30 Angestellte tätig. Neben unserem Chef, dem Institutsleiter arbeiten dort einige Postdocs, technische Assistentinnen und weitere Doktoranden. Wir forschen alle an verschiedenen Projekten meist mit toxikologischen Fragestellungen. Ich würde sagen, wir arbeiten zusammen und versuchen uns gegenseitig weiterzuhelfen, auch, wenn wir nicht alle Experten in allen Bereichen sind. Da wir eine kleine Arbeitsgruppe sind, ist es auch nötig, dass alle zusammenarbeiten.

Was machst du genau in deinem Job?

Ich habe eine halbe Stelle, arbeite als Doktorandin aber trotzdem wie für eine volle Stelle, also im Schnitt zwischen acht und neun Stunden pro Tag. Je nachdem was aktuell ansteht, arbeite ich im Labor oder im Büro an meiner Doktorarbeit. Außerdem bin ich noch an einem externen Projekt beteiligt, was mir ganz gut gefällt, weil es Abwechslung und Kontakte mit sich bringt. Ansonsten bieten wir Praktika für Studenten an oder betreuen Bachelor- oder Masterarbeiten. Für den PhD. muss ich nebenbei noch diverse Vorlesungen und Kurse besuchen oder Vorträge halten. Ab und an fährt man auf Kongresse, um seine Ergebnisse zu präsentieren und auf dem Laufenden zu bleiben, woran zurzeit geforscht wird.

Auch wenn man in der Forschung oft Rückschläge in Kauf nehmen muss, ist es doch spannend, an einem speziellen Thema zu arbeiten und mit der Zeit Expertise auf dem entsprechenden Gebiet zu gewinnen. Dazu gehört aber auch, dass man ein gewisses Interesse an seinem Forschungsthema hat.

War der Job auf dein Studium zugeschnitten?

Ich bin ja eher eine Art Quereinsteigerin im Bereich der Lebensmitteltoxikologie. Wenn man daran interessiert ist, kann man auch Biochemie, Biologie oder einen entsprechenden Studiengang wählen.

Was würdest du deinem jüngeren Ich raten?

Ich bin immer nahtlos weitergegangen, von der Schule in die Uni, vom Staatsexamen direkt zur Doktorarbeit. Ich hatte das Gefühl immer unter Zeitdruck zu stehen. Eventuell würde ich mir raten, mir mehr Zeit für mich zu nehmen, einen Auslandsaufenthalt einzuplanen, selbst wenn er einen Zeitverlust bedeutet. Das habe ich dazu gelernt.

Weitere interessante Werdegänge

Profitiere von den persönlichen Erfahrungen anderer und find auch du deinen Weg

Werdegang von Fotograf Werdegang von Marketing Executive für Deutschland, Packlink.de - Simply shipping Werdegang von ehem. Vorstand, Frankfurter Allianz Versicherungs-AG Werdegang von Senior Consultant, Mittelständische Beratung Werdegang von Trainee Gesamtbank bei der NORD/LB, Norddeutsche Landesbank Werdegang von Portfolio Manager, Norddeutsche Landesbank