Tiermedizin

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Hi Simone,

Hallöchen! Ich mach nächstes Jahr mein Abi und werde wahrscheinlich keinen 1, irgendwas Schnitt schaffen, bin aber nicht schlecht in der Schule. Ich interessiere mich schon seit langem für Tiermedizin und hier ist auch schon meine Frage: Ist das Tiermedizin - Studium für Leute wie mich, die jetzt keinen 1, Schnitt haben, zu schwer oder wäre es einen Versuch wert? Was meint ihr? Vielen Dank schon mal im Vorraus für eure Antworten!! :)

5 Antworten

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Antwort von Simone 21.11.2016 17:40

Hallo Birte,

wenn dich das Studium/die Arbeit interessiert, dann ist es auf jeden Fall einen Versuch wert! Das das Studium zu schwer ist, wenn man keinen 1, Schnitt hat, würde ich nicht sagen, aber eventuell wird es schwieriger einen Studienplatz zu ergattern. Am besten informierst du dich bei hochschulstart.de über die aktuellen Zulassungsbedingungen der einzelnen Unis (in Deutschland: Leizpzig, Hannover, München, Berlin, Gießen). München z.B. geht nur nach dem Abi-Schnitt, aber in Hannover z.B. wird eine Art Motivationstest durchgeführt und Bewerbungsgespräche geführt. Was dir klar sein muss ist, dass du im Studium sehr viel in kurzer Zeit auswendig lernen musst, aber das hat meiner Meinung nach eher mit Motivation und nicht mit dem Notendurchschnitt zu tun!

Wenn du weitere Fragen hast, kannst du dich gerne nochmal melden!

Liebe Grüße

Simone

Neu ergänzt am 21.11.2016 um 17:40 Uhr

Antwort von Lea 21.11.2016 19:18

Hallo Birte, ich habe die Erfahrung gemacht, dass Schulnoten nicht viel darüber aussagen wie gut man in einem Studium ist. Entscheidend ist, ob man das Fach liebt und sich dafür interessiert. das gegeben ist wird man sich genug auf das Studium einlassen, genug Zeit investieren und fleißig genug sein um das Studium zu schaffen, da ist es ganz egal wie gut man in der Schule war.

Ich hoffe diese Antwort hilft dir:)

Neu ergänzt am 21.11.2016 um 19:18 Uhr

Antwort von Anna 22.11.2016 20:23

Hey Birte,

ich muss ehrlich sagen ich kenne den aktuellen NC für Tiermedizin nicht. Als ich angefangen habe (2011) war er gerade bei 1,8. Ich hatte einen Notenschnitt von 1,7 und bin somit problemlos reingerutsch. Das größte Problem ist es eigentlich einen Platz zu bekommen mit einem 2,x Schnitt. In den versch. Unis werden dir Punkte angerechnet für vorherige Berufsausbildungen. Ansonsten gibt es natürlich noch das Losen (muss man halt echt Glück haben!). Wartesemster sind im Prinzip nicht sinnvoll- 2011 waren es gerade 13 glaube ich oder so... also mehr als einmal das Studium.

Da ich gerade am Ende vom Studium bin (letztes Staatsexamen) habe ich einen rel guten Überblick über den Lernaufwand denke ich. Ich kann das Studium nicht mit gutem Gewissen weiter empfehlen um ehrlich zu sein. Aber ich weiß, dass es viele junge Mädchen gibt die das unbedingt studieren wollen um jeden Preis. Ich denke, dass es völlig egal ist, was du für eine Abi Note hast. Tatsächlich lernst du ja viel neues. (gut am Anfang auch Chemie, Physik und so Zeug, aber das geht vorbei). Was du bedenken musst ist, dass das ganze Studium im Prinzip darauf beruht, dass du dir 11 Semster lang Stoff bis zum umfallen reinpresst. Meine Abiprüfungen waren ein Witz gegen das erste Anatomie Testat nach 3 Wochen. Und da gibt es alle paar Wochen eines. Und dann noch jede Woche 1-2 Biochemie, Physio und Histo Testate... Das Studium ist sehr sehr viel auswendiglernen. Es ist denke ich völlig egal wie schlau du bist, solange dazu bereit bist für deinen Traum dein restliches Leben größtenteils aufzugeben und Tag und Nacht zu lernen. Bedenke aber, dass die Arbeitszeiten eines praktischen Tierarztes unter aller Sau sind gelinde gesagt, die Bezahlung erst recht. Die meisten bei uns wollen es trotzdem unbedingt. Wenn du mit dem Studium mal ins Labor willst oä (wie ich mitlerweile), macht es in meinen Augen mehr Sinn etwas Chemisch/Biochemisch/Biologisches zu studieren. Aber wenn du es trotzdem unbedingt machen willst, mach es auf jeden Fall.

