Die Schulzeit

Was für ein Typ Schüler warst du?

Meine Noten waren größtenteils im Zweier-Bereich und ich war, mit Ausnahme des 9. Schuljahres, immer recht fleißig. Zudem muss man sagen, dass mir die Schule eher leicht fiel, nicht aber unbedingt Spaß gemacht hat. Ich hätte sicherlich noch mehr tun können, wie man immer so schön sagt. Leicht gefallen sind mir beispielsweise Fächer wie Mathematik, Biologie und Musik. Mit Physik und Chemie konnte ich mich allerdings nie richtig anfreunden. Ich fühle mich zudem auch bei Präsentationen wohl. Im Gegensatz dazu, und das hat sich bis heute nicht geändert, mag ich das Auswendiglernen überhaupt nicht und es gelingt mir nur mit erhöhtem Zeitaufwand richtig gut. Insgesamt konnte ich in der Schule auch nicht sagen, was richtiges Lernen bedeutet. Das habe ich unter anderem auch im Studium gelernt, da man ohne einen vernünftigen "Lernplan" die Vorlesungsinhalte nicht mit dem gleichen Lernaufwand, wie in der Schule bewältigen konnte (und wer hätte geglaubt, dass es noch mehr Lernstoff als im Abitur gibt?!)

Was hast du nach deinem Schulabschluss gemacht?

Direkt nach meinem Abitur habe ich ein duales Studium bei der Norddeutschen Landesbank angefangen, weshalb keine Zeit für einen Auslandsaufenthalt oder Praktika blieb.

Das Studium

Was hast du studiert und wie kam es zu deiner Studienwahl?

Mein großes Ziel war immer die Tourismusbranche. Insbesondere eine Ausbildung zur Hotelfachfrau hat mich interessiert. Die Vorstellung mit ganz vielen Menschen unterschiedlichster Nationen in Kontakt zu kommen und dafür zu sorgen Urlaube so angenehm wie möglich zu gestalten, fand ich großartig. Das hat sich jedoch nach einem Pflichtpraktikum in einem Hotel relativiert, da ich befürchtet habe, nicht die Wertschätzung für meine Arbeit zu erhalten, die ich mir wünsche und erhoffe. Aber dazu sind Praktika eben auch nützlich - herauszufinden, was man eben (doch) nicht machen möchte. Also, was nun?
Ein kurzes freiwilliges Praktikum bei der NORD/LB in den Sommerferien war ausschlaggebend für die Entscheidung ein duales Studium zu beginnen. Der doch sehr kurze, aber positive Praxiseinblick hat mich überzeugt, in einer Bank arbeiten zu wollen. Daneben hatte ich jedoch den Wunsch nach meinem Abitur zu studieren. Beide Wege (Studium und Arbeit) ließen sich dank des dualen Studiums verbinden. Mit nur einer geschriebenen Bewerbung hat es bei der NORD/LB geklappt. Studiert habe ich somit den Bachelorstudiengang Betriebswirtschaft mit der Vertiefung Bankbetriebslehre an der Welfenakademie in Braunschweig.
Ein großer Vorteil war, dass die NORD/LB dabei die gesamten Studien- bzw. Ausbildungskosten übernommen hat.

Was genau macht man im Studium?

