Sophia Neid Sophia Neid, MBA Studentin und Senior Analyst, Online Unternehmen

MBA Studentin und Senior Analyst
bei Online Unternehmen

Sophia Neid Sophia Neid, MBA Studentin und Senior Analyst, Online Unternehmen

MBA Studentin und Senior Analyst, Online Unternehmen

Berufsaussichten mit BWL spielten bei Sophia erst keine Rolle. Mit BWL wollte sie sich alle Berufsaussichten offen halten. Nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst in verschiedenen Unternehmen u.a. bei einem Spielwarenhersteller und einem Online-Unternehmen. Momentan hat sie sich entschieden noch einen MBA (Master of Business Administration) an der London Business School anzuschließen.

Die Schulzeit

Was für ein Typ Schüler warst du?

In der Schule war ich definitiv zielstrebig (um nicht Streber zu sagen). Mir hat es Spass gemacht, neue Dinge zu lernen, auch wenn ich die Prüfungen immer etwas nervig fand. Die meisten Fächer fand ich interessant, aber
besonders lagen mir die quantitativen Fächer wie Mathe, Physik und sogar Chemie. Weniger gut war ich in den kreativen Fächern wie Kunst oder Deutsch. Während der Schulzeit hatte ich schon gemerkt, dass ich eher der analytische Mensch bin, der sich gerne in den Daten und Details verliert. Ich fand es immer schön, eindeutige Antworten zu Aufgaben zu haben!

Was hast du nach deinem Schulabschluss gemacht?

Nach dem Abitur bin ich sofort ins Studium gestartet - BWL an der Universität St.Gallen in der Schweiz. Ich wusste damals noch nicht wirklich, was ich später einmal machen wollte, deshalb war BWL eine gute Option für mich. Am Anfang war es schon eine Umstellung von einem sehr strukturierten Schülerleben zu einem etwas flexibleren Studentenleben. Ich habe aber während dem 3-jährigen Studium super viel gelernt und viele nette Leute kennengelernt. Im Studium hat man nochmal ganz andere Möglichkeiten, herauszufinden was einem besonders liegt und was vielleicht weniger.
Rückblickend hätte ich vielleicht nach dem Schulabschluss eine Auszeit nehmen können, um zu reisen oder zu arbeiten. Ich wollte damals sofort weitermachen und ins Studium starten. Diese Auszeit habe ich mir dann aber nach dem Bachelorabschluss genommen, so dass ich an meiner damaligen Entscheidung eigentlich nichts bereue.

Die Studienzeit

Was hast du studiert und wie kam es zu deiner Studienwahl?

Nach dem Abitur bin ich direkt ins Studium gestartet, an der Universität St.Gallen in der Schweiz, wo ich BWL studiert habe. Da ich mein Abitur in Genf gemacht hatte und auch die entsprechenden Noten hatte, war ein Studium in der Schweiz damals naheliegend für mich. Die Uni hat zudem einen super Ruf, so dass ich mir bis auf Mannheim und München eigentlich keine weiteren Unis angeschaut hatte. Vom Leben außerhalb der Uni her ist St.Gallen relativ überschaubar - Es ist eine ziemlich kleine und verschlafene Stadt. Das Studium habe ich zum Teil mit Erspartem, zum Teil mit Unterstützung meiner Eltern, finanziert. Zudem habe ich im Sommer Praktika gemacht, die nicht nur eine super Erfahrung waren, sondern auch zur Finanzierung beigesteuert haben. Als Zehnjährige wollte ich, wie viele Mädchen in dem Alter, Tierärztin werden! Dieser Berufswunsch hat sich
dann aber relativ schnell geändert...

Was genau macht man im Studium?

Grundsätzlich hatten wir eine Kombination aus Kern- und Wahlfächern - Ich denke, das ist bei den meisten Studiengängen so. Zu den Kernfächern gehören bei BWL die Grunddisziplinen wie Marketing, Accounting oder Statistik. Bei den Wahlfächern hatten wir eine große Auswahl an möglichen Kursen, die es uns Studenten erlaubte, sich in bestimmten Themen zu vertiefen. Am anspruchsvollsten waren die eher quantitativen Fächer wie VWL oder Statistik, einfach weil man die Materie wirklich verstehen musste, um eine gute Prüfung zu absolvieren. Während meinem 3-jährigen Studium war ich auch ein halbes Jahr im Ausland, an der Singapore Management University. Es war ein tolles Erlebnis und ich kann es wirklich jedem empfehlen, ein Auslandssemester zu machen! Man hat die tolle Gelegenheit, nochmal eine ganz andere Kultur und neue Leute kennenzulernen. Wenn ich nicht gerade im Studium oder im Auslandssemester war, habe ich im Sommer auch Praktika absolviert, um Berufserfahrung zu sammeln. Das war eine tolle Gelegenheit, die Theorie des Studiums in der Praxis umzusetzen.

