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Hi Karoline,

Muss man beim Jurastudium wirklich so viel auswendig lernen? Was sollte man gut für ein Jura Studium können und was genau macht man denn so im Jura Studium?

Danke für deine Hilfe :)

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Antwort von Karoline 22.03.2016 15:07

Hallo Janine,

schön, dass du dich für ein Jurastudium interessierst!

Was macht man in einem Jurastudium? - Man lernt, was geltendes Recht ist, wie man es auslegt und anwendet. Das heißt, man lernt immer in zwei Schritten: erstens, muss man wissen, wie die Rechtslage ist, zweitens muss man das gelernte Wissen dann auch auf einen Fall anwenden lernen.

Ein kleines Beispiel aus dem Strafrecht dazu: Wir wissen, nach § 223 StGB ist Körperverletzung ein Strafdelikt. Dort heißt es: "Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft." Das kann man nachlesen im Strafgesetzbuch, welches du als Studentin auch in Klausuren dabei haben darfst. Was man nicht nachlesen kann, ist, was das genau heißt, jemanden körperlich zu misshandeln oder an der Gesundheit zu schädigen. Ist das Haareabschneiden eine körperliche Misshandlung? Reicht es, jemandem auf den Fuß zu treten, um diesen an der Gesundheit zu schädigen? Das sind Dinge, die man im Studium lernt. Zu der Geschichte mit dem Haareschneiden gibt es dann beispielsweise unterschiedliche Auffassungen in der Wissenschaft und an den Gerichten dazu, ob es sich dabei nun um eine Körperverletzung handelt oder nicht. Man muss seine Interpretation also mit Argumenten begründen. Das lernt man im Laufe des Studiums.

Grundsätzlich, ein wenig abhängig davon, wo du studierst, hast du Vorlesungen, in denen ein Professor oder Dozent recht ausführlich über ein Rechtsgebiet referiert, und Übungen, manachmal auch noch AGs/Tutorien, in denen Fälle-Lösen geübt wird. Da wendest du dann das Wissen aus den Vorlesungen an. Wobei die Kunst darin besteht, in einem Fall die Stellen zu erkennen, die problematisch sind und bei denen Argumentation gefragt ist. Dazu gibt es einen bestimmten Stil (den "Gutachtenstil"), in dem man eine Falllösung formuliert - den bekommst du aber zu Beginn des Studiums beigebracht.

Bevor man das Jurastudium aufnimmt, sollte man sich bewusst sein, dass es nicht zu Unrecht den Ruf als eines der schwersten Studiengänge in Deutschland, evtl. sogar in Europa hat. Das liegt zum einen an der schieren Stoffmenge, dem großen und über alles entscheidenen Examen zum Ende, sowie der teils als willkürlich wahrgenommenen Notengebung. Auswendiglernen ist ein großer Teil, ohne geht es nicht. Aber es ist auch Typfrage, ob man besser im Verstehen und systematisch-vernetzendem Denken ist - oder eben lieber auswendig lernt. Allerdings bleibt es nicht beim Auswendiglernen und Wissenaneignen, weil du im zweiten Schritt noch das Anwenden des Wissens am Fall übst. Dadurch ist das Studium weit weniger trocken, als häufig behauptet. Die Klausuren sind in der Regel ein Fall, den es zu lösen gilt. Dazu schreibt man in den Semesterferien Hausarbeiten, die ebenfalls eine Falllösung fordern, nur wesentlich umfangreicher und wissenschaftlich recherchiert. Später kommen dann je nach Uni auch mündliche Prüfungen hinzu.

Du siehst, ohne Fleiß geht es nicht. Auch wenn die ersten Semester noch verhältnismäßig entspannt sein können, im Vergleich zu den meisten anderen Studienfächern wirst du bei Jura wesentlich mehr Zeit ins Studium investieren müssen. Durchhaltevermögen solltest du auch mitbringen: das Studium ist lang, weil es in der Regel nicht in Bachelor und Master unterteilt ist, am Ende im Staatsexamen wird alles, vom ersten bis zum letzten Semester abgefragt. Das erfodert auch eine gewisse Strukturiertheit und Diszipliniertheit. Darüber hinaus ist es hilfreich, wenn man gut im logischen Denken ist, ein gutes Gespür für (präzise) Sprache hat und sich auch durch Themengebiete durchbeißen kann, die einen nicht besonders ansprechen. Bei der Breite des Jurastudiums ist es fast unmöglich, dass einen ausnahmslos alles interessiert.

