Luft und Raumfahrttechnik / Bauingenieurwesen

Profil von Georg

Hi Nikolas,

Schönen guten Tag, Ich bin zurzeit 18 Jahre alt und bin im Moment im zweiten Semester meines Studiums. Ich bin an der FH Aachen und Studiere Bauingenieurwesen. Vorab muss ich sagen dass mir das Studium jetzt schon ziemlich Spaß macht, jedoch liegen meine Interessen/Stärken in der Mathematik und der Mechanik. Ich habe Spaß für diese Fächer zu lernen und in Vorlesungen höre ich auch sehr gerne zu. Ich muss zudem zugeben, dass ich mich vorallem in Praxisbezogenen Fächern wie Baukonstruktion, etc.. zu Tode langweile und auch nicht viel mit diesen Anfangen kann. Anscheinend liegt mein Interesse nicht im Bauwesen. Aus diesen Gründen habe ich mir überlegt den Studiengang zu wechseln, nämlich auf Luft und Raumfahrttechnik. Nun ich kann mir bereits denken, dass dieser Studiengang einiges von einem Fordert (wobei man sagen muss, dass die ersten Semester beinahe identisch mit dem Maschienenbaustudium sind) und ich würde sehr gerne Meinungen von Studenten dieser Fachrichtung und auch der Maschienenbauer hören. Wo ist der Fokus im Studium gelegt und wie gefällt euch das Studium? Hat es eure Erwartungen erfüllt? Zudem habe ich auch viel Schlechtes über das Fach Elektrotechnik gehört, es sei wohl sehr anspruchsvoll und man müsse dafür geboren sein. Kann jemand dazu was sagen? Würde mich über Antworten freuen MfG Marvin

2 Antworten

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Nikolas
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Fachschaft Luft- und Raumfahrttechnik

Antwort von Nikolas 08.03.2016 17:44

Hey Georg,

Mit Mechanik und Mathematik liegst du natürlich schon einmal richtig bei uns Maschinenbauern bzw. dem Schwerpunkt Luft- und Raumfahrttechnik. Du wirst allerdings nicht um konstruktive Fächer herum kommen, die vor allem in den ersten 4 Semestern (an der TU München) eine Rolle spielen. Die meisten Fächer sind allerdings eher theoretischer Natur und sehr rechenlastig. Natürlich macht die Mechanik (vor allem die Kinematik/Kinetik) einen großen Teil der Fächer aus bildet die Grundlage für alles was noch kommt. Andere sehr wichtige und dominante Fächer bei uns sind die Thermodynamik und die Regelungstechnik - auch wiederum sehr mathe- und rechenlastiger Stoff.

Das folgende gilt vor allem für die TUM, ich kann mir jedoch gut vorstellen dass es an anderen Unis ähnlich aussieht. Die ersten 4 Semester sitzen wir alle, egal ob Automotiv-, Medizin- oder Luft- und Raumfahrtingenieur in einem Saal und hören und schreiben die gleichen Fächer. Das ist auch die Zeit wo du konstruieren und dir Fächer wie Werkstoffkunde anhören musst, in denen Mathe fast gar keine Rolle spielt. Ab dem 4. Semester darfst du jedoch selber wählen was du dir anhören müsst und dann kannst du dich so richtig austoben in dem was dir Spaß macht. Ich habe mich vor allem für die Flugsystemdynamik und Flugregelung interessiert und höre jetzt fast nur noch Fächer die damit zu tun haben. Ich denke das könnte auch dir sehr gut gefallen, weil es sich dabei praktisch zu 100% um Mechanik und Regelungstechnik handelt und man nur am rechnen und denken ist, kein auswendig lernen oder sonst irgendetwas. Natürlich kann man sich auch für andere Schwerpunkte innerhalb der Luft- und Raumfahrt entscheiden, wie z.B. der Aerodynamik oder der Gasdynamik. Auch das sind sehr theoretische Fächer.

Im Großen und Ganzen bin ich durchaus sehr zufrieden mit dem Studium und es wird ab dem 5. Semester wirklich sehr interessant. Mein Wissen was die Luft- und Raumfahrt angeht ist wirklich angestiegen und man bekommt ein gutes Gefühl für den Stoff. Die ersten 4 Semester sind sehr mühsam und anstrengend, aber sie bilden nun einmal die Grundlage für alles was kommt und sind wirklich nötig.

Elektrotechnik ist schon etwas Spezielles, gerade für uns Maschinenbauer. Unmachbar ist es nicht, ich denke die Vorlesungen sind dazu an der TUM leider eher ungünstig aufgebaut und wecken so kaum Interesse. Ich habe das auch nie weiter verfolgt und kann dir deswegen nicht allzu viel dazu sagen leider.

Viele Grüße,

Nikolas

Neu ergänzt am 08.03.2016 um 17:44 Uhr

Antwort von Fachschaft Luft- und Raumfahrttechnik 15.03.2016 08:26

Hallo Marvin,

ich bin von der Fachschaft Luft- und Raumfahrttechnik und mittlerweile im Master LRT.

Luft- und Raumfahrttechink ist zunächst natürlich zunächst sehr ähnlich zum Maschinenbau-Studium. Der große Unterschied ist die schon vorhandenen Spezialisierung auf Luft- und Raumfahrttechnik. Dazu zählt beispielsweise ein größerer Anteil von Strömungslehre und Thermodynamik, als auch Fächer wie beispielsweise Raumfahrt, Luftfahrtsysteme oder Luftfahrtantriebe.

Ob jetzt LRT praxisbezogen ist oder nicht kann man sich streiten. Im Bachelor hat man nur geringe Wahlmöglichkeiten, da die Richtung schon mit LRT eingeschlagen ist. Dort gibt es meiner Meinung nach beides. Praktische Sachen (bsp. Konstruktionsaufgabe) oder auch sehr theoretische (Strömungslehre). Beides hat seinen Reiz und durch beides muss man durch ;-) Jedoch zeigt sich deine richtige Ausrichtung erst im Master. Hier kannst du dir deine Kurse zusammenwählen und dich in die Richtung spezialisieren die du möchtest. Ich bin beispielsweise eher praktisch veranlagt und vertiefe in die Werkstoffe- und Flugzeugentwurfrichtung. Ein Freund von mir ist komplett theoretisch und vertieft mathematische und physikalische Modellbildung. Es zeigt dir, dass die Möglichkeiten offen sind. Vielleicht ist hier auch noch zu sagen, dass wir wenn überhaupt erst gegen Ende des Bachelors wirklich wussten in welche Richtung wir gehen. Manches ergibt sich dann einfach.

Kurz zu Elektrotechnik: Ich weiß nicht, ob du das LRT oder Maschinenbaufach meinst. Für LRT gilt: Es wurde wieder verbessert und ist mittlerweile nur noch ein Schein, so dass man da deutlich entspannter rangehen kann als früher.

Falls du noch Fragen zur LRT hast, schreib an info@flurus.de . Dort erreichst du direkt uns und es kommt auch schneller eine Antwort.

Gruß Toby

Neu ergänzt am 15.03.2016 um 08:26 Uhr