Frederik Frederik, Physikstudent

Physikstudent

Frederik Frederik, Physikstudent

Physikstudent

Wie ist es Physik zu studieren? Frederik erklärt wie er zu seinem Physikstudium an der LMU München kam. Nach seinem Physik Bachelor hat er jedoch nach Kopenhagen gewechselt und dort seinen Master gemacht. Die Hilfsbereitschaft der dänischen Professoren und die ausgeprägte Studentenkultur in Kopenhagen haben ihn dort am meisten beeindruckt.

Deine Schulzeit

Was für ein Typ Schüler warst du?

In der Schule war ich der typische Schüler mit Stärken und Schwächen. Meine Stärken hatte ich in den logischen Fächern wie Mathe und Physik. Schwerer sind mir Fächer gefallen, bei denen das Wissen stark aufeinander aufgebaut hat, da hat mein Langzeitgedächtnis dann leider nicht so mit gemacht. Sprich, alles was mit Sprachen zu tun hatte musste ich mir sehr hart erarbeiten. Dies hat dann auch dazu geführt, dass ich nach der 10ten Klasse vom allgemeinbildenden Gymnasium auf ein Technisches Gymnasium gewechselt bin. Dort konnte ich mich dann auf eine Fremdsprache konzentrieren (Englisch) und hatte anstatt Französisch eine Kombination aus Technischen Fächern.

Was hast du nach deinem Abitur gemacht?

Nach meiner Hochschulreife habe ich in den damaligen Wehrdienst verweigert und meinen Zivildienst in einem Seniorenstift geleistet. Nach meinem Zivildienst habe ich sechs Wochen bei Mercedes-Benz in Gaggenau gearbeitet um mir das Geld für eine ebenfalls sechs Wochen lange USA Reise zusammen zu sparen. Dort habe ich unter anderem für Sprout gearbeitet. Einer sozialen Non-Profit Organisation, die Urlaubsreisen für Behinderte organisiert. Die Erfahrung, Verantwortung zu übernehmen und auf kleineren bis größeren Urlaubsreisen sich um eine Gruppe Behinderte zu kümmern, ist etwas worauf ich nicht verzichten will. Wer daran Interesse hat kann einfach mal einen Blick auf http://gosprout.org/ werfen.

Dein Physikstudium an der LMU und in Kopenhagen

Was hast du studiert und wie kam es zu deiner Studienwahl?

Die Entscheidung ein Physikstudium zu beginnen war sicher durch meine tendenziell besseren naturwissenschaftlichen Noten im Abitur begünstigt. Allerdings war die Entscheidung alles andere als klar. Da ich mich auch für viele andere Bereiche begeistern konnte war es am Schluss das Bauchgefühl und die Neugierde, dich mich dazu bewogen hat. Vielleicht war es aber auch einfach das Glück, einen der witzigsten Physiklehrer gehabt zu haben, das den Impuls gegeben hat. Nachdem die Entscheidung gefallen ist habe ich mich an drei oder vier deutschen Universitäten mit einem guten Ruf in den Naturwissenschaften beworben. In die engere Auswahl kamen bei mir dann z. B. die Universität Heidelberg und die LMU München. Von beiden Universitäten hatte ich schließlich eine Zusage bekommen und entschied mich schlussendlich für die LMU München. Noch ein Wort zur Bewerbung im Fach Physik. Es gab damals zwar keinen NC, aber zumindest an der LMU waren Studienanfänger mit Abiturnoten die mit einer 1 anfingen eher die Regel als die Ausnahme.

Was macht man im Bachelor Physik an der LMU?

Nach dem ich in München angefangen hatte wurde schnell klar, dass unser Jahrgang ein bisschen als Guinea Pigs herhalten musste. Wir waren an der LMU München der erste Jahrgang bei dem der Studiengang vom Diplom auf einen Bachelor-Master Verlauf umgestellt wurde. Dementsprechend gab es viel Sand im Getriebe, sprich der Umfang der Kurse war tendenziell eher grob abgeschätzt und musste sich erst einspielen. Allerdings gab es sicher auch hier und da ein Entgegenkommen der Universitätsleitung. Insgesamt war ich dann ganz froh mit der Zweiteilung des Studiums, da ich somit die Chance hatte meinen Master komplett im Ausland zu machen. Das Studium an sich war recht schulisch aufgebaut und erst gegen Ende, das heißt im letzten Drittel wurde der Freiraum und die Wahlmöglichkeiten größer. Wichtig für mich war während meines Physikstudiums auch die Erkenntnis sich eine Verlängerung der Studienzeit zuzugestehen. Viele sind an den neuen schulischen Strukturen und dem Gefühl den Bachelor in drei Jahren schaffen zu müssen regelrecht zerbrochen. Bevor ihr anfangt informiert euch mal wie lange ein Physikstudium zur Zeit des Diploms im Durchschnitt gedauert hat ;)

Neben meinem Studium habe ich noch am Entrepreneurship Center der LMU gearbeitet. Das LMU EC ist eine fakultätsübergreifende Einrichtung der Uni um Gründer, Start-ups und Entrepreneure zu unterstützen. Was mir dabei immer am besten gefallen hat, war der Fächerübergreifende Ansatz und der Kontakt zu Studenten anderer Studienfächer.

Was hast du zwischen Bachelor und Master gemacht?