Das mag alles recht einschüchternd klingen. In der Regel wird man im ersten Semester aber langsam heran geführt, obgleich man viel zuhause bzw. in der Bibliothek machen muss. Gerade Disziplin, Fleiß und Strukturiertheit lassen sich trainieren und meistens bekommt man diese wie automatisch eingeflößt, insbesondere, da es deinen Kommilitonen/-innen genauso gehen wird. Und ehe man sich versieht, sind die ersten Semester geschafft... Und wenn man am Ball bleibt und Freude an der Juristerei findet, bietet einem der Abschluss später viele tolle Möglichkeiten, je nach Leistungen ein ordentliches Gehalt und ebnet den Weg zu begehrten Berufen und Stellen. Das muss man sich eben durch das sehr konservativ-strukturierte und anspruchsvolle Studium verdienen.

Wenn du die Möglichkeit hast, fahr am besten mal zu einer Uni, die Jura anbietet und geh in Vorlesungen. Die sind immer öffentlich für alle zugänglich. Termine findest du auf der Homepage der Uni im Vorlesungsverzeichnis. Wenn du dich traust, könntest du bei der Gelegenheit auch Jurastudierende ansprechen und direkte Informationen bekommen, im Uni-Café in der Schlange geht sowas zum Beispiel ganz gut ;).

Bei weiteren Fragen kannst du dich gerne an mich wenden. Ich wünsche dir alles gute bei deinem Werdegang und deiner Entscheidung.

Liebe Grüße

Karoline

Neu ergänzt am 22.03.2016 um 15:07 Uhr

Antwort von Dorothea 22.03.2016 15:17

Liebe Janine,

das Gerücht,dass du Gesetze oder so auswendig lernen musst, ist totaler Quatsch. Was es aber sehr viel gibt sind sogenannte Streitstände (Autor 1 sieht das soundso, Autor 2 sieht das anders, der BGH hat das auf eine Dritte Art entschieden). Manche von denen sind sehr logisch, andere sind unlogisch, insb. wenn sie auf einer alten Gesetzeslage beruhen, da hilft nichts außer auswendig lernen. Vor allem im Strafrecht muss man Definitionen lernen, da führt auch kein Weg dran vorbei. Ansonsten ist vieles Arbeit mit dem Gesetz, und mit der Zeit lernt man das auch ohne auswendiggelernte Vorkenntnisse.

In den Klausuren und Hausarbeiten schreibt man Gutachten, den Stil muss man sich erst aneignen, aber das geht mit der Zeit. Die Vorlesungen vermitteln einem den theoretischen Stoff, in den AGs und Übungen (zumindest in Freiburg) folgt dann die praktische Anwendung am Fall. So wird man langsam an die richtige Arbeitsweise herangeführt.

Wie viel Zeit das Studium beansprucht hängt nicht nur von deinem Talent ab, sondern ganz besonders von deinen Zielen. Die Prüfungen irgendwie zu bestehen ist glaube ich mit relativ wenig Aufwand machbar. Wenn du aber möchtest, dass dir von der Berufswahl her alle Türen (insbesondere die spannenden) offen stehen, muss am Ende schon die richtige Note stehen. Die zu erreichen ist durchaus möglich - erfordert aber einigen Einsatz. Dementsprechend sind die ersten Semester für die meisten Studenten ziemlich entspannt, und am Ende kommt mit dem Examen der große Knall. Bei mir war damals auch noch das Schwerpunktbereichsstudium sehr fordernd, aber viele Unis nehmen da gerade den Druck raus, da hast du Glück :-)

Unterm Strich habe ich für den Schwerpunkt viel gelernt, und dann 1 Jahr knallharte Examensvorbereitung. Am Ende hat es sich ausgezahlt, so viel investiert zu haben. Was du in jedem Fall mitbringen musst ist eine hohe Frustrationsschwelle. Auch nach viel Arbeit scheint die Note im Ergebnis nicht zu stimmen. Dass Arbeitsaufwand und Ertrag nicht unbedingt in einem plausiblen Verhältnis zueinander stehen muss man schnell akzeptieren, und sich nicht ständig mit anderen vergleichen.