Was hast du zwischen Bachelor und Master gemacht?

Nach dem Bachelor wollte ich ein bisschen Zeit haben, um herauszufinden, was ich wirklich machen wollte. Der ursprüngliche Plan war, ein Jahr "Pause" mit einem Freiwilligendienst und einem Praktikum zu machen, um dann den Master zu beenden. Es kam aber dann doch anders: Weil mir die Arbeit so viel Spasß gemacht hat (ein Praktikum bei einem Spielwarenhersteller ist in der Tat ziemlich einzigartig!), habe ich mich entschieden, einen anderen Job in Hamburg bei einem Online-Unternehmen anzunehmen. Da war ich dann knapp 3 Jahre und ich habe in der Zeit wirklich eine Menge gelernt. Mit nun 4 Jahren Berufserfahrung hat für mich ein Masterstudium nicht mehr ganz so viel Sinn gemacht, weswegen ich mich dann für ein MBA Studium entschieden habe.

Was war im Master anders als im Bachelor?

Aktuell bin ich noch im ersten Jahr des 2-jährigen MBAs an der London Business School. Grundsätzlich ist der MBA sehr anders als ein Bachelorstudium, allein schon dadurch, dass alle Studenten mindestens 3 Jahre Berufserfahrung haben. Es geht im MBA also viel mehr darum, auf Basis der Berufserfahrung die Theorie zu vertiefen und vor allem zu lernen, wie man ein effektiver Manager wird. Der Fokus des Studiums ist also auf Gruppenarbeiten und Case Studies, die in der Tat größtenteils sehr realitätsnah sind.

Mit welchen Erwartungen hast du damals dein Studium begonnen?

Ich kann mich erinnern, dass ich damals mein Bachelorstudium begonnen hatte mit der Erwartung, danach genau zu verstehen, was es für Berufe gibt und welcher mir am meisten Spaß machen würde. Ich habe in der Tat ein besseres Verständnis gewinnen können, doch das Wissen, ob einem etwas wirklich liegt oder nicht, kann man meiner Meinung nach nur durch Praktika und Arbeiten gewinnen. Wie ein "normaler Arbeitstag" in seiner Wunschbranche oder Wunschtätigkeit aussieht ist schwierig von außen zu beurteilen. Deshalb kann ich jedem empfehlen, möglichst viele Praktika zu machen um zu schauen, was einem Spaß macht.

Der Job

Was ist deine Jobbezeichnung?

Vor dem MBA war ich Senior Analyst in der internen Beratung eines Online-Unternehmens

Wie kamst du zu deinem jetzigen Job?

Nach dem Studium hatte ich erst einen halbjährigen Freiwilligendienst und dann ein halbjähriges Praktikum absolviert. Gerade der Freiwilligendienst an einer Schule in Frankfurt war eine tolle Gelegenheit, mich sozial zu engagieren und auch persönlich viel zu lernen. Der ursprüngliche Plan war, danach ins Master-Studium zu starten, doch mir gefiel das Arbeiten so gut, dass ich mich entschloß, das Angebot eines Online-Unternehmens in Hamburg anzunehmen. Wichtige Kriterien für meine Jobwahl waren und sind nach wie vor Spaß an der Arbeit, eine kollegiale Arbeitsatmosphäre und Möglichkeiten der Weiterentwicklung.

Wie sind die Berufschancen mit BWL und wie schwierig ist es deinen momentanen Job zu bekommen?

Da BWL ein relativ breites Studium ist, sind die Berufschancen grundsätzlich gut. Es kommt viel mehr darauf an, zu wissen was man möchte und das dann zu verfolgen. Für Berufe im Online-Bereich speziell wird es zunehmend wichtiger, mit großen Datenmengen umgehen zu können. Wir erleben eine Vervielfältigung der Datenvolumina, mit denen Firmen tagtäglich konfrontiert sind. Viele Forschungsinstitute sehen "Big Data" als einen der zentralen Trends der kommenden Zeit. Leute, die mit diesen Massen an Daten umgehen können, werden meiner Meinung nach in Zukunft noch gefragter sein, als sie es jetzt ohnehin schon sind.

