Psychologie

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Hi Laura,

Hallo :-), ich war ganz lange und bin eigentlich immer noch sher angetan davon "Wirtschaftspsychologie" zu studieren. Allerdings habe ich nach vermehrter Recherche immer häufiger gelesen, dass es wohl mehr Sinn macht reine Psychologie zu studieren und sich dann gegebenenfalls dort auf den Schwerpunkt der Wirtschaftspsychologie zu konzentrieren. Scheinbar soll dieser Weg auch im späteren Berufsleben mehr Chancen erbringen. Kannst Du mir Da vielleicht weiterhelfen und aus Erfahrung(en) sprechen etc.? Grundsätzlich interessiert und reizt mich das interdisziplinäre an Wirtschaftspsychologie doch sehr und weiß nicht ob mir die reine Psychologie dann vielleicht sogar auch zu viel wird. Ab dem wie vielten Semester könnte man sich denn vertiefen? Vielen lieben Dank vorab schon mal, Madi

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Antwort von Laura 14.11.2016 15:42

Hallo Madi :)

Also im Bereich Wirtschaftspsychologie bin ich jetzt nicht der beste Ansprechpartner wenn ich ehrlich bin ;-). Aber ich versuche mal meine Erfahrungen zu erzählen. Ich habe ja in Frankfurt am Main an der Goethe-Uni studiert, sowohl den Bachelor als auch den Master. Im Bachelor konnte man glaube ich im 5. und 6. Semester jeweils 2 Schwerpunktseminare legen. Sprich man hatte 4 Schwerpunkte (Klinische, Neuro, Pädagogische und Arbeits- und Organisationspsychologie) und musste sich 2 davon aussuchen, welche man über beide Semester besucht. Im Master konntest du dich dann voll spezialisieren auf einen der 4 Schwerpunkte und bei Interesse einen anderen Schwerpunkt noch als Nebenfach belegen. Wenn du dich rein für das wirtschaftliche interessierst, würde ich fast sagen, dass es sich eher lohnt genau das an einer FH oder (falls möglich) an einer Uni zu studieren. Im Bachelor hat man damit nicht so viel zu tun tatsächlich. Es geht in erster Linie um Grundlagen, Theorien, sehr viel Statistik, Bio, Lerntheorie, Wahrnehmung etc. Wenn dich das ein wenig interessiert, dann ist es super. Oder du kämpfst dich durch, damit du dann deinen Master in dem Schwerpunkt machen kannst. Ich denke aber dass auch die Praktika unglaublich wichtig sind. Du kannst/musst 12 Wochen (in Frankfurt) absolvieren, die du schonmal in so einem Bereich machen kannst. Zusätzlich vielleicht eine Hilfskraft-Tätigkeit in dem Bereich, deine Bachelorarbeit in dem Bereich. Damit hast du schonmal viel abgedeckt.

Wie die Berufschancen aussehen kann ich dir gar nicht sagen. Aber ich habe viele Freunde, die mit mir den Bachelor gemacht haben und dann den Master in A&O und super Jobs haben!

Ich finde es auch gut sich mal das Vorlesungsverzeichnis der verschiedenen Unis anzuschauen und dann einzuschätzen ob es einen interessiert. Ich denke da wirst du auch schnell merken, bei was du begeistert bist. Ob es nun reine Psychologie ist oder gleich Wirtschaftspsychologie.

Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Erfolg bei deiner Entscheidungsfindung und hoffe, dass ich dir ein klein wenig helfen konnte :)