Als trocken habe ich das Studium nie empfunden. Klar, manche Gebiete liegen einem mehr und andere sind dafür ganz schön öde. Da du aber als Volljurist in allen Gebieten fit sein musst und du noch den Schwerpunkt nach deinen Neigungen wählen kannst, ist das Studium schon sehr abwechslungsreich. Auswendiglernen bleibt dir nicht erspart, aber in vielen Bereichen entwickelt man ein Gespür für die Lösung und dann hilft selber denken können mehr als stupides Auswendiglernen.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne an mich wenden.

Liebe Grüße Doro

Neu ergänzt am 22.03.2016 um 15:17 Uhr

Antwort von Dorothea 23.03.2016 09:03

Noch etwas: Die meisten Prüfungsordnungen sehen vor, dass man Praktika machen muss (in Freiburg derzeit 3 Monate, aufteilbar auf 3x 4 Wochen). Mein Tipp: Such dir coole Praktika, und mach auch gerne noch eins mehr als unbedingt notwendig. Dann findest du vielleicht einen Job, in dem du dir vorstellen kannst zu arbeiten (vielleicht sogar mehrere Jobs, wer weiß). Wenn du dann so ein Ziel vor Augen hast, ist es viel einfacher durchzuhalten!

Neu ergänzt am 23.03.2016 um 09:03 Uhr

Antwort von Laura 22.03.2016 15:38

Hallo Janine,

Was macht man genau? In Jura gibt es grob 3 große Themengebiete: Strafrecht, Bürgerliches Recht und Öffentliches Recht. Unter Strafrecht kann man sich wahrscheinlich noch am meisten vorstellen, es geht grob gesagt um Strafbarkeit von Personen. Bürgerliches Recht behandelt zum Beispiel das Zustandekommen eines Kaufvertrages und welche Rechte man als Käufer oder eben als Verkäufer hat.
Öffenliches Recht ist da einbisschen anders, aber auch sehr spannend. Dabei geht es viel um die Vorgänge innerhalb unserer Demokratie (Regierung, Behörden, Verhältnis Staat-Bürger usw.) und auch die Anwendung der Grundrechte.
In diesen Themengebieten hast du zu Beginn Vorlesung und zur Vertiefung AGs, in denen man dann direkt an Fällen übt. Aber auch in den Vorlesung werden reale (manchmal sehr skurrile ) Fälle vorgestellt um die Theorie noch zu veranschaulichen. Im weiteren Verlauf des Studiums werden die Themen dann vertieft, zum Beispiel habe ich gerade Verwaltungsrecht als Teil des Öffenltichen Rechts.
Man muss schon dieses Strukturierte Denken mögen, also so einbisschen wie in Mathe wo man eine Formel hat, die man dann auf verschiedene Sachverhalte anwendet. Aber das lernt man sehr schnell im Studium durch das viele üben an den Fällen.
Ich halte es für kompletten Blödsinn, dass Jura trocken ist und nur stupides Auswendiglernen. Mir hat man das auch die ganze Zeit gesagt. Am Ende ist es aber so, dass man so ziemlich bei jedem Studienfach Dinge auswendig lernen muss. So auch bei Jura. Hinzu kommt, dass man durch das viele üben am Fall natürlich auch schon vieles 'auswendig lernt' und was dann noch nicht sitzt muss eben gelernt werden. Und Jura ist wie jedes Studienfach dann trocken, wenn man kein Interesse daran hat. Mir macht es Spaß und ich kann es empfehlen!

