Lukas Lukas, Trainee Fördertechnik

Trainee Fördertechnik

Lukas Lukas, Trainee Fördertechnik

Trainee Fördertechnik

Wie sind die Berufschancen als Industriekaufmann bzw. wie sind die Berufschancen mit BWL? Lukas hat erst eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht, um danach noch einen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre und einen Master in Wirtschaft mit Technologie (TUM-WITEC) anzuschließen. Nun ist er als Trainee bei einem Hersteller für Fördertechnik tätig.

Deine Schulzeit

Bild: Lukas

Was für ein Typ Schüler warst du?

Gute Frage so gleich am Anfang :-) Ich würde sagen, dass ich insgesamt ein zielstrebiger Schüler war, diese Zielstrebigkeit sich allerdings erst von Schulform zu Schulform entwickelte. Dies spiegelt sich auch in meinen Noten wieder, die sich zwar über jede Schulform (und auch Uni) hinweg konstant bei 1,8 - 2,0 einpendelten, jedoch sich natürlich auch der Schwierigkeitsgrad erhöhte (Grund-/Hauptschule, Wirtschaftsschule, Berufsoberschule, Universität).
Bei mir stellte sich ziemlich früh heraus, dass ich ein durchaus extrovertierter und kommunikativer Mensch bin. Schwächen hatte ich z. B. im Fach "Werken", weshalb ein handwerklicher Beruf für mich früh ausgeschlossen werden konnte.

Was hast du nach deinem Schulabschluss gemacht?

Nach dem Abitur habe ich sofort zum Studieren begonnen, was auch meinem Alter von bereits 22 Jahren geschuldet war.
An dieser Stelle kann ich nur raten, bereits während der Schulzeit an einem Schüleraustausch teilzunehmen. Unabhängig von den interkulturellen Erfahrungen lernt man hier, wie es ist auf sich alleine gestellt zu sein und weit von zuhause weg zu sein. Dies hilft ungemein beim Start ins Studium.

Du hast eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht?

Bild: Lukas

Wie genau kamst du zu deiner Ausbildung?

Mit 16 Jahren machte ich die Mittlere Reife an der Wirtschaftsschule. Diese Schulform bereitet im Grunde genommen auf einen kaufmännischen Beruf vor. In diesem Bereich lagen auch meine Stärken, insbesondere in Rechnungswesen und Betriebswirtschaftslehre. Unter den kaufmännischen Ausbildungsberufen sind meiner Meinung nach der Bankkaufmann und Industriekaufmann am hochwertigsten, wobei meine Wahl auf Letzteren fiel.

Was genau macht man in deiner Ausbildung?

Ich absolvierte meine Ausbildung in einem Maschinenbauunternehmen. Hier durchlief ich alle relevanten Abteilungen, zu denen i. d. R. Verkauf, Kundendienst, Versand, Kalkulation, Finanzbuchhaltung, Einkauf, Arbeitsvorbereitung, Konstruktion gehören.
In der Berufsschule hatte ich insbesondere Rechnungswesen, Betriebswirtschaftslehre, Sozialkunde und auch praktische Fächer, in denen beispielsweise Microsoft Excel geschult wurde.

Im Nachhinein: Welche Eigenschaften sollte man mitbringen?

Ein Interesse für kaufmännische und wirtschaftliche Vorgänge. Mathematische Kenntnisse sind nicht unbedingt erforderlich, jedoch hilfreich.
Vom Menschlichen her ist es wichtig zu wissen, wann man auch mal die Distanz zu anderen Mitarbeitern wahren muss. Also beispielsweise nicht gleich am ersten Arbeitstag mit jedem über seine alltäglichen Probleme sprechen o. ä.

Und dann hast Du noch BWL studiert? Wie kam es dazu?

Bild: Lukas

Was hast du studiert und wie kam es zu deiner Studienwahl?

Was ich als Kind mal werden wollte weiß ich jetzt nicht mehr so ganz. Aber das ich mal BWL studieren werde, wurde mir erst so auf der Berufsoberschule bewusst. Ich erkannte meine Stärken in den kaufmännischen Fächern, meine vorherige Berufsausbildung auf diesem Gebiet war natürlich auch sehr hilfreich. Außerdem interessierte ich mich für wirtschaftliche Vorgänge und Politik.

Was genau macht man im BWL Studium?

Der Vorteil an einem BWL-Studium ist, dass man neben natürlich betriebswirtschaftlichen Fächern auch eine fundierte wirtschaftswissenschaftliche (also volkswirtschaftliche) Ausbildung genießt. Zudem bekommt man eine solide Grundbildung in Jura und - sofern man sich ein wenig auf Personal und Organisation fokussiert - auch einiges an Psychologie gelehrt. Also von dem her ein breitgefächertes und abwechslungsreiches Studium. Neben dem reinen Studieren kann ich natürlich ein Auslandssemester nur wärmstens empfehlen. Ich war Sankt Petersburg und die Erfahrungen und Erlebnisse haben mich positiv geprägt und ich werde dies nie vergessen. Weiterhin hat man selbstverständlich auch die Möglichkeit ein Praktikum zu machen. Dies kann im Unternehmen auch bei anderen Organisationen durchgeführt werden. Ich war beispielsweise Praktikant im EU-Parlament und im Bundestag. Hat zwar nicht unmittelbar mit meinem Studium zu tun, aber ich weiß jetzt einigermaßen wie Politik funktioniert - und das finde ich sehr nützlich!

