Jura

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Hi Laura,

Ist der Lernaufwand bei Jura mit dem des Medizinstudiums vergleichbar?

1 Antwort

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Laura

Antwort von Laura 28.07.2016 23:53

Hallo,

das ist natürlich etwas schwer zu sagen, da ich nicht Medizin studiere, aber für Jura muss man ab dem 2. Semester schon lernen. Aber ich glaube nicht, dass es mehr als als bei anderen Studiengänge ist. Medizin ist gerade in den ersten beiden Jahren vor dem Physikum ziemlich lernaufwändig. So etwas gibt es bei Jura erst während der Examensvorbereitung. Außerdem hat man keine richtige Klausurenphase, wie sie in anderen Studienfächern Standard sind, was das Lernen schon etwas entspannter macht. Andererseits hast du in den Semesterferien Hausarbeiten, wobei die Anzahl der zu schreibenden Hausarbeiten davon abhängig ist, wo du studieren möchtest.
Ob Jura und Medizin vergleichbar sind, kann ich nur schwer einschätzen.
Ich hoffe, ich konnte dir trotzdem ein bisschen weiterhelfen.
Grüße

Neu ergänzt am 28.07.2016 um 23:53 Uhr

Nachfrage von Vani 30.07.2016 00:48

Ist das Jurastudium wirklich so trocken wie oft behauptet wird? Was genau lernt man und wird auch viel auswendig gelernt oder ist der größte Teil das Anwenden (wenn man z.B. Fälle löst)?

Neu ergänzt am 30.07.2016 um 00:48 Uhr

Antwort von Laura 12.08.2016 13:30

Hallo,

Entschuldige, die verspätete Antwort.
Was macht man genau? In Jura gibt es grob 3 große Themengebiete: Strafrecht, Bürgerliches Recht und Öffentliches Recht. Unter Strafrecht kannst du dir wahrscheinlich noch am meisten vorstellen, es geht grob gesagt um Strafbarkeit von Personen. Bürgerliches Recht behandelt zum Beispiel das Zustandekommen eines Kaufvertragesund welche Rechte man als Käufer hat oder eben als Verkäufer hat. Die beiden Rechtsgebiete gefallen mir sehr gut, weil man viel Bezug zum 'normalen Leben' hat und alltägliche Dinge von einer ganz anderen Seite kennen lernt.
Öffenliches Recht ist da einbisschen anders, wie ich finde, aber auch sehr spannend. Dabei geht es viel um die Vorgänge innerhalb unserer Demokratie (Regierung, Behörden, Verhältnis Staat-Bürger usw.) und auch die Anwendung der Grundrechte.
In diesen Themengebieten hast du zu Beginn Vorlesung und zur Vertiefung AGs, in denen man dann direkt an Fällen übt. Aber auch in den Vorlesung werden reale (manchmal sehr skurrile ) Fälle vorgestellt um die Theorie noch zu veranschaulichen. Im weiteren Verlauf des Studiums werden die Themen dann vertieft, zum Beispiel habe ich gerade Verwaltungsrecht als Teil des Öffenltichen Rechts.
Man muss schon dieses Strukturierte Denken mögen, also so einbisschen wie in Mathe wo man eine Formel hat, die man dann auf verschiedene Sachverhalte anwendet. Aber das lernt man sehr schnell im Studium durch das viele üben an den Fällen.
Ich halte es für kompletten Blödsinn, dass Jura nur trocken ist und nur stupides Auswendiglernen. Mir hat man das auch die ganze Zeit gesagt. Am Ende ist es aber so, dass man so ziemlich bei jedem Studienfach Dinge auswendig lernen muss. So auch bei Jura. In Vorlesung und AGs wird viel an Fällen geübt um die Theorie zu veranschaulichen. Gerade in den Vorlesung werden reale (manchmal sehr skurrile ) Fälle vorgestellt und so wird Jura dann auch sehr pratktisch. Zudem hat man ja auch die Möglichkeit Praktika zu machen, um das Erlernte anzuwenden, und das war für mich sehr interessant und hat richtig Spaß gemacht.

Durch das viele Üben an Fällen lernt man natürlich auch schon vieles 'auswendig' und was dann noch nicht sitzt muss eben gelernt werden. Und Jura ist wie jedes Studienfach dann trocken, wenn man kein Interesse daran hat. Mir macht es Spaß und ich kann es empfehlen!

Liebe Grüße

Neu ergänzt am 12.08.2016 um 13:30 Uhr