Wie ist es Biochemie in Bochum zu studieren?

Profil von Carina

Hi Gregor,

Ich hätte da mal ein paar Fragen an Sie zum Studiengang von Biochemie im Rahmen einer schriftlichen Ausarbeitung für meine Schule. Ich hoffe Sie können mir meine Fragen beantworten,denn ich bin am Überlegen,ob ich Biochemie studieren soll an der Uni Bochum. So folgende Fragen habe ich:
Warum wäre es gut an der Uni Bochum allgemein zu studieren?
Was ist das Besondere an Bochum und gibt es bestimmte Voraussetzungen?
Was muss ich bei Biochemie in voraus mitbringen?
Wie sieht das Studium denn so aus?
Wie ist das Leben so in Bochum als Student?
Gibt es Strudiengebühren bzw. ist Bochum teuer (Lebenserhaltungskosten?
So das wäre die Fragen,ich hoffe inständig,dass Sie mir meine Fragen beantworten können,ich weiß es sind ganz schön viel.... :)

MfG, Käthe

1 Antwort

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Gregor

Antwort von Gregor 11.06.2014 21:29

Hallo Käthe,
fangen wir einfach mal direkt an. Biochemie ist ein schweres Studium aber auch ein sehr Schönes. Im Allgemeinen ist es ratsam, einen Chemie- oder Biologie LK gehabt zu haben. Weiterhin solltest du ein bisschen was in Mathe drauf haben und unter Umständen auch ein Verständnis für Physik besitzen. Physik hatte ich aber in der 10ten Klasse abgewählt und bin aber auch durch die Physikkurse gekommen. Das Selbe gilt im Allgemeinen auch für Biologie und Chemie. Ich kenne Kommilitonen die in der Schule noch nie etwas von DNA gehört hatten genau wie jene, die keine Ahnung von Chemie hatten. Du fängst in der Uni eigentlich nochmal bei 0 an und arbeitest dich langsam ein. Du musst nur in der Lage sein dich auf den Hintern zu setzten und was zu tun.
Der große Vorteil in Bochum ist der sehr große praktische Teil. Du hast sehr viele „Praktika“. Das heißt nicht, dass du von einem Betrieb in den nächsten geschickt wirst, so wie Praktika in der Schule kennengelernt hast, sondern praktische Anwendung. Du stehst also wirklich häufig im Labor und wendest in der Vorlesung gelernt Methoden an. Natürlich unter Anleitung und mit Hilfe von Assistenten aber eigentlich in Eigenregie. Du hast beispielsweise ein analytisch-chemisches Praktikum, indem du mit Hilfe von Manganometrie den Eisen(III)-Gehalt einer Probe misst oder ein biochemisches Praktikum in dem du den ATP-Gehalt einer Mäuseleber bestimmst. Im Grundstudium kriegst du einen Einblick in alle Naturwissenschaften: Du hast Mathe, Physik, analytische Chemie, organische Chemie, physikalische Chemie, Toxikologie, Biochemie und Biologie.
Im Master kannst du dich dann weiter spezialisieren und dich deinen Interessen entsprechend weiterbilden. Hier gibt es unterschiedliche Schwerpunkte, um einige zu nennen, Proteine, Neurowissenschaften, Stammzellen, Medizin […]
Bochum ist nicht erst seit gestern Studentenstadt sondern schon ein bisschen länger. Du hast nicht so große Probleme eine bezahlbare Wohnung zu finden wie z.B. in Berlin, Münster oder München. Das Ruhrgebiet ist im Allgemeinen nicht besonders teuer. Die Lebenserhaltungskosten halten sich auch im Rahmen und es ist fast egal wo die wohnst, ein Aldi, Penny, Rewe oder Kaufpark sind immer irgendwo in der Nähe. Die U 35 fährt quer durch Bochum und hält an der Uni. Ab und zu kommt es zwar zu unfreiwilligem kuscheln und wildfremden Leuten (die Bahnen sind zu Stoßzeiten äußerst voll) aber dafür kommt man recht fix zur Uni. Wenn man mal nicht lernt gibt es das Bermudadreieck, was eine Straße voll mit Kneipen, Bars und Pubs ist, wo man gerne und häufig die Abende verbringen kann. Weiterhin gibt es den eigentlich recht bekannten Prater. Das ist eine Großraumdisko. Weiterhin gibt es das Apartment 43 eine kleinere Disko im 9ten Stock eines Hochhauses. Wenn du es eher Alternativ magst, dann gibt es die Matrix, wo sich die Metallszene trifft oder den Untergrund, der besonders zur Euro 90 Trash-Party recht voll ist.
Der Biochemiker und auch der Chemiker an sich, du hast viele Kurse gemeinsam mit den Chemikern. ist sehr freundlich. Ich habe Freunde bei den Juristen, die erzählen, dass es da einen unheimlich großen Konkurrenzkampf untereinander gibt. Den gibt es bei den Biochemikern nicht. Wir werden später halt alle in der Wirtschaft und Forschung gebraucht. Es gibt einen wirklich guten Zusammenhalt untereinander und benötigte Skripte und Vorlesungsmitschriften werden gerne herumgereicht. Wenn du kein absolutes Arschloch bist, dann kommst du eigentlich mit den meißten Mitstudenten gut klar J Bei weiteren Fragen kannst du gerne Schreiben.
Beste Grüße Gregor

Neu ergänzt am 11.06.2014 um 21:29 Uhr