Deine Schulzeit

Bild: maria

Was für ein Typ Schülerin warst du?

Ich war eher eine durchschnittliche Schülerin und habe mein Abitur mit einem Durchschnitt von 2,9 gemacht. Sprachen sind mir immer leicht gefallen, nicht aber Mathe - besonders Wahrscheinlichkeitsrechnung war überhaupt nichts für mich.

Was hast du nach deinem Schulabschluss gemacht?

Ich habe, was rückblickend nicht sehr klug war, nach der 10. Klassen das Fach Englisch abgewählt. Nach dem Abi kristallisierte sich aber dann heraus, dass ich einen englischsprachigen Studiengang belegen würde (Aviation Management, IUBH, Bad Honnef), für den TOEFL eine der Voraussetzungen war. Daher bin ich nach dem Abi für 6 Wochen nach England zum Sprachurlaub gegangen, um in der Sprache wieder fit zu werden. Am Ende des Sprachurlaubs habe ich dann den TOEFL-Test erfolgreich abgelegt. Mein Abi habe ich im Sommer 2005 gemacht und im darauffolgenden März 2006 mit dem Studium begonnen.

Deine Studienzeit an der ISM Dortmund

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Was hast du studiert und wie kam es zu deiner Studienwahl?

Ehrlich gesagt, wusste ich lange nicht, was ich eigentlich möchte und auch nach dem Abi war mir das nicht klar. Ich habe mir während der Schulzeit viele Berufe angesehen. Von Tierärztin, über Logopädin bis hin zur Grundschullehrerin war alles dabei. Letztlich habe ich Aviation Management interessant gefunden, was sicherlich auch meinem familiären Hintergrund geschuldet ist: Ich komme aus einer sehr Fliegerei-affinen Familie. Zudem ist der Studiengang BWL-basiert, was grundsätzlich ja nie falsch sein kann. Mir war aber auch wichtig, nicht einfach nur BWL zu studieren, sondern einen Schwerpunkt zu haben.
Mich hat es mangels Alternative an die IUBH nach Bad Honnef verschlagen. 2006 war der Studiengang noch so neu, dass es ihn kaum woanders gab.

Was genau macht man im Studium?

Insgesamt habe ich 3 Studiengänge belegt und auch 3 Studienabschlüsse erworben. Die Studiengänge waren alle 3 fast vollständig englischsprachig.
Ich fange mal vorne an:

Mein erster Studiengang war Aviation Management - dieser beinhaltete klassische BWL. Das bedeutet Buchführung / Rechnungswesen, Recht, Mathe, auch die verhasste Wahrscheinlichkeitsrechnung und auch Fächer wie "Investment & Finance". Bei letzterem geht es beispielsweise um Kennzahlen, mithilfe derer ein Unternehmen bewertet werden kann. Der Schwerpunkt Luftverkehr kam dann durch Fächer wie Luftverkehrsrecht, Airline Marketing, Air Cargo Management oder auch Air Navigation Services (= wie entstehen Wolken, warum fliegt ein Flugzeug etc.) zustande. Während dieses Studiums habe ich bereits festgestellt, dass Marketing mich interessiert und dass ich meine Kenntnisse in diesem Bereich noch vertiefen möchte.

Nach dem Bachelor-Abschluss in Aviation Management habe ich dann einen Master in International Management an der FH Gießen-Friedberg begonnen, aber schnell festgestellt, dass dieser Studiengang nichts für mich ist. Daher habe ich das Studium nach knapp einem Semester abgebrochen. Ich habe mich dann an der ISM Dortmund für den Studiengang Strategic Marketing Management (M.A.) eingeschrieben. Die Zeit zwischen dem Abbruch des Masterstudiengangs in Gießen bis zum Start an der ISM in Dortmund habe ich mit einem Praktikum überbrückt. Auch bei Strategic Marketing Management hatte ich BWL-basierte Fächer, aber auch Marketing-spezifische Kurse wie Markenrecht, Brand Management und ein praxisorientiertes Marktforschungsprojekt.

In diesem Masterstudiengang war auch ein Auslandssemester vorgesehen und nachdem ich ein Stipendium für die INSEEC Grande École in Paris bekommen habe, hat es mich dann nach Paris verschlagen. Das Besondere an der Zusammenarbeit zwischen der ISM und der INSEEC Grande École ist, dass man im Rahmen des Auslandssemesters einen zweiten Masterabschluss erwirbt. Der Studiengang in Paris war International Management mit Fächern wie International Law, International Relations oder International Marketing. Rückblickend würde ich sagen, dass der zweite Masterabschluss für mich alles noch "rund" gemacht hat, indem zu den bisherigen Kenntnissen der internationale Blickwinkel hinzukam.
Generell kann ich einen Auslandsaufenthalt nur empfehlen: Man lernt eine andere Kultur kennen (ich hätte nie gedacht, dass die Menschen wenige hundert Kilometer entfernt so anders sein können :) ), eine andere Weise zu lernen und jede Menge neue Leute. Mir persönlich ist außerdem klar geworden, wie deutsch ich bin. :)

Bild: ISM

Wie war die ISM als Hochschule?

Ich habe mich an den beiden deutschen Hochschulen sehr wohl gefühlt. Das Studieren war nicht so anonym, wie man es von großen Universitäten oft hört.
Besonders gut war die Unterstützung durch das ISM Career Center, das bei Bewerbungen und Lebensläufen weiterhilft. Nach Beendigung meines Studiums habe ich mit der Jobsuche begonnen und meinen Lebenslauf sowie meine Anschreiben durch die Mitarbeiter dort Korrektur lesen lassen. Der Großteil der Bewerbungen war erfolgreich.

Was war im Master anders als im Bachelor?

