Wie ist das Studium so?

Profil von Carina

Hi Peter,

Ich hätte ein paar fragen bezüglich deines studiums :)
wie findest du es? (wie fair werden die prüfungen gestellt, wie viel wir auf die studenten eingegangen..) woraus besteht dein studium? wie viel film im vgl zur wirtschaft und welche fächer lernst du noch?
ist es schwer angenommen zu werden, bzw wie viele kommilitonen hast du in deinem studiengang & jahrgang ca? und schlussendlich, wird sehr viel kenntnisse im bereich film vorausgesetzt oder reicht ein interesse und grundlagen kenntnisse aus?
liebe grüsse
clara

1 Antwort

Profil von Peter
Peter

Antwort von Peter 11.06.2014 21:29

hallo clara!
es ist etwas schwerer hier angenommen zu werden. für regie waren es 2500 bewerbungen für 8-9 plätze. für produktion weiss ich es nicht - dürfte aber einfacher sein. insgesamt waren wir 12 leute für produktion, für das eingehen auf den einzelnen ist also mehr platz, als sonst wo.

auch kannst du nicht das studium mit einer gewöhnlichen einschreibung an der juristischen fakultät vergleichen. man rennt die ganze zeit durchs ganze haus und sucht leute für die eigenen projekte, kennt irgendwann fast jeden studenten persönlich.

die dozenten sind z.b. jan kromschröder (geschäftsführer ITV, also federführend für das perfekte dinner, das dschungelcamp, und die gefängnisarzt serie, die bald auf rtl kommt) und martin hagemann (schau dir den trailer zu "das turiner pferd" mal an, dann kannst du ihn einschätzen). also ein breites spektrum an leuten, die auch alle direkt aus dem tagesgeschäft kommen - und nicht (wie sonst so oft an kunsthochschulen) frustrierte versager sind, die sonst nirgends einen job bekommen.

zur vorerfahrung: ja, du brauchst sie. in welchem maße kann ich nicht eindeutig beantworten. ich habe davor bereits 1,5 jahre als junior producer gearbeitet, ein anderer hatte eine abgeschlossene medienbuchhalter ausbildung (oder sowas), während eine dritte nur mal praktikantin am set in münchen gewesen war. es kommt eher auf dich an, und dass du die branche richtig wahrnimmst - egal aus welcher perspektive.

die einzigen fächer, die wir tatsächlich klassisch hatten waren BWL und BRW im grundstudium. beim rest der vorlesungen stellst du dich eher auf deinen dozenten ein. wir hatten z.b. "dramaturgie" bei jan kromschröder, aber behandelt haben wir nur fernsehquoten und senderausrichtungen und -entwicklungen.

das studium leitet dich nicht in eine bestimmte richtung, du solltest vorher wissen als was du rauskommen willst (haha, klar, weiß doch jeder bereits seit dem er 16 ist, oder?!). die kontakte, die erfahrung aus erster hand und theorie stets an praxis gebunden - das alles kriegst du hier. du darfst nicht zart und nicht schüchtern sein. und niemals den luxus verlangen dein handy auszumachen. denn die hff ist keine filmarche in berlin und keine SAE - hier werden tatsächlich filme gemacht für echtes geld und kommen in echte kinos.

vergiss prüfungen. das notenspektrum hier ist zwischen 1 und 3. das abschlusszeugnis kannst du als fliegenklatsche besser einsetzen als zu einer bewerbung. nach deinem studium kennst du alle wichtigen entscheider in den babelsberger filmstudios oder bei den sendern - falls du nicht 8 semester schüchtern in der ecke gestanden bist. ich musste noch niemals für einen job mein abi-zeugnis oder hff-diplom zücken. es gilt persönlichkeit und cocktail-abend standhaftigkeit.

falls dich die hff interessiert, solltest du dir auf jeden fall auch die ludwigsburger film-akademie anschauen.

achso und wenn du regie studieren willst, dann halte dich bloß fern von unserer HFF - es sei denn du willst depressive ost-block-kindheit-trauma-aufbearbeitungsfilme drehen.

lg!

hoffe die wirre antwort konnte dich ein wenig.

Neu ergänzt am 11.06.2014 um 21:29 Uhr