Das duale Studium ist nach dem Blocksystem aufgebaut. In den ersten drei Semestern - das Grundstudium - ist eine Studienpräsenzzeit von 12 Wochen angesetzt. Am Ende dieser 12 Wochen finden die Klausuren statt. Typische Studienfächer sind: Allgemeine BWL (Unternehmensführung, Finanzprozesse, Rechnungswesen etc.) spezielle (Bank-) BWL, VWL I/II, Mathematik und Statistik I/II, Wirtschaftsinformatik und Soft Skills. Anschließend geht es immer in eine 14-wöchige Praxisphase. Im Hauptstudium verkürzt sich die Präsenzzeit auf 8 Wochen. Für diese Phase werden zwei Vertiefungsrichtungen gewählt. Ich habe mich dabei auf Marketing (Steuern/Jahresabschluss wurde mangels Interessentenanzahl nicht angeboten) und Investition/Finanzierung konzentriert. Die Vorlesungen Investition/Finanzierung und VWL I/II haben den größten Mehrwert für mich geschaffen, waren aber auch am anspruchsvollsten. Aber solange man mit Spaß und Interesse herangeht, schafft man, meiner Meinung nach, fast alles. Parallel zum Studium hatten wir die Möglichkeit den Abschluss zum IHK-Bankkaufmann/-frau sowie die IHK-Ausbildereignungsprüfung zu absolvieren, die ich erfolgreich bestanden habe.
Ein Auslandsaufenthalt ist in Verbindung mit der Akademie leider nicht möglich, dafür aber in der Praxisphase in einer unserer Auslandsniederlassungen.
Während des dualen Studiums lernt man viele neue Kollegen in der Bank, aber auch neue Kommillitonen kennen, mit denen die Ausbildung doppelt so viel Spaß macht. Und allen Vorurteilen vorweg: ja, man hat als dualer Student noch Freizeit.

Was hast du zwischen Bachelor und Master gemacht?

Nach meinem Bachelorabschluss habe ich meine erste Stelle in der Bank im Kreditrisikomanagement, speziell im Kredit- und Sicherheitenmanagement, angefangen. Um erst einmal Berufserfahrung mit eigenverantwortlichen Aufgaben zu sammeln, bin ich dem Job knappe 2 Jahre nachgegangen, bis ich mich zu einem nebenberuflichen privat finanzierten Masterstudium entschieden habe.

Was war im Master anders als im Bachelor?

Das Masterstudium war komplett anders als das Bachelorstudium, schon allein dadurch, dass ich in meiner Freizeit, speziell am Wochenende, Vorlesungen besucht habe. Das mag erst einmal abschrecken. Allerdings hat es auch eindeutig mehr Spaß gemacht, was ganz einfach daran liegt, dass ich mich auf eine Richtung spezialisiert habe, die mich besonders interessiert. Wie bereits erwähnt, habe ich im Bachelorstudiengang Finanzierung/Investition vertieft und hätte ursprünglich gern die Vertiefung Jahresabschluss und Steuern gewählt. Somit fiel die Wahl für den Master nicht schwer: Master of Science in Finance & Accounting. Dass die Vorlesungen nur durch Banker und Versicherer besucht wurden, ist dabei nicht ungewöhnlich und hat bei Diskussionen in den Vorlesungen zu einer guten Dynamik geführt. Das Studium ist eindeutig praxisnaher gewesen, nicht zuletzt dadurch, dass wir in einem Fach bspw. eigene Studien, (Wettbewerbs-)Analysen, Unternehmensplanung sowie -bewertungen durchführen konnten. Die Arbeitsintensität ist natürlich neben dem Beruf nicht zu unterschätzen. Mit einer guten Organisation ist jedoch alles machbar.

Mit welchen Erwartungen hast du damals dein Studium begonnen?

Ich habe von meinem Masterstudium erwartet, dass ich meine Kenntnisse im Bereich Finance und Accounting erweitern und vertiefen kann, sodass spätere Fachdiskussionen sicher mitgestaltet, bzw. mindestens vollumfänglich durchdrungen werden können. Eine geringe Studierendenanzahl von 7 Leuten hat die individuelle Lernkurve dabei nur gefördert und ich habe gerade im letzten Semester sehr viel dazu gelernt. Zusätzlich hatte ich eine hohe Erwartung an eine private Studieneinrichtung bezüglich der Studienfazilitäten (Gestaltung der Vorlesungsräume, Verpflegungsmöglichkeiten etc.), der Modernität (Internet, Online-Portale, Kooperationen mit Bibliotheken/anderen Studieneinrichtungen etc.) und Professoren. Meine Erwartungen haben sich zum Teil bestätigt, aber auch zum Teil leider nicht, was durchaus daran liegen kann, dass sich der Standort Hannover erst im Aufbau befindet.

