Thomas Thomas, Facharzt für Psychosomatische Medizin

Facharzt für Psychosomatische Medizin

Thomas Thomas, Facharzt für Psychosomatische Medizin

Facharzt für Psychosomatische Medizin

Thomas hat gezeigt, dass man auch trotz oder gerade mit einem schlecht Abi Medizin studieren kann. Er hat sich nicht durch den NC vom Medizinstudium abbringen lassen. Nun berichtet er, wie es ist Medizin in Frankfurt zu studieren und was man später mit dem Medizinstudium macht. Aktuell arbeitet Thomas nun als Weiterbildungsassistent zum Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in einem Krankenhaus.

Deine Schulzeit

Was für ein Typ Schüler warst du?

Zu Schulzeiten war ich ein fauler Rebell. Meine Noten waren durchschnittlich, mein Lernaufwand unterdurchschnittlich. Leicht fiel mir vor allem Biologie als Schulfach. Auch in Geschichte, Politik und Wahlfächern wie der Psychologie konnte ich verhältnismäßig glänzen. Am schlimmsten fand ich zu Schulzeiten die Chemie, den Sportunterricht und Bildende Kunst. Auch Sprachen gefielen mir im Gegensatz zu heute nicht besonders. Meine Stärken sehe ich seit meiner frühen Jugend in der Kommunikation und in einer recht schnellen Auffassungsgabe. Meine Schwäche lag ursprünglich vor allem im organisatorischen Bereich. Auch an Fleiß mangelte es lange Zeit.

Was hast du nach deinem Abitur gemacht?

Ich habe direkt nach dem Abitur mit dem Zivildienst begonnen. Da mir bewusst war, dass ich bei meinem Notendurchschnitt eine längere Wartezeit einplanen muss für das Wunschstudium der Humanmedizin, habe ich danach im Festspielhaus in Baden-Baden gearbeitet, alle relevanten Praktika im Krankenhaus abgeleistet und zwischenzeitlich bei meiner ursprünglichen Zivildienststelle im Bereich des Mobilen Sozialen Dienst gearbeitet. Ich würde es im Nachhinein betrachtet wieder exakt so tun. Es war eine sehr wertvolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Du hast Humanmedizin in Frankfurt am Main studiert, wie kam es dazu?

Wie kam es zu deiner Studienwahl?

Ich habe Humanmedizin in Frankfurt am Main studiert. Mein Wunsch kam auf, nachdem ich ein äußerst durchschnittliches Abitur in der Tasche hatte. Am Notendurchschnitt hätte sich aber auch dann nichts geändert, wenn ich den Wunsch davor gehabt hätte. Noten waren mir immer zuwider, da sie meiner Meinung nach nur begrenzt bzw. kaum die wahren Talente abbilden können. Der späte Wunsch kam während des Zivildienstes auf, als ich bemerkt habe wieviel Spass es mir macht anderen Menschen zu helfen. Große Auswahlmöglichkeiten hatte ich nicht, Frankfurt war ein Zufallsprodukt worüber ich im Nachhinein sehr glücklich bin. Die Stadt ist wundervoll (zumindest auf den zweiten Blick). Es hat insgesamt 2 Jahre gedauert, bis ich mit dem Studium beginnen konnte. In Frankfurt herrschte ein sehr liberales Klima, viele meiner Mitstudenten hatten denselben Kampf um den Studienplatz hinter sich wie ich. Eine absolute Empfehlung als Studienort, trotz Großstadt-Uni. Die Finanzierung des Studiums ermöglichten mir meine Eltern. Als Zehnjähriger wollte ich noch mit festem Willen „Computerfachmann“ werden. Die Liebe zur Technik begleitet mich bis heute und dank rigider Bürokratiemaßnahmen im medizinischen Arbeitsalltag, profitiere ich spätestens beim häufigen Umgang mit Computern und weiteren technischen Hilfsmittel deutlich davon.

Was macht man im Studium?