Grüße

Neu ergänzt am 22.03.2016 um 15:38 Uhr

Antwort von Bastian 22.03.2016 18:12

Liebe Janine,

zu deiner ersten Frage: Viele sagen über Jura: "Da lernt man doch nur Paragraphen auswendig." Ganz so einfach ist es aber nicht. Im Jura-Studium lernst du, Lebenssachverhalte juristisch zu beurteilen. Das bedeutet, du bekommst eine Geschichte erzählt und musst unter Anwendung des Gesetzestextes ein Gutachten verfassen. Je nach Hauptfach variiert der Inhalt der Geschichte. Im Strafrecht lautet er z.B. "A schlägt B", dann ist die Strafbarkeit des A gutachterlich zu prüfen. Selbstverständlich musst du dann den die Strafbarkeit begründenden Paragraphen (§ 223 Abs. 1 StGB) sowie den dazugehörigen Prüfungsaufbau (für das Gutachten) kennen. Beides kennst du früher oder später nach einiger Übung sowieso. Was aber tatsächlich zu lernen ist, sind Definitionen, Meinungsstreitigkeiten (Juristen sind sich bei vielen Einzelfragen nicht einig) und dazugehörige Argumentationen. Das gilt insbesondere im Strafrecht, in Teilen aber auch für die anderen beiden Hauptfächer/Rechtsgebiete (Öffentliches Recht und Zivilrecht). Viel wichtiger als das Abspulen von auswendig gerlerntem Wissen ist es aber, Probleme im Sachverhalt zu erkennen und (im Zweifel auch ohne gesondertes Wissen) mithilfe des Gesetzes zu lösen. Das kannst du nicht auswendig lernen, sondern musst du im Laufe des Studiums durch Übung erlernen. Der sog. "Transferbereich" spielt in der Klausurlösung m.E. die größte Rolle.

Nur am Rande: Das Staatsexamen, mit dem du das Studium beendest, ist ein Klausurexamen nach o.g. Muster. Daher ist die gesamte Ausbildung in erster Linie darauf ausgerichtet, dir das Falllösen in der Klausur zu ermöglichen. Wenn du daneben auch Rechtswissenschaft im engeren Sinne erlernen/betreiben möchtest (etwa durch die Teilnahme an Seminaren), ist Eigeninitiative gefragt. Dabei geht es dann tatsächlich überhaupt nicht mehr ums Auswendiglernen sondern darum, zu einzelnen juristischen Streitfragen Quellen zu analysieren und (die richtigen?) Schlüsse zu ziehen.

Zu deiner zweiten Frage: Was sollte man für ein Jura-Studium können? Zu allererst: die deutsche Sprache. Jura ist nicht zuletzt auch ein Sprachstudium, denn als Jurist vermittelst du dem juristischen Laien, was sein (geschriebenes) Recht ist. Weitere wichtige Attribute sind m.E. eine gute Allgemeinbildung (Politik und Ökonomie sollten dich interessieren), Zeitmanagement und Selbstorganisation (typisch Studium) und eine dicke Haut (die Vorbereitung auf das 1. Staatsexamen hat schon viele Leute zur Verzweiflung gebracht). Von Vorteil ist es, wenn du Texte schnell lesen und analysieren kannst. Last but not least solltest du natürlich Interesse für das Fach und die sich nach dem Studium ergebenden Berufsmöglichkeiten mitbringen - du solltest dir dich also als Anwältin, Richterin, Staatsanwältin, Justiziarin etc. vorstellen können.

Zur letzten Frage: Was macht man im Jurastudium? Bei der Gestaltung des Studiums bist du (anders als in Bachelor-/Master-Studiengängen) glücklicherweise frei, sodass dich ein "echtes Studentenleben" erwartet, das du auf jeden Fall auskosten solltest (einfach auch mal nach links und rechts schauen, sich bilden und hängen lassen). Zum Studieninhalt nach dem Studienplan: Du gehst in Vorlesungen und liest Unmengen an Büchern und Aufsätzen. Das so Erlernte, wird in sog. Übungen und AGs (und später auch im Rahmen von Examens- und Klausurenkursen) bei der Beantwortung von Rechtsfragen in Klausurfällen angewandt (s.o. zu 1.). Außerdem schreibst du Haus- und Seminararbeiten und diskutierst dabei mit deinen Kommilitonen. Darüber hinaus verbringst du während des Studiums (in den Semesterferien) auch einige Monate mit Praktika juristischen Inhalts (z.B. in Kanzleien, Gerichten oder der Staatsverwaltung). Nach einigen Jahren folgen Examensvorbereitung und Staatsexamen, aber das ist ein anderes Thema. Was du nicht erwarten kannst, sind Laboraufenthalte, packende Experimente und ein besonderer Praxisbezug im Rahmen des Studiums. In diese Richtung geht es vor dem Referendariat nur bei ausreichender Eigeninitiative.

Wenn du dich für ein Jura-Studium interessierst, empfehle ich dir die Lektüre von Büchern zur Einführung ins deutsche Recht (z.B. von Gerhard Robbers). Sollte sich in deiner Umgebung eine juristische Fakultät befinden, kannst du auch mal in die ein oder andere Vorlesung (für Erst-/Zweitsemester) reinschnuppern. Und sprich ggf. mit dir bekannten Studenten (große Schwester von der besten Freundin?) und Praktikern (Anwälten, Richterinnen, etc.).

