Meister oder Studium?

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Hi Aleksandar,

Hallo, ich stehe vor einem Problem. Ich habe die Chance meinen Meister zu machen, die Firma würde die Kosten dafür übernehmen. Hört sich ja alles schön und gut an, währen da nicht ein Paar Haken. Ich müsste 5 Jahre warten bis der jetzige Meister in Rente geht, und ich verliere von Tag zu Tag immer mehr die Lust an dem Job und denke mir jedesmal wofür habe ich mein Fachabitur gemacht? Genau um zu Studieren, nur ist mein Problem das ich Finanziell auf einen Festen Gehalt angewiesen bin. Jetzt kommt ein Duales Studium in Frage, was könnt ihr mir Empfehlen? Maschinenbau, Fahrzeugtechnik oder etwas in einem Komplett anderen Bereich? Ich bin eher der Technische Typ der gerne Bastelt und sich dafür interessiert wie etwas funktioniert.

3 Antworten

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Antwort von Aleksandar 02.01.2017 23:26

Hallo Stefan,

ob ein Studium wirklich das richtige für dich ist, hängt stark davon ab was du danach mit dem Studium anfangen willst und ob ein Studium das richtige für dich ist, um dein Ziel zu erreichen. Wie ich es aus deinem Text verstanden habe, willst du deine Karriere nun in eine andere Richtung lenken, weil dir dein bisheriger Job nicht mehr gut gefällt.

Ein Studium des Maschinenbaus bzw. der Fahrzeugtechnik führt dich auf die Laufbahn eines Ingenieurs. Nun stellt sich zunächst die Frage ob der Ingenieursberuf das richtige für dich ist bzw. auch ob du eine richtige Vorstellung dieses Berufs hast. Diese Fragestellung ist extrem wichtig, da der Weg zum erfolgreichen Ingenieursberuf doch sehr zeitintensiv ist, wenn man das bis zum Ende bringen will. Leider kenne ich viele Hobbybastler, die mit dem Maschinenbaustudium angefangen haben und es abgebrochen haben, da sie eine falsche Vorstellung von dem Studium hatten. Leider hat der Beruf (abhängig von genauer Disziplin) nicht immens viel mit Basteln zu tun. Technische Affinität ist nur eine Voraussetzung, die man als Ingenieur haben muss - die anderen Voraussetzungen sind eher akademischen Charakters. Aus diesem Grund, würde ich mich erstmal mit Studenten an der Dualen Hochschule (bspw. am Tag der offenen Tür oder Karrieremesse) abgleichen, um sicherzustellen, dass ich eine richtige Vorstellung von dem Beruf (d.h. auch die Zeit nach dem Studium und was alles ein Ingenieur von der Dualen Hochschule so machen kann) habe.

Zum Thema Maschinenbau oder Fahrzeugtechnik: hier würde ich allgemeinen Maschinenbau empfehlen, da die Fahrzeugtechnik eine Untermenge des Maschinenbaus ist, d.h. wenn du allgemeinen Maschinenbau studiert hast, dann kannst du dich in höheren Semestern auf Fahrzeugtechnik spezialisieren wenn du das später so willst. Wenn du aber nur Fahrzeugtechnik studierst, hast du dich schon am Anfang sehr eingeschränkt, also kannst du nur unter Umständen in eine andere Richtung des Maschinenbaus wechseln - ich bin immer dafür am Anfang viele Türen offen zu halten und dann gegen Ende wenn ich mehr Informationen habe, die "richtige Tür" zu wählen. In den ersten Semestern bzw. fast durch das komplette Bachelorstudium werden meistens nur Grundlagen gelehrt (zu Diplomzeiten hieß das auch "Grundstudium") - hier kannst du dich an die verschienen Bereiche "herantasten", um herauszufinden, welcher Bereich für dich der richtige ist.