Nach meinem erfolgreich bestanden Bachelor hatte ich nicht das Gefühl unbedingt direkt mit einem Master weitermachen zu müssen. Dazu kam die Umstellung des Masters in München auf Englisch. Das war für mich der Grund zu sagen, wenn Master, dann einen im Ausland. Damit war aber natürlich noch nicht entschieden wo. Ich bin dann auf verschiedene Freunde und Professoren zugegangen und habe einfach über meine Anliegen gesprochen. Dies lautete kurz zusammen gefasst: Ein Masterstudiengang auf Englisch, außerhalb Deutschlands, eine Universität mit einem guten Ruf, wenn möglich keine Studiengebühren und am besten noch in einer coolen Stadt! Die Lösung kam dann von einem befreundeten Professor der mir skandinavische Universitäten vorgeschlagen hatte und als erste Stadt Kopenhagen erwähnt hatte. Glücklicherweise wurde dort dann meine Bewerbung auch angenommen.

In der Zwischenzeit habe ich dann einen zwei Monatigen Sprachkurs in Kapstadt gemacht. Natürlich habe ich auch etwas Zeit investiert um das Land kennen zu lernen. Einen dritten Monat bin ich daher als Backpacker durch Südafrika gereist und konnte mir einen wunderbaren Eindruck von den Menschen und der zauberhaften Landschaft verschaffen. Während meines Sprachkurses konnte ich glücklicherweise Kontakte knüpfen, über welche ich dann anschließend die Möglichkeit hatte in der Schweiz ein halbjähriges Praktikum zu absolvieren. Damit konnte ich dann die Zeit zu meinem angestrebten Master überbrücken und gleichzeitig wichtige Eindrücke aus dem Arbeitsleben sammeln. Es fällt einem Durchaus leichter sich zum lernen zu motivieren und den Tag sinnvoll zu planen, wenn man davor einmal die strukturierte Arbeitswelt kennengelernt hat. Das war sicher eines der wichtigsten Erkenntnisse, die ich während meines Masterstudiums nutzen konnte.

Was war im Physik-Master in Kopenhagen anders als im Physik-Bachelor an der LMU?

Wenn man das Studium an sich betrachtet, war der größte Unterschied sicher die größere Wahlfreiheit. Ich kann in diesem Fall nur über das Dänische System berichten, aber soweit ich es von meinen ehemaligen Studienkollegen gehört habe ist es in Deutschland sehr ähnlich. Es gab einige Pflichtbereiche in denen man passende Vorlesungen wählen musste. Den Rest, sicher etwas mehr als 50 Prozent der Vorlesungen, konnte man frei und nach seinen eigenen Interessen wählen. Das hat natürlich den Vorteil, dass man mit viel größerer Eigenmotivation an das Lernen geht. Durch die größere Aufsplitterung in verschiede Vorlesungen waren natürlich die Gruppengrößen viel angenehmer und eher in Schulklassenformat. Dazu kam noch eine ganz dänische Eigenheit, die ‚Open Door Policy‘. So ist es dort vollkommen normal, dass man seinen Professor jederzeit in seinem Zimmer besuchen kann um Fragen zu stellen. Man nimmt das zwar schnell als gegeben an ist aber tatsächlich eine super nützliche Sache. Jetzt gibt es hier noch einen Tipp am Rande: Es ist im Moment tatsächlich möglich in Dänemark staatliche Unterstützung (auf Dänisch: Statens Uddannelsesstøtte) zu beantragen. Dies gilt solange man aus dem europäischen Ausland kommt und mindestens 10 Stunden die Woche neben dem Studium arbeitet. Die Dänen werden mich im Übrigen für diesen Tipp „lieben“. Ganz freiwillig ist das nämlich nicht, sondern hat die EU erst vor kurzem so entschieden, da EU-Bürger nicht benachteiligt werden dürfen.

Mit welchen Erwartungen hast du damals dein Studium in Kopenhagen begonnen? Wurden diese erfüllt?

Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall positiv bestätigt, obwohl ich damals mit Kopenhagen in eine Stadt gezogen bin, die ich nur vom Hörensagen kannte. Wer mit dem Wetter abkann, dass im Schnitt sicher 3 bis 5 Grad kälter ist als in Süddeutschland, bekommt dafür eine Architektur zum verlieben, eine Wunderschöne Innenstadt, Szeneviertel wie Nørrebro oder Vesterbro und was man gerne mal vergisst, einen traumhaften Strand im Sommer wenn es doch mal wärmer als 21°C ist.

Die Studentenkultur ist zudem auf jeden Fall sehr ausgeprägt. Jede Fakultät hat am Freitagabend immer eine Art Studenten-Bar, genannt Fridagsbar. Es ist ein sehr beliebter Anlaufpunkt um das Wochenende zu beginnen und hat den Vorteil, dass die Bierpreise für dänische Verhältnisse recht moderat sind und man direkt mit anderen Studenten in Kontakt kommt.

Die Hochschule an sich hat sicher hier und da auch einige Kanten und Ecken und es gab hier und da auch mal ein zwei Fragen bezüglich der Organisation, das hatte aber auch mal den Vorteil, dass nicht immer auf jeder Frist rumgeritten wurde. Insgesamt darf man nicht vergessen, dass die Universität in internationalen Rankings auf einer Höhe, wenn nicht höher gerankt ist, als die besseren deutschen Universitäten.

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