Viele Grüße, Laura

Neu ergänzt am 14.11.2016 um 15:42 Uhr

Nachfrage von Madeleine 16.11.2016 12:32

Hallo liebe Laura,

vielen Dank für Deine Nachricht, sie hat mir wirklich sehr weitergeholfen.
Mir ist der wirtschaftliche Teil insofern wichtig, da ich für 5 Jahre freigestellt bin per Wiedereinstellvertrag von der AUDI AG (habe dort meine Ausbildungzur Industriekauffrau).
Deswegen dachte ich, es wäre sinnvoller, neben dem für mich sehr interessanten Psychologischen Teil auch eben den wirtschaftlichen Aspekt mit zu studieren. Da ich mir durchaus vorstellen kann im Anschluss wieder zurück zur Audi bzw in die Wirtschaft zu gehen. Denn der Bereich Personalauswahl/ Coaching etc. interessiert mich aktuell doch sehr.
Da ich zeitlich begrenzt bin, wird es mir für einen Master während dieser Freistellungszeit nicht ausreichen. Außer ich entscheide mich dafür, vollständig bei Audi zu kündigen, damit ich das eben noch dranhängen kann. Das werde ich dann aber "spontan" sehen müssen.
Dadurch, dass ich mir eigentlich ziemlich sicher bin, wieder zur Audi oder einem anderen UN einzusteigen, ist es wohl schon sinnvoller, wenn ich direkt in die Richtung Wipsy gehe - da wie du sagst, wenig in diesem Bereich gemacht wird im Bachelor. Und da ich ja wahrscheinlich nicht dazu komme, mich im Master zu vertiefen.
Zumindest entnehme ich das jetzt mal so aus Deiner Antwort. :-)

Mich würde trotzdem interessieren, ob Du noch weisst, wie der NC damals bei Dir für Psychologie in Frankfurt lag?
Und kannst Du mir vielleicht sagen, ob es schwierig ist von Wipsy zur reinen Psychologie und andersrum zu wechseln, also gibt es dafür bestimmte Voraussetzungen?
Oder geht der Wechsel erst bzw. bis zu einem bestimmten Semster?

Vielen lieben Dank nochmal,

Mad

Neu ergänzt am 16.11.2016 um 12:32 Uhr

Antwort von Laura 20.12.2016 09:02

Hey, du sorry ich habe total übersehen, dass du nochmal geschrieben hast..

Also zu dem NC in FFM: leider weiß ich es nicht. Bei der Bewerbung dort ist es so, dass verschiedene Sachen in Punkte umgerechnet werden. Also deine Abinote gibt eine bestimmte Punktzahl (je besser, desto mehr Punkte), bestimmte Fächer in der Schule, soziales Engagement etc. Und dann gibt es eben einen Punktewert (jetzt mal ausgedacht 600) und alle die darüber liegen sind genommen. So verfahren sie auch bei der Studienplatzvergabe für den Master.

Das mit dem Wechseln verstehe ich gerade nicht ganz. Meinst du jetzt innerhalb der Uni oder von einer Uni zu einer anderen? Also wenn du dich für einen Schwerpunkt entscheidest, dann kann man diesen (zumindest bei uns) nicht mehr wechseln. Wenn du von einer Uni zu einer anderen wechselst geht das zwar, aber da muss man schauen was dir angerechnet wird und was du nachholen müsstest.

Liebe Grüße

Laura

Neu ergänzt am 20.12.2016 um 09:02 Uhr

Nachfrage von Madeleine 15.01.2017 09:58

Hallo Laura,

vielen Dank, dass Du Dir für meine Fragen Zeit genommen hast.
Du konntest mir wirklich sehr gut weiterhelfen. :-)

Beste Grüße und noch ein frohes neues Jahr,

Madi

Neu ergänzt am 15.01.2017 um 09:58 Uhr

Antwort von Maia 14.11.2016 21:05

Liebe Madeleine,

Ich studiere jetzt im 5. Semester Psychologie und mir ging es vor dem Studium ganz ähnluch wie dir. Ursprünglich wollte ich Wirtschaftspsychologie studieren, um dann später in die Richtung Coaching etc. zu gehen. Mittlerweile bin ich sehr froh darüber, einen anderen Weg gewählt zu haben. Es ist wirklich super, sich Psychologie als Ganzes anzugucken und am besten während des Studiums einige Prakika nebenbei zu machen. Ich muss ehrlich sein, dass ich mir mittlerweile gar nicht mehr sicher bin, ob ich überhaupt noch in die Wirtschaft gehen soll oder vielleicht doch den Master in Klinischer Psychologie zu machen.