Das Medizinstudium beginnt mit der sogenannten Vorklinik. Jeder Studienort konzipiert diese ersten 4 Semester individuell. Es geht sehr schnell los, man muss am Anfang einen eisernen Willen zeigen und sich durchbeißen. Und sich vor allem, als wichtigster Rat von mir, niemals von irgendwelchen hysterischen oder missgünstigen Mitstudenten ins Bockshorn jagen lassen. Das Gefühl, dass das Gelesene und Gelernte niemals ausreicht für die Testate und Klausuren hat man eigentlich immer. Aber Selbstbewusstsein ist ein wichtiger Charakterzug innerhalb der Medizin, der sich vor allem in den Anfängen bewährt. Denn obwohl es viele nette Mitstudenten gibt, die einem Kraft und Spass am Studium vermitteln, wird es wie in jedem anderen NC-Fach auch ziemlich fiese Bazillen geben die sich sehnlich wünschen dass man seinen Platz räumt. Einfach cool bleiben und den persönlichen Traum verfolgen! Die großen Fächer der Vorklinik sind die Anatomie, die Biochemie und die Physiologie. Gepaart werden diese Hauptfächer noch mit Physik, Chemie, Biologie und weiteren kleineren Fächern (u.a. Geschichte und Ethik der Medizin / Terminologie). Entgegen häufiger Meinungen braucht man heutzutage kein großes Latinum mehr fürs Medizinstudium. Schaden kann es jedoch nicht, wenn man Latein beherrscht. Es prasseln vor allem in der Anatomie viele Begriffe auf einen ein, die man erstmal verdauen muss. Mathe-Vorkurse zu besuchen ist sicherlich auch nicht verkehrt, immerhin wird dies in der Physik deutlich auf die Probe gestellt. Alles in allem ist die Vorklinik hart, das kann man nicht schön reden. An manchen Standorten ist die Biochemie besonders schwer, an anderen Standorten gestalten sich Chemie oder Physik schwierig. Im Grund verfolgen alle Universitäten das gleiche Ziel ... die Spreu vom Weizen zu trennen. In Frankfurt begann das Studium mit der Anatomie (Skelett und Muskelsystem), der Biologie, der Chemie und der Physik. Biochemie war fair, Chemie und Physik hingegen nicht ganz ohne. Für jede Klausur bzw. jeden Schein hatte man zunächst 3 Versuche zur Verfügung. Nach 3 Versuchen musste man 1 ganzes Jahr warten, da das Studium dort einem festen Curriculum folgte. Bock hatte darauf natürlich niemand, trotzdem konnte sowas immer passieren. 6 Versuche pro Schein waren insgesamt möglich, dann wurde es eng hinsichtlich Exmatrikulation. Ich persönlich kannte niemanden (der es wirklich wollte) der an diesen Hürden gescheitert ist. Das große Ziel in der Vorklinik (nach etlichen Scheinen und nachgewiesenen Praktika in Krankenhäusern – auch Pflegepraktika genannt) war das Physikum. Der Schreckensbegriff überhaupt innerhalb des Medizinstudiums. Es ist ein Graus, ungelogen. Wer diese Hürde in der Medizin meistert, hat es im Grunde genommen schon gepackt und kann sich auf die Schulter klopfen. Bei mir war das 2008 der Fall. Danach ging es endlich richtig los mit der Medizin. Die gesamte Bandbreite an medizinischen Fächern, zahlreiche Praktika, Gesamtabschlussklausuren. Es war viel Aufwand, doch im Gegensatz zum vorklinischen Abschnitt wusste man endlich wofür man das alles über sich hat ergehen lassen. Es macht Spass und führt einen im Schnitt nach ca. 14 Gesamtsemestern zum Zweiten Staatsexamen und zur lange erhofften Approbation. Zuletzt beschreibe ich das alles sehr knapp, natürlich könnte ich stundenlang über persönliche Erfahrungswerte berichten. Doch ich denke für diesen Rahmen reicht es erstmal aus. Wer etwas zum Medizinstudium erfahren möchte, darf mich natürlich gerne und jederzeit fragen.

Mit welchen Erwartungen hast du damals dein Studium begonnen und haben sich diese erfüllt?