Letzter Punkt noch: wie ich das von ein Paar Leuten an der Uni kenne, ist ein Meisterschein eigentlich ein sehr nützlicher Abschluss zu haben. Er kann auch als Einstieg in ein beliebiges Studium dienen (mehr Wert als das Fachabi) - zudem kannst du mit der Meisterprüfung alles Mögliche in deinem Fach damit anfangen - dieser Abschluss und das zugehörige Wissen könnten auch noch später sehr nützlich sein.

Ich hoffe ich konnte dir einbisschen helfen. Falls du noch Fragen hast, kannst du sie hier immer gerne stellen.

Neu ergänzt am 02.01.2017 um 23:26 Uhr

Antwort von Nicole 03.01.2017 08:38

Hallo Stefan,

ich bin mir nicht sicher, ob ich dir helfen kann. Die wichtigesten Punkte sind dir selber schon bewusst. Der Meister, bzw. ein Studium unterscheiden sich durch die Praxisnähe und durch die Selbständigkeit, mit der du das "Studium" durchziehen musst. Ich selber kenne natürlich nur das Studium. Über den Meister weiß ich sehr wenig. Ich möchte mal kurz auf die einzelnen Punkte von dir eingehen.

Wenn du die Lust an deinem Job verlierst (und auch nicht denkst, dass er mit der höheren Position wieder kommt), ist es natürlich schwierig. Wie lange wärst du denn in deiner jetzigen Firma gebunden, also könntest du eventuell nach dem Meister zeitnah wechseln?

Du solltest dir klar werden, auf wie viel Geld du angewiesen bist. Vlt. bekommst du schon elternunabhängiges BaFög? Wenn du dann deine jetzige Wohnung (falls vorhanden) kündigst und in ein WG-Zimmer ziehst, kannst du extrem Geld sparen. Auch ein Auto benötigt man als Student i.A. nicht. Du musst dir klar werden, ob du das möchtest. Geld verdienen könntest du auch in den Ferien, vielleicht sogar in deiner jetzigen Firma.

Auch mit dualen Studiengängen kenne ich mich kaum aus. Du solltest dir aber bewusst sein, dass du dich damit auch an eine Firma bindest (oft auch an einen Standort). Im Studium verändert man sich oft sehr stark, lernt viele neue Leute kennen, diese Bindung kann hinterher zu einem großen Problem werden.

Zu deinem letzten Punkt: Wenn du gerne bastelst, empfehle ich dir auf jeden Fall keine Uni, das sollte auch mit einem Fachabi eher schwer werden (möglich ist es natürlich). Hast du schon einmal über einen Techniker nachgedacht?

Meld dich doch gerne noch einmal. Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.

Neu ergänzt am 03.01.2017 um 08:38 Uhr

Antwort von Adam 03.01.2017 21:25

Hallo Stefan,

Eine Empfehlung ist schwierig auszusprechen. Sofern, wie du beschrieben hast, gerne bastelst, Hand anlegst und Spaß daran hast, machst du mit einem Maschinenbaustudium nichts falsch. Ein Maschinenbaustudium ermöglicht dir die Vertiefung in unterschiedliche Bereiche und bedeutet in der Regel eine größere Auswahl an Richtungen (Logistik, Wirtschaft, Entwicklung Software, Konstruktion, etc...). Wenn dich der Elektrotechnische Bereich mehr interessiert, kannst du auch in diese Richtung studieren.

Stell dir am besten folgende Frage: Wo siehst du dich in 5 Jahre (grob)? Woran hättest du Spaß? Anhand dieser Fragen kannst du ermitteln, welche Richtung für dich spannend ist (klassisch Maschinenbau/Anlagenbau, Werkstofftechnik, Informatik, Fahrzeugtechnik, Supply Chain Management, Lean Management, Fertigungsplanung, Instandhaltung, Betriebstechnik, etc.)

Ich bin mir nicht sicher, ob die Frage ausreichend beantwortet wurde, falls nicht einfach nochmal schreiben.


Schöne Grüße

Adam

Neu ergänzt am 03.01.2017 um 21:25 Uhr