Das mit dem spezialisieren ist nicht ganz richtig. Zumindest an meiner Uni nicht. Ich belege dieses Semester das Seminar Wirtschaft-, Arbeit- und Organisationspsychologie und nächstes Semester dann reine Wirtschaftswissenschaften. Nebenbei belege ich weiterhin Seminare wie Sozialpsychologie, Diagnostik etc. Im endeffekt kann ich es dir also wirklich empfehlen, zuerst reine Psychologie zu studieren. Deinen Master kannst du dann ja immer noch in Wirtschaftspsychologie machen ;)

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen :)
Liebe Grüße & viel Erfolg
Maia

Neu ergänzt am 14.11.2016 um 21:05 Uhr

Nachfrage von Madeleine 16.11.2016 12:39

Hallo liebe Maia,

Danke für Deine Antwort. :-)

Mir ist der wirtschaftliche Teil insofern wichtig, da ich für 5 Jahre freigestellt bin per Wiedereinstellvertrag von der AUDI AG (habe dort meine Ausbildungzur Industriekauffrau).
Deswegen dachte ich, es wäre sinnvoller, neben dem für mich sehr interessanten Psychologischen Teil auch eben den wirtschaftlichen Aspekt mit zu studieren. Da ich mir durchaus vorstellen kann im Anschluss wieder zurück zur Audi bzw in die Wirtschaft zu gehen. Denn der Bereich Personalauswahl/ Coaching etc. interessiert mich aktuell doch sehr.
Da ich zeitlich begrenzt bin, wird es mir für einen Master während dieser Freistellungszeit nicht ausreichen. Außer ich entscheide mich dafür, vollständig bei Audi zu kündigen, damit ich das eben noch dranhängen kann. Das werde ich dann aber "spontan" sehen müssen.
Meinst Du, es würde dann trotzdem Sinn machen meinen Bachelor in "Psychologie" zu machen, da ich mir die Schwerpunkte ähnlich auswählen kann?
Magst Du mir noch sagen, an welcher Uni du studierst und wie der NC für Psychologie dort liegt?

Vielen lieben Dank nochmal,

Madi

Neu ergänzt am 16.11.2016 um 12:39 Uhr

Antwort von Hanna 15.11.2016 18:08

Hallo Madeleine,

ich muss leider sagen, dass ich selbst wenig Ahnung habe, was Wirtschaftspsychologie angeht, weil das nie ein Bereich war, der mich besonders interessiert hat. Deshalb habe ich gerade mal eine Freundin gefragt, die, bevor sie zu Psychologie gewechselt hat, Wirtschaftspsychologie in Bielefeld studiert hat. Sie sagt, dass es auf jeden Fall sinnvoll ist, Wirtschaftspsychologie dann zu studieren, wenn man ganz sicher ist, dass man auch in die Wirtschaft möchte, da man hier viel zu BWL und VWL lernt. Wenn man sich eher offen halten will, was man später macht, ist Psychologie die bessere Wahl. Zu den Erfolgschancen weiß sie selbst wenig, die meisten, die mit ihr studiert haben, hätten entweder einen Master drangehängt oder seien direkt in Unternehmen eingestiegen und hätten auch gut Jobs gefunden. Du klingst auf jeden Fall so, als wäre dir der wirtschaftliche Bereich durchaus wichtig, daher muss dir bewusst sein, dass im Bachelor Psychologie ein sehr breiter Bereich abgedeckt wird. In Frankfurt ist das z.B. Pädagogische, Klinische, Neurowissenschaftliche und Arbeits- und Organisationspsychologie (was der WIrtschaftspsychologie recht nah kommt, hier geht es viel um Bewerberauswahl und Human Resources). Sich wirklich spezialisieren und den Fokus nur auf einen bestimmten Bereich legen, kann man eigentlich erst im Master (zumindest war das in Frankfurt so). Ich denke du könntest auch einen Master speziell in Wirtschaftspsychologie nach dem Bachelor dranhängen.

Es tut mir Leid, dass ich dir keine genaueren Tipps geben kann, aber ich hoffe, dass dir das trotzdem etwas weiterhilft. Wenn noch Fragen aufkommen, kannst du dich gerne nochmal melden.

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute!

