Wie kamst du zu deinem Studium?

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Hi Carina,

Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir ein,zwei Fragen zu deinem Studiengang beantworten könntest!
Kurz zu mir: ich habe letztes Jahr mein Abi gemacht (1,9), hatte Biologie als LK und hatte in der Oberstufe auch immer sehr gute Noten. Warum ich mir überlege vielleicht auch Umweltnaturwissenschaften zu studieren ist, weil ich mich sehr für die Kreisläufe in der Umwelt interessiere, wie sie aufgebaut ist, und wie wir sie in Zukunft schützen können. Auch interessiere ich mich für Umweltrecht und Tierwissenschaften, obwohl cih weiß, dass zweiteres wahrscheinlich eher nicht unbedingt in diesem Studium Thema ist.
Also, von dem was du jetzt in Kürze von mir weißt, würdest du sagen, ich könnte mit dem Studium das Richtige wählen? Was mich noch unsicher macht, ist, dass ich Physik und Chemie nur bis zur 10 hatte und auch eher schlecht war. Und es würde mich interessieren, inwieweit man viel Zeit im Labor verbringt.
Vielleicht würde es mir helfen, wenn du beschreiben könntest, wie du zu dem Studiengang gekommen bist, warum du dich für diese Uni entschieden hast und inwieweit deine Vorstellungen von dem Studium der Wahrheit entsprochen haben?
So jetzt habe ich glaub ich erst einmal genug geschrieben. Du würdest mir echt sehr mit einer Antwort helfen!
Liebe Grüße

1 Antwort

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Carina

Antwort von Carina 11.06.2014 21:29

Hallo Louisa,
klar kann ich dir deine Fragen beantworten.

Prinzipiell kann ich dir empfehlen, dich auch der Homepage der Universität Tübingen bzw. des Fachbereichs Geowissenschaften umzuschauen, wo du auch den Studiengang Umweltnaturwissenschaften findest: http://www.geo.uni-tuebingen.de/index.php?id=4027&L=0
Dort findest du auch einen Info-Flyer und das Modulhandbuch, welche alle Pflichtfächer auflisten. Dabei handelt es sich um Mathematik (1+2), Physik (1+2), Allgemeine Chemie, Physikalische Chemie, Grundlagen der Ökologie, Grundlagen der Biologie, Geomikrobiologie, Systemanalyse, Umweltsysteme, Dynamik der Erde, Organische Chemie, Analytische Chemie, Biogeochemie, Umweltanalytik, Umweltphysik (1 + 2), Geophysik (1+2), Stoffkreisläufe, Grundwasserhydrologie, das große umweltnaturwissenschaftliche Feldpraktikum und dann 30 CPs in Wahlpflichtfächern.

Im biologischen / ökologischen Bereich sind nur 12 CPs vorgeschrieben (180 CPs umfasst das ganze Studium). Umweltrecht und Tierwissenschaften sind in dem Studium im Pflichtbereich nicht abgedeckt, du kannst aber im Wahlpflichtbereich beispielsweise Zoologie, Botanik und Umweltrecht belegen. Kreisläufe in der Umwelt sind definitiv Thema im Studium, Umweltschutz nur am Rande. Wenn du sagst, dass Chemie und Physik nicht ganz so deins ist, sei gewarnt! Ich würde sagen, der Bachelor Umweltnaturwissenschaften setzt sich zusammen aus 30% Chemie, 30% Physik, 10% Modellierung/Mathe/Statistik, 10% Geowissenschaften, 10% Biologie/Ökologie, 10% sonstiges (auch je nach Wahlfächern). Man verbringt auch einige Zeit im Labor, zur Allgemeinen Chemie-Vorlesung gehört ein Praktikum, ebenso zur Organischen Chemie, zur Umweltanalytik und zu Umweltphysik 1. Insgesamt stand ich, hatte ich mir mal ausgerechnet, über 30 „Tage“ im Labor während meines Studiums.

Zu mir: Ich hatte angefangen, Umweltingenieurwissenschaften zu studieren und habe festgestellt, dass ich die Naturwissenschaften vermisse und mich nach einem interdisziplinären Studiengang umgeschaut. Umweltnaturwissenschaften gibt es in Deutschland nur in Freiburg und Tübingen, allerdings ist der Studiengang in Freiburg anders aufgestellt (eher in eine forstwissenschaftliche Richtung), deshalb habe ich mich für Tübingen entschieden. Insgesamt bin ich zufrieden gewesen, auch wenn es schon den einen oder anderen Moment gab, wo man sich durchbeißen musste. Das gilt aber in allen naturwissenschaftlichen Studiengängen und dass habe ich so auch schon von Pharmazeuten, Informatikern und Physikern gehört. Ansonsten ist Tübingen ne schöne Stadt, die Uni ist gut, und alle Leute am geowissenschaftlichen Institut sind sehr freundlich.

An deiner Stelle würde ich mir auch mal den Studiengang Geoökologie in Tübingen anschauen, der geht nämlich eher in die Richtung Biologie / Umweltschutz: http://www.geo.uni-tuebingen.de/index.php?id=488
Im 1. Semester sind die beiden Studiengänge Geoökologie und Umweltnaturwissenschaften sogar identisch aufgebaut, so dass du nach einem Semester i.d.R. problemlos wechseln kannst (da i.d.R. nach dem 1. Semester in beiden Studiengängen mehrere Leute abbrechen und so Plätze frei werden). Umweltnaturwissenschaften und Geoökologie sind quasi Schwesternstudiengänge, die am Anfang sehr ähnlich sind und sich dann voneinander weg entwickeln, wobei man auch immer wieder gemeinsame Veranstaltungen hat. Vorsicht: andere Geoökologie-Studiengänge an anderen Universitäten (z.B. Bayreuth) ähneln eher dem Studiengang Umweltnaturwissenschaften in Tübingen.

Woher kommst du denn? Vielleicht solltest du auch einfach mal nach Tübingen kommen und dir ein paar ausgewählte Vorlesungen anschauen. Allerdings ist jetzt gerade bis Anfang April vorlesungsfreie Zeit.

Schreib mir gerne, falls du noch weitere Fragen hast.
Liebe Grüße
Bettina

Neu ergänzt am 11.06.2014 um 21:29 Uhr