Neu ergänzt am 22.03.2016 um 18:12 Uhr

Antwort von Tamara 23.03.2016 17:42

Hey Janine,

die Frage kann man so ganz einfach leider nicht beantworten, es ist viel Typsache. Die Gesetze brauch man bspw nicht auswendig lernen und wo was steht, weiß man irgendwann automatisch. Es ist mehr die Sache, Strukturen und Zusammenhänge zu verstehen und an den richtigen Stellen anbringen zu können. Was weiß du schon über das Studium? Im Strafrecht sind es zB die Definitionen, die man können muss. Im Zivilrecht mehr Schemata und im Öffentlichen Recht etwas von beidem . Im Sozialrecht steht zB sehr viel im Gesetzt. Was man so genau können muss frage ich mich immer noch ; )

Was man dort macht: Je nach Uni ist die Unterrichtsart anders. Die Prüfungen sind schriftlich, man bekommt einen Sachverhalt und soll diesen in einem Gutachten lösen. Das lernt man in den ersten Semestern in den AGs, die parallel zu den Vorlesungen angeboten werden (in Freiburg zumindest, ich weiß nicht, wie das woanders ist). Es gitb diese drei großen Bereiche: Zivil, Straf und Öffentliches Recht, in denen man jeweils einen Kleinen und einen Großen Schein machen muss (setzt sich zusammen aus einer Hausarbeit während den "Ferien" und einer Klausur). Dazu kommen 12 Wochen Praktika, die auch in den "Ferien" zu machen sind. Man studiert sehr eigenverantwortlich, was zu letztendlich machst oder nicht, liegt an dir.
Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Wenn nicht, frag ruhig nochmal nach. Die Frage kann man schwer allgemein beantworten : )

Neu ergänzt am 23.03.2016 um 17:42 Uhr

Antwort von Julian 31.03.2016 22:06

Hallo Janine,

schön, dass du dich für das Jurastudium interessierst.

Tatsächlich muss man sich einiges an Wissen aneignen, um das Studium erfolgreich abschließen zu können. So sollte man einige Definitionen möglichst wörtlich parat haben, das stupide Auswendiglernen von Fakten spielt insgesamt aber eine eher nachrangige Rolle.

Im Laufe des Studiums wirst du dich mit den verschiedenen Rechtsgebieten (Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht) auseinandersetzen. In den Veranstaltungen (Vorlesungen, Übungen und Arbeitsgemeinschaften) werden einem die Anwendung und die Bedeutung der Gesetze erklärt und problematische Fallkonstellationen präsentiert, über deren "richtige" Lösung stark gestritten wird. Solche Meinungsstreits sind ein zentraler Bestandteil des Studiums. Hier wirst du dann mit dem Auswendiglernen konfrontiert.

Im Wesentlichen geht es aber auch darum die Systematik des Gesetzes zu verstehen und ein Gespür für juristische Zusammenhänge zu entwickeln. Dies wird durchweg in den Veranstaltungen geübt und anschließend in den semesterbegleitenden Klausuren abgefragt.

Besonders interessant am Jurastudium ist, dass es sich bei den besprochenen Fällen oft um reale Gerichtsentscheidungen handelt. Außerdem werden aktuelle gesellschaftliche Themen aufgegriffen, sodass der Bezug zur Praxis immer wieder hergestellt wird.

Während des Studiums beseht zudem die Möglichkeit, im Rahmen der verpflichtenden Praktika, früh einen Einblick in die verschiedenen Tätigkeitsfelder eines Juristen zu bekommen.

Als Jurastudent/in solltest du dich darauf gefasst machen, dass du einiges lesen, verstehen und tatächlich auch auswendiglernen musst. Auch solltest du logisch denken und Argumentationen stringent verfolgen können. Besonders wichtig ist jedoch, dass du eine gewisse Leidenschaft entwickelts und Spaß daran hast, umso leichter ist es das Studium erfolgreich abzuschließen.

Ich hoffe ich konnte dir behilflich sein.

Viel Erfolg bei der Studienwahl!

Julian

Neu ergänzt am 31.03.2016 um 22:06 Uhr