Viele Grüße,

Hanna

Neu ergänzt am 15.11.2016 um 18:08 Uhr

Nachfrage von Madeleine 16.11.2016 12:25

Hallo liebe Hanna,

vielen Dank für Deine Nachricht und dass Du dich extra dafür bei Deiner Freundin kundig gemacht hast.
Deine Antwort hat mir wirklich sehr weitergeholfen.
Mir ist der wirtschaftliche Teil insofern wichtig, da ich für 5 Jahre freigestellt bin per Wiedereinstellvertrag von der AUDI AG (habe dort meine Ausbildungzur Industriekauffrau).
Deswegen dachte ich, es wäre sinnvoller, neben dem für mich sehr interessanten Psychologischen Teil auch eben den wirtschaftlichen Aspekt mit zu studieren. Da ich mir durchaus vorstellen kann im Anschluss wieder zurück zur Audi bzw in die Wirtschaft zu gehen. Denn der Bereich Personalauswahl/ Coaching etc. interessiert mich aktuell doch sehr.
Da ich zeitlich begrenzt bin, wird es mir für einen Master während dieser Freistellungszeit nicht ausreichen. Außer ich entscheide mich dafür, vollständig bei Audi zu kündigen, damit ich das eben noch dranhängen kann. Das werde ich dann aber "spontan" sehen müssen.
Dadurch, dass ich mir eigentlich ziemlich sicher bin, wieder zur Audi oder einem anderen UN einzusteigen, entnehme ich deiner Antwort, dass es dann wahrscheinlich schon am sinnvollsten ist, gleich Wirtschaftspsychologie zu studieren?
Da Du aber sagst, dass der Bachelor in Frankfurt dem recht nahe kommt, werde ich es aber wahrscheinlich dort auch mal mit meiner Bewerbung probieren.
Ist es schwer, dort einen Studienplatz zu erhalten? Weißt du noch, wie der NC damals bei Dir dafür lag?
Und dann hätte ich noch eine letzte Frage dazu :-): Ist es schwierig von Wipsy zur reinen Psychologie zu wechseln, also gibt es dafür bestimmte Voraussetzungen?
Oder geht der Wechsel erst bzw. bis zu einem bestimmten Semster?

Vielen lieben Dank nochmal,

Madi

Neu ergänzt am 16.11.2016 um 12:25 Uhr

Antwort von Hanna 16.11.2016 12:49

Hallo liebe Madeleine,

um kurz ein Missverständnis zu klären: ich meinte, dass Arbeits- und Organisationspsychologie (A&O) der Wirtschaftspsychologie am nächsten kommt, allerdings ist das in Frankfurt nur ein Teil des generellen Psychologiestudiums, den man, soweit ich weiß, in allen Psychologiestudiengängen, egal wo, bearbeitet. Das heißt nur, dass man neben Seminaren und Vorlesungen zu Pädagogischer, Neuro- und Klinischer Psychologie eben auch einige Veranstaltungen zu A&O hat, aber das nicht eigenständig studieren kann. Im Master könnte man im Rahmen des generellen Psychologiestudium dann seinen Schwerpunkt darauf setzen, im Bachelor ist das allerdings noch nicht möglich. Den Studiengang der Writschaftspsychologie gibt es in Frankfurt nicht. (Trotzdem nochmal zum NC: der lag bei mir - vor 5 Jahren - bei 1,3). Ich denke, du müsstest dir überlegen, ob du dir vorstellen kannst, auch Interesse für die anderen Bereiche aufbringen zu können, die im allgemeinen Psychologiestudium gelehrt werden. Denn A&O war im Bachelor wirklich nur ein kleiner Teil.

Du klingst relativ überzeugt von der Wirtschaftspsychologie, daher könntest du mal schauen, wo man das studieren kann (da gibt es so Broschüren z.B. beim Arbeitsamt, in denen alle Studiengänge stehen mit den Orten, an denen sie angeboten werden). Darmstadt und Bielefeld sind Städte, von denen ich weiß, dass sie Wirtschaftspsychologie anbieten. Weiterhin könntest du dich über Angebote von Fernunis informieren, falls so etwas für dich in Frage kommt. Im Endeffekt kannst du nur entscheiden, was für dich der richtige Studiengang ist, also überleg dir nochmal, ob die anderen Themenbereiche (Pädagogische, Klinische, Neuro...) für dich in Frage kämen. Wenn nicht, ist Wirtschaftspsychologie wahrscheinlich passender für dich.

Zum Wechsel von Wirtschaftspsychologie in "normale" Psychologie: Dazu weiß ich nur, wie das damals bei meiner Freundin war. Man kann davon ausgehen, dass es von Uni zu Uni variiert, aber bei ihr lief das relativ glatt ab. Ich glaube, sie hat einige Veranstaltungen aus ihrem alten Studium angerechnet bekommen und musste somit nicht ganz von vorne beginnen und kam nach ca. einem Jahr Studium zu uns. Die anderen Veranstaltungen musste sie natürlich nachholen. Mehr weiß ich dazu leider nicht, außer, dass unterschiedliche Unis unterschiedliche Veranstaltungen anerkennen.