Der Job

Was ist deine Jobbezeichnung?

Portfolio Manager Structured Finance - Infrastructure

Wie kamst du zu deinem jetzigen Job?

Nach meinem ersten Job in der NORD/LB, im Kredit- und Sicherheitenmanagement für Corporates, bin ich übergangsweise in einem IT-Projekt der Bank tätig gewesen und habe anschließend mein Traineeprogramm mit der Ausrichtung Gesamtbank angefangen. Zu Beginn bin ich in den Bereichen Corporate Finance, Strategieentwicklung und Kreditrisikomanagement für International Corporates unterwegs gewesen. Meine nächste Abteilung hat es mir dann absolut angetan. Ich habe für drei Monate im Structured Finance (Origination Energy Europe) in Hannover gearbeitet und habe dort die Originator sowie die Portfoliomanager in ihrer täglichen Arbeit bei Windparkfinanzierungen unterstützt. Nach kurzem Zwischenstopp im Bereich Beteiligungsmanagement und Personal, bin ich zurück ins Structured Finance diesmal ins Portfoliomanagement Infrastructure, meinem jetzigen Job, gekehrt. Bevor ich den Job nach meinem Traineeprogramm angetreten habe, bat sich mir noch die Möglichkeit für das Structured Finance für fünf Monate in unsere Auslandsniederlassung in London zu gehen, um dort zum einen ein bereichsinternes Projekt zu begleiten sowie Erfahrung im Auslandsgeschäft der Projektfinanzierung und den zugehörigen Prozessen (Portfoliomanagement und Origination) zu sammeln. Ich habe mich ebenso gefreut, die Kollegen in der Branche kennenzulernen, da wir im Structured Finance größtenteils in "Cross boarder"-Teams arbeiten. Wichtig an meinem zukünftigen Job ist mir, eine stetige Lernkurve sowie einen Entwicklungspfad zu haben. Das scheint mir in diesem Aufgabenfeld möglich. Außerdem sollte man immer der Arbeit folgen, die einem Spaß macht. Und das habe ich getan.

Wie sind die Berufschancen mit deinem Studium und wie schwierig ist es deinen momentanen Job zu bekommen?

Ich sehe die Berufschancen mit einem dualen Studium (+IHK-Ausbildung) und einem nebenberuflichen Master, nicht nur in meinem Job, sondern auch in anderen Banking-/Finance-Jobs, sehr positiv. Wie schwierig oder leicht es dabei ist, meinen Job zu bekommen, kann ich nur schwer einschätzen. Kreditwissen ist auf jeden Fall unabdingbar.
Nachdem ich im Origination/Portfoliomanagement im Structured Finance gearbeitet habe, fiel es mir nur schwer nach Alternativen zu suchen, da ich mir sehr sicher war, diesen Beruf gerne ausüben zu wollen.

Was macht Dein Unternehmen und wie ist es dort zu arbeiten?

Meine Unternehmen ist die Norddeutsche Landesbank - die führende Universalbank im Norden Deutschlands - mit rund 6.500 Mitarbeitern an den drei Hauptstandorten in Hannover, Braunschweig und Magdeburg in Deutschland und Auslandsniederlassungen in New York, London, Singapur und Shanghai sowie weiteren Immobilienbüros/Repräsentanzen. Wir sind dabei in den folgenden Geschäftsfeldern tätig: Privat- und Geschäftskunden, Unternehmenskunden & Markets, Energie- und Infrastrukturkunden, Schiffs- und Flugzeugfinanzierung sowie das Immobiliengeschäft.
Das beste an meinem Unternehmen sind die Mitarbeiter, die tagtäglich ihren Job erledigen, um die Bank zu dem zu machen, was sie ist, sie kontinuierlich verbessern, zukunftssicher zu gestalten und täglich, auch in schwierigen Marktzeiten, erfolgreicher werden zu lassen.

Was machst du genau in deinem Job?