Ich hatte großen Bammel, schließlich galt ich in Hinblick auf den üblichen Berufs- und Bildungsweg eines Mediziners als völliger Exot und Underdog. Mir persönlich hat diese Position bzw. Rolle jedoch zunehmend gefallen. Während Mitstudenten mit begnadeten Noten nach und nach in andere Fächer gewechselt sind oder einfach das Interesse verloren haben, war ich bis zuletzt dabei und konnte dadurch endlich allen Beteiligten (auch dem Dekanat) beweisen dass meine Motivation und mein Interesse aufrichtig sind. Im ersten Semester waren wir (inkl. der Zahnmediziner) ca. 650 Studenten, zum Physikum waren noch ca. 250-270 Studenten zugelassen. Alle Mitstudenten, die sich in ähnlich exotischer Position befunden haben konnten ihr Studium ebenfalls erfolgreich beenden. Schlechte Noten erschweren den Zugang zum Medizinstudium massiv, doch zum Glück brechen sie einem nicht vollends das Genick wenn man von seinem Berufswunsch überzeugt ist und dafür kämpft. Der schwere Weg soll jedoch kein Vorbild für andere sein, deshalb bleibt natürlich im Nachhinein der ernstgemeinte Rat: seid nicht so doof wie ich, lernt bereits in der Schule fleißig und vergesst dabei nicht an euch zu glauben (egal was ihr studiert) :)

Du bist nun Weiterbildungsassistent zum Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie! Wie kam es dazu?

Bild: Psychotherapie studieren

Wie kamst du zu deinem jetzigen Job?

Ich habe mich relativ zeitnah nach der Erteilung meiner Approbation bei meinem jetzigen Arbeitgeber beworben. Es ist mein erster fester Job und ich bin sehr glücklich darüber, dass mich mein Chef trotz der zum damaligen Zeitpunkt fehlenden Berufserfahrung eingestellt hat. Die Arbeitsstelle war meine erste Wahl, ein wichtiges Kriterium für mich waren vor allem die Arbeitsbedingungen, das bestehende Team und ein interessantes Aufgabenfeld. Zudem hat mich seit jeher der Fachbereich und die direkte (Zusammen-)Arbeit mit dem Patienten interessiert. Meine zwischenzeitlich recht abenteuerlichen Alternativ-Berufspläne (Plan B-F), die mich während des Studiums in meiner Phantasie immer mal wieder begleitet haben (Kunsthändler / Autohändler / Koch / Konditor / Chocolatier) begeistern mich zwar weiterhin, dürfen aber dank des Berufs Hobbies bleiben.

Wie sind die Berufschancen mit deinem Studium?

Die Berufschancen sind fantastisch. Wer einen Job in der Medizin sucht, findet einen Job in der Medizin. In manchen Fachbereichen ist es zwar schwieriger (z.B. innerhalb der Pädiatrie oder der Dermatologie) als in anderen, doch arbeitslos wird man im Falle von etwas Flexibilität nie.

Was macht Dein Unternehmen und wie ist es dort zu arbeiten?

Ich arbeite in einem privatisierten Krankenhaus. Außer der Fachabteilung für Psychosomatische Medizin gibt es noch einen spezialisierten Fachbereich für Rheumatologie. Insgesamt können mehr als 150 Patienten stationär versorgt werden (davon 42 Patienten innerhalb der Psychosomatik auf 3 Stationen verteilt). Zudem befindet sich im Krankenhaus ein MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) mit den Spezialgebieten Pulmonologie. Orthopädie, Neurologie, TCM (Traditionelle Chinesischen Medizin), HNO, Angiologie, Gastroenterologie, Radiologie und Plastische Chirurgie. Das Arbeitsumfeld ist insgesamt sehr angenehm. Innerhalb der Psychosomatik arbeiten verschiedene Berufsgruppen sehr teamorientiert miteinander. Nonverbale Therapeuten (Gestaltung und KBT), Psychologen, Ärzte und Pflegekräfte. Das Konzept greift ineinander, alle sind zuletzt am therapeutischen Prozess eines jeden Patienten beteiligt. Die Hierarchien existieren wie in jedem Krankenhaus auch, der Umgang gestaltet sich jedoch sehr kollegial. Ein Du wird innerhalb der Psychosomatik im Normalfall innerhalb kürzester Zeit angeboten, selbst zwischen Oberärzten und Assistenten.

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