Nochmal als Hinweis, weil das viele immer wieder überrascht: In Psychologie macht man sehr viel Statistik, das ist wahrscheinlich in Wirtschaftspsychologie genauso wie in Psychologie generell. Das geht aber auch irgendwann vorbei :)

So, ich hoffe, das hat dir nochmal was gebracht! Ich bin offen für weitere Fragen, falls sich noch welche ergeben!

Viele Grüße,

Hanna

Neu ergänzt am 16.11.2016 um 12:49 Uhr

Antwort von Kristian 15.11.2016 22:12

Hallo Madi,

als Psychologe muss ich antworten: Es kommt darauf an. Und zwar, was Du dann später genau machen willst. In die Forschung gehen? Ins Unternehmen in die HR-Abteilung? Oder doch lieber Personalentwicklung? Talent Management? Im Unternehmen etwas ganz anderes arbeiten?

Wenn man früh weiß, in welche Richtung man gehen möchte, kann man sich, denke ich zumindest, bereits früh in diese Richtung auch begeben. Ich persönlich wusste es nicht so genau, habe allgemeine Psychologie studiert und arbeite nun in der Marktforschung. Um ehrlich zu sein, kenne ich mich mit reinen wirtschaftspsychologischen Studiengängen gar nicht aus. Wo gibt es die denn überhaupt? Ich muss aber sagen, dass die Universität viel wichtiger ist als der Studiengang selbst - wie gut ist die Betreuung, wie ist das Umfeld? Wenn Du Dir die Studienpläne genauer anguckst, wirst Du auch sehen, ab wann eine Vertiefung möglich ist und in welchem Umfang überhaupt. Ich hatte spätestens ab dem 3. Semester Wahlpflichtfächer, war mit den Auswahlmöglichkeiten nicht sehr zufrieden - es gab nur 4 Optionen und man musste zwei davon wählen... Meine Interessen habe ich dennoch verfolgt, z.B. durch Praktika und Nebensjobs (HiWi-Stellen, etc.). Im Master habe ich mich dann für einen spezifischeren Studiengang entschieden.

Fazit: Viel kann ich konkret nicht sagen, aber ich hoffe, ich kann dennoch ein wenig helfen.

VG und viel Erfolg!

Kristian

Neu ergänzt am 15.11.2016 um 22:12 Uhr

Nachfrage von Madeleine 16.11.2016 12:36

Hallo Kristian,

vielen Dank für Deine Nachricht!
Prinzipiell habe ich schon genaue Vorstellungen wo es ungefähr nach dem Studium mit mir hingehen soll.
Denn ich bin für 5 Jahre freigestellt per Wiedereinstellvertrag von der AUDI AG (habe dort meine Ausbildung zur Industriekauffrau absolviert).
Deswegen dachte ich, es wäre sinnvoller, neben dem für mich sehr interessanten Psychologischen Teil auch eben den wirtschaftlichen Aspekt mit zu studieren. Da ich mir durchaus vorstellen kann, im Anschluss wieder zurück zur Audi bzw in die Wirtschaft zu gehen. Denn der Bereich Personalauswahl/ Coaching etc. interessiert mich aktuell doch sehr.
Da ich zeitlich begrenzt bin, wird es mir für einen Master während dieser Freistellungszeit nicht ausreichen. Außer ich entscheide mich dafür, vollständig bei Audi zu kündigen, damit ich das eben noch dranhängen kann. Das werde ich dann aber "spontan" sehen müssen.
Was würdest sagen, wenn Du das jetzt mit Deinem Studium vergleichst? Macht es dann überhaupt Sinn, rein in die Psychologie zu gehen - oder sollte ich mich dann doch eher wie bisher an der Wirtschaftspsychologie orientieren?