Zu meinen täglichen Aufgaben gehören die Analyse und Auswertung von Projektberichten, Verfassen von Kreditüberwachungsvorlagen und Ratings, Überwachung der Zahlungsströme, Anfragen von und an andere Finanzierungspartnern/Kunden bei bspw. Änderungen im Projekt zu stellen oder selber zu bearbeiten. Weiterhin wird das Portfoliomanagement unterstützend bei neuen Deals in Deal Teams zusammen mit dem Origination tätig. Natürlich fallen aufgrund der Regulatorik auch standardisierte Aufgaben an und wir stehen in einem ständigen Kontakt/Austausch mit weiteren internen Abteilungen und Kollegen (bspw. ist unser Kreditrisikomanagement sehr wichtig.)
Es kommt also darauf an, ein Projekt so zu monitoren/managen, dass alle Parteien zufrieden sind und dabei gleichzeitig das Risiko für die Bank so gering wie möglich zu halten.

Was findest du ist das Spannendste an deinem Job?

Das Spannendste an meinem Job ist, dass kein Projekt ist, wie das andere und wir im Bereich Structured Finance unterschiedlichste Assets weltweit haben. Natürlich gibt es auch standardisierte Aufgaben, die sich aufgrund der ganzen Regulatorik gar nicht mehr vermeiden lassen und dennoch glaube ich, dass dieser Bereich eine sehr lange Lernkurve bereithält und darauf bin ich neugierig.

War der Job auf deinen Studiengang zugeschnitten oder kann man auch etwas anderes machen, um in deinem Bereich tätig zu werden?

Der Job war nicht explizit auf meinen Studiengang zugeschnitten. Man muss es andersherum betrachten. Der Studiengang hilft allgemein für die Jobs im Finance/Banking-Bereich. Aufgrund dessen habe ich in meinem Traineeprogramm bewusst einen Schwerpunkt in einem unserer Geschäftsfelder setzen wollen. Da ich bereits im Corporate-Bereich gearbeitet habe, habe ich mich entschieden ein ganz neues Tätigkeitsfeld -das Structured Finance- der Bank kennenzulernen, sodass das Traineeprogramm letztendlich mein Wegweiser war.

Was würdest du deinem jüngeren Ich raten?

Mittlerweile, und ich weiß nicht, ob ich es gut oder schlecht finde, gibt es unheimlich viele Möglichkeiten seinen Werdegang zu gestalten. Man sollte daher immer ein Ziel vor Augen haben und damit meine ich nicht zu 100% genau zu wissen, welcher Job es später wird. Wenn es links herum nicht gleich klappt, dann vielleicht doch rechts herum. Denn es führen bekanntlich viele Wege nach Rom. Daher ist es auch schwierig zu sagen, ob ich es anders machen würde, wenn ich noch einmal die Wahl hätte. Für mich stand im Vordergrund relativ früh (finanziell) unabhängig zu werden. Das ermöglicht eine Ausbildung oder ein duales Studium natürlich eher als reines Studium an einer Hochschule. Dafür wird man natürlich nie richtig das "typische Studentsein" durchleben. Beide Ausbildungswege haben somit ihre Vor- und Nachteile. Wenn ich allerdings eins anders machen könnte, dann wäre es mehr Fokus auf die Auslandserfahrung zu legen, ob es beruflich oder im Studium ist. In einer anderen Kultur mit anderen Kulturen zusammen zuarbeiten formt die Persönlichkeit, das Selbstbewusstsein und verstärkt das Feingefühl für unterschiedliche Typen von Mensch und ist somit für einen selbst und für das Unternehmen absolut gewinnbringend.

Wir arbeiten bei Norddeutsche Landesbank

MitarbeiterInnen stellen sich und ihren persönlichen Werdegang vor

Werdegang von Trainee Gesamtbank bei der NORD/LB, Norddeutsche Landesbank Werdegang von Firmenkundenbetreuer Akquisitionsfinanzierung, Norddeutsche Landesbank