Ja, ich habe einen völlig anderen Masterstudiengang als den Bachelorstudiengang gewählt. Dies lag daran, dass ich während des Bachelorstudiengangs gemerkt habe, dass Marketing das ist, was ich machen möchte. Zudem ist Aviation Management recht speziell und ich wollte breiter aufgestellt sein.

Mit welchen Erwartungen hast du damals dein Studium begonnen? Haben sich diese erfüllt?

Dadurch, dass für mich alles ganz neu war, hatte ich keine spezifischen Erwartungen. Der Studienzeit haftet ja so ein bisschen das Klischee des sehr hohen Freizeitfaktors an - das kann ich allerdings nicht bestätigen. Nach meinem ersten Semester und der Klausurphase am Ende kam mir mein Abi wie eine Kleinigkeit vor. :)

Wie sind die Berufschancen mit deinem Studium und wie schwierig oder langwierig ist es deinen momentanen Job zu bekommen?

Ich glaube, meine Berufschancen sind ganz gut, weil ich durch die verschiedenen Studiengänge recht breit aufgestellt bin.

Dein Job heute als Managerin Vertriebskommunikation / Handelsmarketing

Wie kamst du zu deinem jetzigen Job?

Nach meinem ersten Job habe ich nicht lange gesucht - ich war Marketing Managerin bei einem Flussreiseveranstalter. Als ich die Stellenanzeige damals gelesen habe, habe ich gedacht "Das ist genau das, was ich machen möchte!", habe mich beworben und am gleichen Tag des Bewerbungsgesprächs auch schon die Zusage bekommen. Allerdings war es mit dem Job nach 9 Monaten auch schon vorbei, weil sich die Muttergesellschaft, ein amerikanisches Unternehmen, aus dem deutschen Markt zurückgezogen hat. Daraufhin wurde unser Büro geschlossen und ich musste mich innerhalb von 6 Wochen nach einem neuen Job umschauen. So bin ich bei der DER Touristik in Köln gelandet. Bei dieser Bewerbung habe ich, wie auch schon bei meinem ersten Job, ganz tolle Unterstützung vom ISM Career Center erhalten.
Auf meine Stelle bei der DER Touristik gab es damals mehrere hundert Bewerbungen.

Das wichtigste Kriterium für meine Jobwahl ist der Spaß an der Sache. Wenn man keine Freude hat an dem, was man tut, kann man auch nicht gut darin sein. Und wenn man beim Gedanken an die Arbeit schon schlechte Laune bekommt, läuft etwas schief. Es ist sicherlich bekannt, dass die Touristik nicht die Branche ist, in der man das meiste Geld verdient. Aber das Produkt ist wahnsinnig vielfältig und man verkauft den Menschen die beste und wertvollste Zeit im Jahr. Und ich kann reisen - das ist mir sehr wichtig. Ich möchte die Welt sehen - und wie könnte man einen besseren Zugang dazu haben, als wenn man sozusagen "an der Quelle sitzt"?

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Was machst du genau in deinem Job?

Meine Aufgaben teilen sich in regelmäßige Aufgaben auf und in Projektarbeit (die den größeren Teil umfasst).
Die DER Touristik hat 3 Hotelmarken. Und für die Kommunikation an den Vertrieb (=die Reisebüros) bin ich verantwortlich. Ich sammle täglich Informationen, strukturiere diese und streue sie in diverse Kanäle, vom Newsletter, über Intranet-Artikel bis hin zu Broschüren. Das klingt per se nicht viel, ist aber sehr zeitintensiv, weil man immer den Überblick behalten und alle Informationen mitbekommen muss.
Außerdem bin ich für die Erstellung von Drucksachen wie z.B. Flyern verantwortlich. Ich beauftrage diese, stimme die Inhalte ab, achte darauf, ob die Regeln zum Corporate Design eingehalten werden und halte sie am Ende gedruckt in den Händen.
Aktuelle Projekte sind eine große Werbekampagne, die ich vorbereite sowie ein Katalog für Gruppenreisen.
Alles in allem kann man sagen, dass mein Job wie Koordination und Organisation beinhaltet, weil ich mit vielen unterschiedlichen Personen und Abteilungen zusammenarbeite. Diese Abwechslung und Vielfalt ist genau das, was ich an meinem Job so mag - ich habe genau den Job, den ich immer wollte.
In der Regel habe ich eine 38,5-Stunden-Woche, aber es gibt natürlich Spitzenzeiten, in denen man deutlich mehr arbeiten muss. Wenn es dann zwischendurch etwas ruhiger ist, dürfen wir unsere Überstunden aber abbauen, was das Arbeitsleben sehr angenehm macht.
Insgesamt würde ich sagen, dass ich in meinen Studiengängen wertvolles Hintergrundwissen erlangt habe, basierend auf dem ich meinen Job ausübe. Das, was man im Studium lernt, wendet man nicht 1:1 im Job so an. Aber durch Projekte, bei denen man z.B. mal eine Budgetplanung gemacht hat, hat man eine ungefähre Idee, wie man Budget plant und kennt beispielsweise auch die ein oder andere Faustregel. Ich würde auch sagen, dass das manchmal sehr stressige Studium eine gute Vorbereitung auf das Berufsleben ist, was Stressresistenz und Belastbarkeit angeht.

Was würdest du deinem jüngeren Ich raten?

Ich hätte Englisch nach der 10. Klasse nicht abwählen sollen. Und vielleicht hätte ich nicht aus Ehrgeiz einen zweiten Master machen sollen, sondern ein Semester auf Hawaii verbringen sollen. Andererseits ist der 2. Masterabschluss bei Bewerbungen schon sehr hilfreich, glaube ich.

Wir haben an der ISM International School of Management studiert

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