Vielen lieben Dank nochmal,

Mad

Neu ergänzt am 16.11.2016 um 12:36 Uhr

Antwort von Kristian 23.11.2016 21:24

Hallo Madi,

schwierige Frage. Ich tendiere zu einem Studium der Wirtschaftspsychologie, ja sogar etwas noch Spezialisierteres, da du konkrete Vorstellungen hast. Mit einem allgemeinen Psychologie-Studium bist du da glaube ich nicht so gut bedient. Informiere dich sehr konkret über Studieninhalte und schaue dir Bewertungen von Universitäten und den Studiengängen selbst.

Viel Erfolg!

Gruß

Kristian

Neu ergänzt am 23.11.2016 um 21:24 Uhr

Antwort von Lea 18.11.2016 08:13

Hallo 😊

ich mache selber kognitive Neurowissenschaften als Schwerpunkt, deshalb kann ich dir nur sagen, dass es von Uni zu Uni unterschiedlich ist, wie viele und wann man Fächer frei wählen kann. In Münster betrifft das im Bachelor nur ein paar Seminare, dafür kann man dann den Master komplett nach seinem Schwerpunkt wählen. Also in dem Fall den Wirschaftspsychologie-Schwerpunkt.

Neu ergänzt am 18.11.2016 um 08:13 Uhr

Antwort von Martin 26.11.2016 22:42

Hi Madeleine,

ich würde dir ebenfalls empfehlen Psychologie allgemein als universitären Studiengang zu studieren und dich dann in Wirtschaftspsychologie zu vertiefen. An Fachhochschulen ist die Lehre praxisorientiert, was tatsächlich sehr sinvoll ist, vor allem wenn man beabsichtigt, nach dem Studium in Unternehmen tätig zu sein. Der Nachteil einer derart spezialisierten und eingegrenzten Studienrichtung ist der, dass du damit die Chance einer späteren beruflichen Umorientierung minimierst. Des Weiteren stellt das Bachelorstudium eine grundlagenorientierte Wissensvermittlung dar, d.h. dass du dir keine Sorgen machen musst, dass die Wirtschaftspsychologie in diesem Rahmen zu kurz kommt. Das Modul wird genauso behandelt wie das der klinischen oder biologischen Psychologie, also tendenziell oberflächlich bzw. in seinen wesentlichen Paradigmen. Auf diese Weise kannst du dir ein umfangreiches und vielseitiges Bild der Psychologie und seiner Subdisziplinen aneignen und hast dadurch die Möglichkeit, verschiedene Ansichten, Denkweisen, Methoden und Theorien miteinander zu verknüpfen sowie diese in Relation zu setzen. Du hälst dir somit auch ein weiteres Spektrum an Möglichkeiten offen und erweiterst deinen Horizont. Nicht selten kommt es zu einer Umorientierung bereits im Verlauf des Studiums. Im Anschluss an das Bachelorstudium kannst du dich in WAO (Wirtschafts-, Arbeits- und Organisationspsychologie) spezialiseren und in diesem Bereich deinen Master machen. Damit erhöhst du auch deine beruflichen Chancen, da der Bachelor in der Regel nicht als ausreichend angesehem wird.

Hoffe, dir behilflich gewesen zu sein und viel Erfolg in deinem weiteren akademischen Werdegang.

Liebe Grüße

Martin

Neu ergänzt am 26.11.2016 um 22:42 Uhr

Nachfrage von Madeleine 28.11.2016 20:25

Hallo Martin,

vielen Dank für Deine informative und hilfreiche Nachricht :-)

Mir ist der wirtschaftliche Teil insofern wichtig, da ich für 5 Jahre freigestellt bin per Wiedereinstellvertrag von der AUDI AG (habe dort meine Ausbildung zur Industriekauffrau absolviert).
Deswegen dachte ich, es wäre sinnvoller, neben dem für mich sehr interessanten Psychologischen Teil auch eben den wirtschaftlichen Aspekt mit zu studieren. Da ich mir durchaus vorstellen kann im Anschluss wieder zurück zur Audi bzw in die Wirtschaft zu gehen. Denn der Bereich Personalauswahl/ Coaching etc. interessiert mich aktuell doch sehr.
Da ich zeitlich begrenzt bin, wird es mir für einen Master während dieser Freistellungszeit nicht ausreichen. Außer ich entscheide mich dafür, vollständig bei Audi zu kündigen, damit ich das eben noch dranhängen kann. Das werde ich dann aber "spontan" sehen müssen.
Würdest Du es trotzdem als sinnvoller betrachten, obwohl ich mir eigentlich recht sicher bin wieder bei Audi oder einem anderen UN einzusteigen, erstmal die reine Psychologie zu studieren?