Wenn du noch Fragen hast, gerne.

lg

Neu ergänzt am 22.11.2016 um 20:23 Uhr

Antwort von Elisabeth 22.11.2016 20:29

Hallo Birte,

Ich würde nicht sagen, dass die Schulnoten ausschlaggebend dafür sind, wie leicht/schwer man sich mit dem Studium tut. In meinem Bekanntenkreis sind Leute, die im Abi einen 2er-Schnitt hatten, und das Studium mit einer 1 vor dem Komma abgeschlossen haben, aber auch Leute, bei denen es genau andersrum war. Was man auf jeden Fall für das Tiermedizinstudium mitbringen sollte, ist viel Willenskraft und Durchhaltevermögen. Man muss bereit sein, kontinuierlich viel (auswendig) zu lernen. Ich kann nur für München sprechen, aber dort hatten wir im ersten Semester bereits nach zwei Wochen die erste Prüfung (ein sogenanntes Testat, d.h. eine mündliche Kurzprüfung, in der bestimmte Themen aus der Anatomie abgefragt werden) und dieser rote Faden zieht sich durch das gesamte Studium. In den meisten Semesterferien sind zum Beispiel größere Prüfungen angesetzt (Vorphysikum, Physikum, 1., 2. und 3. Examen), die sich über mehrere Wochen hinziehen. Man sitzt also wirklich viel am Schreibtisch und lernt, aber solange man dabei weiß, wofür man es tut, ist das machbar.

Eine andere Sache, die ich dir noch gerne ans Herz legen würde, weil ich mir damals vor dem Studium überhaupt keine Gedanken dazu gemacht habe und mich im Nachhinein gefreut hätte, wenn es jemand angesprochen hätte - die Arbeitsmarkt- bzw. Gehaltssituation von Tierärzten. Die sieht momentan leider nicht sehr rosig aus. Im Kleintierbereich liegt das Durchschnittsgehalt momentan bei 2300€ brutto, d.h. es landen monatlich weniger als 2000€ netto auf deinem Konto, von dem dann Miete, Essen, Auto,... bezahlt werden muss. Einen realistischen Überblick bietet z.B. der Artikel hier: http://www.wir-sind-tierarzt.de/2015/01/mindestlohn-fuer-tieraerzte/

Ich möchte dir das Tiermedizin-Studium auf keinen Fall vergraulen, wenn die "Nachteile" an diesem Traumberuf einen nicht abschrecken, sollte man es auf jeden Fall machen, denn es ist wirklich ein wunderschöner Beruf. Ich finde nur, dass man sich vorher ein realistisches Bild machen sollte, was einem nach dem Studium erwartet und ob man das zu den Bedingugen auch wirklich möchte.

Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen. :)

Liebe Grüße, Elisabeth

Neu ergänzt am 22.11.2016 um 20:29 Uhr

Antwort von Theresa 10.12.2016 22:49

Hallo Birte,

das Tiermedizinstudium ist auf jeden Fall ungemein lernintensiv. Klar haben mir das auch viele bekannte Tierärzte vor meinem Studiumsbeginn gesagt und ich war trotzdem erstmal überrascht und etwas überwälltigt wie viel Lernstoff es ist. Trotzdem finde ich, dass es auf Deine Motivation und Disziplien ankommt. Wenn du wirklich Tierärztin werden möchtest und dich zumindest die meisten Fächer interessieren, dann schafft man es sich auch da durchzubeißen. Und egal ob 1, oder schlechter... der Spagat zwischen Freunden/ Familie, Freizeit, Lernen, Arbeiten und Grundbedürfnissen stellt alle vor eine gewisse Herausforderung.
Das einzige Problem mit einem nicht sehr guten Abischnitt ist das Bewerbungsverfahren, aber versuchen kann mans immer und je nach Uni helfen da auch die Abifächer, Ortspräferenz etc ein wenig.

Neu ergänzt am 10.12.2016 um 22:49 Uhr