Alles in allem: Studium ist geil, weil man ziemlich ungebunden ist und größtenteils das machen kann, was einen wirklich interessiert!

Was war im Master anders als im Bachelor?

Grundsätzlich war der Master schon einmal anders, da ich diesen an einer anderen Uni und somit anderen Stadt gemacht habe. Hier muss man sich zunächst einmal eingewöhnen und einleben. Dies ging allerdings recht schnell und stellte kein Problem dar. Der Master war interdisziplinär angelegt, d. h. ich habe zu den BWL-Fächern auch noch Grundlagenfächer aus dem Maschinenwesen. Ob der Master nun schwerer oder einfacher als der Bachelor war, kann man nicht abschließend sagen. Jedoch verfügt man natürlich schon über mehr Routine im Master, was einiges erleichtert.

Mit welchen Erwartungen hast du damals dein Studium begonnen und haben sich diese erfüllt?

Alles in allem haben sich meine Erwartungen erfüllt. Am Anfang ist es wichtig, möglichst viele Leute kennenzulernen. Gerade in den ersten Wochen bilden sich die Cliquen und wenn die mal gebildet sind, ist es schwierig da rein zu kommen. Also auch wenn man an einem Abend mal keine Lust hat weg zu gehen, sollte man gerade in der Anfangszeit viel auf Achse sein!

Dein Job als Trainee

Wie kamst du zu deinem jetzigen Job?

Grundsätzlich ist es schwierig, in einen Industriebetrieb "direkt einzusteigen". Viele meiner ehemaligen Kommilitonen machen auch wie ich zunächst ein Trainee-Programm als Berufseinstieg. Anders gestaltet sich das bei Unternehmens- und Finanzberatungen. Letztendlich ist ein Trainee-Programm aber eine super Sache! Denn man sieht wie ein Unternehmen als Ganzes organisiert ist, lernt viele Mitarbeiter kennen, hat meistens einen Auslandsaufenthalt usw. Klar ist das Gehalt ein bisschen geringer als im Vergleich zu einem Direkteinsteiger, aber ich bereue bis jetzt überhaupt nicht, dass ich mich für ein Trainee-Programm entschieden habe.

Wie sind die Berufschancen mit deinem Studium?

Die Wahrscheinlichkeit langzeitarbeitslos zu werden ist im Normalfall gleich 0! Ich persönlich bekam bereits nach dem Vorstellungsgespräch mehr oder weniger gesagt, dass ich da anfangen kann. Insgesamt hat aber der gesamte Prozess, also potentielle Arbeitgeber suchen, Bewerbung schreiben, Vorstellungsgespräche, Bedenkzeit usw. ungefähr ein halbes Jahr gedauert. Deshalb mein Tipp: Bereits im letzten Semester mit dem Bewerbungsprozess anfangen. Dies kann zwar zu einer Doppelbelastung (z. B. mit Abschlussarbeit) und demzufolge Stress führen. Dies ist aber besser, als das Studium zu beenden und dann erst Anfangen, sich mit der "Zeit danach" zu beschäftigen. Es dauert einfach ein wenig, bis die Unternehmen die Bewerbung sichten, zu Vorstellungsgesprächen einladen und dann letztendlich entscheiden. Wenn man in dieser Zeit nichts anderes zu tun hat, kann es sein, dass man unruhig wird, zweifelt, zuviel darüber nachdenkt, was ziemlich ätzend sein kann. So habe ich es zumindest bei einigen Kommilitonen von mir gesehen. Und ehrlich gesagt habe ich auch dann zum Schluss hin viel darüber nachdenken müssen, für welches Unternehmen ich mich nun entscheide.

Bild: Lukas

Was macht Dein Unternehmen und wie ist es dort zu arbeiten?

Das Unternehmen in welchem ich derzeit tätig bin hat weltweit ca. 800 Mitarbeiter und ist in einen Konzern eingebettet. Es handelt sich um einen Hersteller von Fördertechnik für Tagebau und Massengutumschlag. Mir gefällt es dort sehr gut, weil obwohl an einen Konzern angeschlossen und deshalb auch die Organisation dahingehend ausgerichtet, es immer noch ein familiär geprägtes Umfeld bietet.

Was machst du genau in deinem Job?

Ich mache ein Trainee-Programm, bei der man innerhalb von 18 Monaten mehrere Abteilungen im Unternehmen durchläuft. Es sind auch zwei Auslandsaufenthalten von insgesamt dreieinhalb Monaten geplant. Vorteilhaft ist, dass man sieht wie das Unternehmen aufgebaut und organisiert ist. Man bekommt Informationen, die ein Direkteinsteiger wohl so nicht bekommt. Außerdem lernt man viele Mitarbeiter kennen, was für später sehr hilfreich sein wird.

Was würdest du deinem jüngeren Ich raten?

Wie bereits oben erwähnt, hätte ich im Nachhinein schon bereits zu Schulzeiten an einem Schüleraustausch teilgenommen. Vielleicht wäre bereits ein Auslandssemester im Bachelor auch noch eine gute Sache gewesen. Ich selbst war erst im Master. Aber da so ein Auslandssemester eine so wahnsinnig wichtige Erfahrung ist, macht es durchaus sein, so etwas zweimal im Studienleben zu machen!

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