Vielen lieben Dank nochmal,

Madi

Neu ergänzt am 28.11.2016 um 20:25 Uhr

Antwort von Martin 30.11.2016 12:52

Hey Madeleine,

ich sehe, dass du bereits sehr konkrete Vorstellungen hast und dass sich in diesem Bezug ein Studium der Wirtschaftspsychologie eher rentieren würde. Dennoch solltest du dir darüber im Klaren sein, dass ein Bachelorstudium nicht ausreichend sein kann (in Psychologie allgmein). Erst im Master spezialisierst du dich beispielsweise auf einen bestimmten Bereich der Wirtschaftspsychologie, auch wenn du im Bachelor Wirtschaftspsychologie studierst. Insbesondere in der Wirtschaftsbranche ist die Konkurrenz sehr hart, daher solltest du dir so viel Qualifikationen aneignen wie nur möglich. In diesem Sinn ist ein Masterstudium unausweichbar. In meinem Studium hatte ich bereits diverse Zusatz-Veranstaltungen mit Psychologen aus dem Wirtschaftswesen, diese waren alle mind. Masterabsolventen oder sogar Doktoren. Gegen genau diese müsstest du dich in deiner späteren Bewerbung behaupten.

Vielleicht käme ein Teilzeit-Masterstudium für dich in Frage, so dass du weiterhin bei Audi arbeiten und parallel dazu studieren kannst.

Viel Erfolg!

Liebe Grüße

Martin

Neu ergänzt am 30.11.2016 um 12:52 Uhr

Antwort von Gerald 20.12.2016 12:17

Hallo Madi,

leider habe ich mich dahingehend nicht selbst spezialisiert, sondern meine Schwerpunkte sind Klinische und Pädagogische Psychologie. Ich kenne ein paar Personen die, wie du es andeutest, auch von Wirtschaftspsychologie zu einem "allgemeinen" Bachelor gewechselt sind, weil es ihnen doch etwas speziell vorkam. Andersherum kann ich es natürlich nicht bewerten. Bei uns an der Uni Frankfurt hatte man glaube ich ab dem 4 Semester Arbeits & Organisationspsychologie (entspricht in etwa Wirtschaftspsychologischen Themen) und konnte sich dann nochmals dafür spezialisieren. Die eigentliche Spezialisierung erfolgt aber dann im Master. Der allgemeinere Bachelor ist breit gefächerter. Das ist von Vorteil, da du mehr Wissen hast, von Nachteil wenn dich das Meiste nicht interessiert. Ich würde hier vielleicht mal eine Bachelorordnung (z.B. der Uni Frankfurt) ansehen und die mit einer Bachelorordnung für Wirtschaftspsychologie vergleichen und schauen wie es für dich ist. Zum Teil haben manche nebenher auch noch Wirtschaftswissenschaften studiert oder dies als Mini-Nebenfach gemacht. Ich hoffe das konnte wenigstens etwas weiterhelfen. Von den Berufschancen kann ich dir leider nichts berichten diesbezüglich...

Neu ergänzt am 20.12.2016 um 12:17 Uhr

Antwort von Clara 20.12.2016 21:01

Liebe Madi,

entschuldige, dass ich so ewig nicht geantwortet habe!

Leider kann ich dir nicht allzu viel weiterhelfen, weil ich mich selbst für diesen Bereich nicht interessiere.

An der Goethe-Universität in Frankfurt hast du zumindest ein Semester eine Vorlesung in Arbeits- und Organisationspsychologie und kannst gegen Ende auch glaube ich ein oder zwei Seminare aus dem Bereich belegen. Im Master hättest du dann die Möglichkeit, A&O im Hauptfach zu belegen (und dann im Nebenfach pädagogische Psychologie, klinische Psychologie, Kognitions- und Neurowissenschaften). Ob jetzt das allgemeine Studium sinnvoller ist als ein direktes Wirtschaftspsychologie-Studium, weiß ich leider nicht. Aber so könntest du zumindest die anderen Bereiche doch nochmal kennenlernen!

Liebe Grüße,

Clara

Neu ergänzt am 20.12.2016 um 21:01 Uhr