Was macht Dein Unternehmen und wie ist es dort zu arbeiten?

arvato (ehemals Netrada) ist Teil des Bertelsmann-Konzerns und im Bereich Online-Dienstleistungen tätig. Sprich, das Unternehmen betreibt die Online-Shops von bekannten Modemarken wie Esprit oder Hugo Boss. Die Art der Dienstleistung hängt vom Kunden ab: Bei manchen decken wir "nur" die Logistik ab, bei anderen die gesamte Wertschöpfungskette angefangen bei der Programmierung des Online-Shops. Da eCommerce insgesamt immer stärker im Kommen ist, ist das Unternehmen in den letzten Jahren auch sehr stark gewachsen. Insgesamt sind die Hierarchien relativ flach und man kann viel bewegen.

Was machst du genau in deinem Job?

Als Analyst in der internen Beratung hatte ich zum einen Kundenprojekte und zum anderen interne Projekte. Kundenprojekte zielten vor allem darauf ab, das Online-Geschäft unserer Klienten zu optimieren - angefangen beim Online Marketing über Shop Optimierung hin zu Retourenmanagement und Kundenretention. Da viele unserer Mandanten (wie zum Beispiel Hugo Boss oder Tommy HIlfiger) damals relativ neu im Online-Geschäft waren, wollten wir sie vor allem mit Analysen und Empfehlungen unterstützen. Auf der anderen Seite zielten interne Projekte darauf ab, die Firma an sich effizienter zu machen. Als Beispiele kann ich hier Tools nennen, die die Attraktivität eines möglichen Kunden aus strategischer und finanzieller Sicht beurteilten oder Tools, die zu einer besseren Kapazitätsplanung in Logistik und Customer Service führten. Insgesamt waren und sind analytische Fähigkeiten in dieser Rolle sehr wichtig. Das Schöne an der Online-Welt ist ja, dass man viele Daten zur Verfügung hat. Die zentrale Herausforderung besteht darin, schlaue Erkenntnisse aus der Masse der Daten zu ziehen!

Was findest du ist das Spannendste an deinem Job?

Das Spannendste an meinem Job war es zu beobachten, wie schnell sich der Bereich weiterentwickelt. Als ich vor 4 Jahren bei der Firma anfing, war online zwar schon ein wachsender, aber immer noch ein kleiner Bereich. Doch die Online-Shops werden für Firmen immer wichtiger und mittlerweile erwarten Endkunden, dass Firmen ein nahtloses Kundenerlebnis online sowie im physischen Laden bieten können. Das ist in der Tat sehr schwierig für die meisten Firmen und ich bin sicher, dass die Firmen, die es schaffen, online und offline zu verbinden, in Zukunft sehr erfolgreich sein werden.

War der Job auf deinen Studiengang zugeschnitten oder kann man auch etwas anderes machen, um in deinem Bereich tätig zu werden?

Ein BWL-Studium ist mit Sicherheit hilfreich, aber definitiv nicht notwendig, um im Online-Bereich tätig zu werden! Es ist vor allem wichtig, ein Gespür für die zentralen Themen sowie analytische Fähigkeiten zu haben. Wenn ich noch einmal studieren könnte, würde ich mir sogar überlegen, etwas Technisches zu machen. Programmierfähigkeiten sind in diesem Bereich sehr nachgefragt und auch wenn man nicht tagtäglich programmieren möchte, ermöglicht es einem, Dinge deutlich besser zu verstehen.

Was würdest du deinem jüngeren Ich raten?

Meinem jüngeren Ich würde ich raten, nicht nur auf Noten zu fokussieren, sondern sich wirklich genug Zeit zu nehmen, um herauszufinden, was einem wirklich Spaß macht. Am Ende des Tages sind Noten zwar wichtig für ein erfolgreiches Studium und einen erfolgreichen Start ins Berufsleben, aber bei weitem nicht alles: Die Freundschaften, die man während dem Studium schließt und die Erfahrungen, die man außerhalb der Unimacht, sind mindestens genauso wichtig.

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