Soziologie

Profil von Sascha

Hi Nina,

Hallo zusammen, ich bin gegenwärtig Doktorand im Bereich der Arbeits- und Industriesoziologie, des wissenschaftlichen Arbeitens aber ziemlich überdrüssig. Während des Studiums habe ich bereits über Praktika, studentische Hilfskraft etc. viele Erfahrungen im Wissensschaftsbetrieb sammeln können und daher zunächst willentlich auf dieses Ziel hingesteuert. Nunmehr habe ich jedoch erhebliche Zweifel an dieser Entscheidung. Deshalb meine Frage: Hat jemand Erfahrung mit einer ähnlichen Situation?

1 Antwort

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Nina

Antwort von Nina 31.01.2016 20:11

Hi Sascha,

ich promoviere auch in den Sozialwissenschaften, an der LMU in München. Ich bin mir ganz sicher, dass deine Situation sehr gewöhnlich ist und es massenhaft von Zweifeln geplagte Doktorand*innen gibt. Das Ganze ist also total normal, ich denke, dass die Frage ob/warum/unter welchen Umsänden/ etc. man promovieren sollte eine sehr individuelle ist, und es durchaus normal ist, dass man einige Zeit braucht rauszufinden ob eine Promotion/ die Wissenschaft zu einem passt. Grundsätzlich glaube ich, das es mehrere denkbare Ansprechpartner*innen in deiner Situation gibt:

* andere Doktorand*innen am Institut (hilft oft, um zu merken es geht einem nicht als einziger so. Fühlt man sich grundsätzlich isoliert, ist es evtl. lohnenswert eine "Doktorand*innengruppe" zu gründen um aktiv nach anderen zu suchen denen es ähnlich geht).

* Post-Doktorand*innen am Institut (hilft um Tipps zu bekommen, wie man die Diss.phase am besten durchsteht. Aber Achtung, dabei handelt es sich natürlich nur um Leute die (trotz Zweifel) weitergemacht haben, entsprechend 'gebiast' sind auch die Antworten).

* Psycho-soziale Beratungsstellen der Unis (die sind SPEZIFISCH für u.a. solche Fragen und Phasen des Zweifelns da und eigentlich gut geeignet - denke ich - weil sie einem dabei helfen die Frage 'selber' zu klären und einem nicht mit Tipps traktieren, die vielleicht mit der eigenen Lebensrealität nicht viel zu tun haben und kein 'Eigeninteresse' an der Sache haben).

* Spezielle Mentoringprogramme für Doktorand*innen (in manchen Unis gibt es spezielle Mentoringpogramme für Promovierende, die einen dabei unterstützen einen Mentor oder eine Mentorin zu finden, die einem dann mit Rat und Tat zur Seite stehen).

Eigentlich würde man ja auch denken, dass der Doktorvater/ die Doktormutter auch für solche Fragen da sein und einen in solchen Situationen 'mentorieren' sollten, aber da DV/DM ja auch meistens Vorgsetzte und aud jeden Fall immer Prüfer sind und daher ein Abhängigkeitsverhältnis besteht (und das oft in einem sehr kompetitiven Umfeld), ist das so eine Sache mit dem 'eigentlich'...

Ich wünsche dir viel Glück bei der Bewältigung deiner "Zweifelkrise"! :)

Beste Grüße

Nina

Neu ergänzt am 31.01.2016 um 20:11 Uhr