Wie läuft der Auslandsaufenthalt beim Master Kunstgeschichte und Museologie ab?

Profil von Benjamin

Hi Maren,

Ich interessiere mich sehr für den Master "Kunstgeschichte und Museologie" in Heidelberg. Vor Allem zu dem Aufenthalt in Paris habe ich Fragen. Werden dort alle Lehrveranstaltungen auf Französisch abgehalten? Besuchen die deutschen Studenten Kurse mit französischen Muttersprachlern? Ich hatte noch nie eine fachwissenschaftliche Lehrveranstaltung auf Französisch, sondern nur Sprachkurse. Kann es mir dementsprechend auch passieren, dass (fehlende) Sprachkenntnisse eine Schwierigkeit bei den Klausuren und Hausarbeiten darstellen? Ich werde zwar in Französisch bis zum Sprachniveau C1 kommen und ein paar Monate im französischsprachigen Kanada verbringen, aber ich habe trotzdem Bedenken.
Weißt du außerdem, wie die Rate von Bewerbern zu Studienanfängern ist?
Vielen Dank im Voraus und schöne Grüße aus Nürnberg.

1 Antwort

Profil von Maren
Maren

Antwort von Maren 11.06.2014 21:29

Lieber Benjamin,

Für diesen Studiengang brauchst Du gute bis sehr gute Französischkenntnisse! Keine Ahnung, welchem Level meine Kenntnisse damals entsprachen, aber ich hatte 10 Jahre früher bereits ein Jahr in Frankreich zugebracht. Da das Jahr wirklich sehr hart ist, ist jeglicher Mangel an Sprachkenntnissen eigentlich nur hinderlich. Unmöglich wird es dadurch natürlich nicht, aber Du mußt von der ersten Stunde an voll dabei sein, um das Tempo durchzuhalten.

Jedenfalls finden ausnahmslos alle Lehrveranstaltungen auf Frz statt, ohne Rücksicht auf Ausländer. Und klar, die anderen Studenten sind hauptsächlich Muttersprachler oder ebenfalls aus dem Ausland.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das Jahr in Paris kein Zuckerschlecken darstellt. Die Mieten sind hoch, es handelt sich um eine Eliteschule, und Du wirst entsprechend die meiste Zeit mit Pauken verbringen und gut ins Schwitzen kommen. Das Niveau ist übertrieben anspruchsvoll und man hat eigentlich keinerlei Kontakt zu den Dozenten. Mit unserem Unisystem ist das nicht zu vergleichen. Im Normalfall wählst Du nicht einmal Dein eigenes Masterarbeitsthema...

Mich hat das Jahr in jedem Fall an meine Grenzen getrieben, und ich war von meinem Aufenthalt sehr enttäuscht, habe aber auch extrem interessante und anhaltende Freundschaften geschlossen. Das Jahr in Heidelberg ist die reinste Entspannung gegen Paris, Du hast zurück in Deutschland dann auch nicht mehr allzuviel zu tun als ein paar Scheine zu machen und Deine zweite Masterarbeit zu schreiben.

In jedem Fall weißt Du nach Deinem Abschluß, was Du geleistet hast ;-) Dem Lebenslauf setzt es sicher die Krönung auf, und die Deutschen stehen ja auf solche Extras bei der Einstellung. Kommt halt auch drauf an, was Du danach machen willst, ob es Dir das wert ist etc. Denn vor einem sei auf jeden Fall gewarnt (und das steht nicht in der Hochglanzbroschüre): Es kann teuer werden, wenn Du das Jahr nicht bestehst (ist alles bereits vorgekommen), da Du das Stipendium dann zurückzahlen mußt, wenn Du abbrichst. Oder es kostet eben Zeit, wenn Du weitermachst und das Jahr wiederholst. Dann kriegst Du das Stipendium sogar weiter. Nur: Nach einem Jahr an der Ecole haben die Wenigsten Lust, weiterzumachen.

Die Rate in meinem Jahrgang (2010-2012) war in etwa 40:8 (also 8 aus 40 Bewerbern wurden genommen). Ich denke, das variiert aber von Jahr zu Jahr.

Gerne stehe ich Dir für weitere Fragen zu Verfügung.

Beste Grüße,
Maren

Neu ergänzt am 11.06.2014 um 21:29 Uhr