Studium ohne Liebe zu Physik/Chemie, dafür mit Hund

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Hi Taher,

ich habe mein Abi ohne großen Lernaufwand mit 1,0 bestanden und mich für Psychologie und Medizin beworben, da ich u.a. gerne Landärztin werden würde. Bis jetzt waren Fremdsprachen immer das, was mich am meisten interessiert und was mir am meisten gelegen hat, aber habe keinen diese einbindenden Studiengang gefunden, der mir gefällt. Daher meine zwei Fragen:

Ich habe Chemie und Physik früh abgewählt, aber ein 1er-Abi in Biologie gemacht. Ist das Medizinstudium ohne wirkliche chemische/physikalische Vorkenntnisse noch realistisch? Und wie sehr muss man auf Formeln etc. stehen? Hast du Kommilitonen, die auf dem Gebiet am Anfang nicht sehr bewandert waren?

Außerdem habe ich einen jungen Hund (sind schon in die Studienstadt gezogen, habe zwei nette Hundebesitzer in direkter Nähe, die sich um ihn mal kümmern würden). Ich stelle mir das schwierig vor, was das Zeitmanagement betrifft, aber wie viel Freizeit hat man als Medizinstudent wirklich? Und wenn man 7 Minuten mit dem Fahrrad zur Uni braucht, wie oft am Tag schafft man es nach Haus, ist der Stundenplan relativ regelmäßig?

Vielen Dank im Voraus und viel Erfolg bei dem, was du gerade machst.

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Antwort von Taher 19.07.2014 03:18

Hi,

herzlichen Glückwunsch zum grandiosen Abitur.

Zum Medizinstudium allgemein: es geht wirklich mehr um Biologie, als um Chemie und insbesondere um Physik. Chemie kann man sich schnell beibringen und es ist auf einem weitaus niedrigerem Niveau als in der Schule! Und in Biochemie später wird es so interessant, dass es dir Spaß bringen wird. Also du wirst es, genau wie viele andere, z.t. auch Menschen, die mehrere Jahre keine Schule mehr hatten, meistern. Davon bin ich überzeugt.

ich kann die andere Frage nur für Marburg und Hamburg beantworten. Es ist so, dass der iMed Studiengang sehr vorgegeben ist, du hast hier wirklich wenig Freizeit. Das Studium mit den Vorlesungen, Seminaren nimmt viel Zeit in Anspruch, aber auch das Lernen ist nicht zu vernachlässigen, wenn du denn eine Studentin sein willst, die nicht beten muss, jede Prüfung zu bestehen. Nichtsdestotrotz: du hast fast immer eine Stunde oder länger Mittagspause. Und zwischendurch auch immer Pausen. DeinTag geht im schlimmstenfall bis 16 oder 17h. Zu den vorlesungen kannst du auch wegbleiben, die sind keine Pflicht. Die meisten gehen aber hin. Also könntest du dich da auch um Hundilein kümmern. Es schaffen auch Frauen mit Kindern, wieso solltest du das nicht schaffen. Und auch einen Nebenjob haben einige. Es ist nur eine Frage der Organisation. Und dass du mich jetzt fragst, zeigt dass du dir im voraus Gedanken machst.

In Marburg ist es anders, da hat man schon mehr Möglichkeiten, aber da gibts auch das Physikum das in Hamburg dann äquivalent geprüft wird. In hamburg gefällt es mir besser.

wenn du noch fragen hast, her da mit. Ich bin übrigens im 10. semester und lerne für das Examen :)

Neu ergänzt am 19.07.2014 um 03:18 Uhr

Nachfrage von Salome 21.07.2014 23:20

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! :-)

Kannst du mir vielleicht noch einen typischen Tagesablauf schildern? Und weißt du, wie es in den höheren Semestern und während des Facharztes mit richtigen Schichtdiensten aussieht? Gibt es da Tage, an denen man ununterbrochen in der Klinik ist, auch wenn man sich direkt danach niederlassen möchte? Vor allem wie viele Tage wie diese hast du bis jetzt erlebt?

Viele Grüße, Salome

Neu ergänzt am 21.07.2014 um 23:20 Uhr

Antwort von Taher 22.07.2014 14:59

Hi,

ja gerne beantworte ich dir deine Fragen:

Kannst du mir vielleicht noch einen typischen Tagesablauf schildern?

- Vormittags sind meistens die Vorlesungen, davon hast du eine bis drei in unterschiedlichen Fächern. Dann hast du meist eine Mittagspause und danach ein Praktikum (da macht ihr zum Beispiel Versuche mit chemischen Reaktionen in der Biochemie oder mit Muskeln in der Physiologie etc.) die dauern immer etwas länger, vllt. 2-3h und dann ggf. noch ein Seminar. Da sitzt ein Dozent mit euch im Seminarraum und erzählt oder fragt oder gibt euch Gruppenarbeit und so. Das geht meist 60-120min. Einmal die Woche habt ihr POL Unterricht, da erarbeitet ihr in der Gruppe in Krankheitsbild, das macht viel Spaß. Ansonsten habt ihr auch mal morgens ein Praktikum. Die Praktika, Seminare und Vorlesungen kann man vorbereiten und sollte sie nachbereiten. Manchmal muss man das auch, da es kleine Testate(Wissensabfragen) gibt. Am Wochenende hast du frei. Gute Studenten lernen schon parallel. Stressig wird es, wenn du erst spät anfängst, dann bleibt danach auch nicht mehr viel im kleinen Gehirn :).

Und weißt du, wie es in den höheren Semestern und während des Facharztes mit richtigen Schichtdiensten aussieht? Gibt es da Tage, an denen man ununterbrochen in der Klinik ist, auch wenn man sich direkt danach niederlassen möchte?

- Ja, du hast in der Regel immer Schichtdienst, also meistens fangen die Assistenzärzte (das bist du für 5-9 Jahre) morgens um 7-8h an und bleiben dann je nach Abteilung manchmal sogar bis 19 oder 20h(Chirurgie). Dann hast du noch Bereitschaftsdienste. Manchmal zweimal die Woche, manchmal weniger oder mehr. Da bist du in der Nähe, bleibst entweder in der Klinik oder gehst nach Hause und kannst jederzeit angerufen werden und musst dann kommen. Dass du den Tag darauf wieder um 7h anfängst, ist doof, aber so bist du manchmal zwei Tage im Krankenhaus. In Berlin hat eine Assi mal von einer 3 Tages Schicht erzählt. Aber das sollte nicht deine Entscheidung ändern, denn du hilfst der Menschheit und das sind nur ein paar Jahre, in denen du dich da reinkniest mit so einem Zeitaufwand. Einige Fachrichtungen haben aber keine Nachtdienste (Pathologie, klinische Chemie - die werten Bilder und Blut aus) oder nur wenige Notfälle (Augenheilkunde, Dermatologie), also wirst du auch nicht viel action in der Nacht haben. Wochenenden arbeitest du genauso wie Feiertage, es gibt wenig Freizeit, aber das kann sich danach ändern. Die Klinikzeit als Assistent ist für alle gleich, egal ob du dich niederlassen willst oder nicht.

Vor allem wie viele Tage wie diese hast du bis jetzt erlebt?

In der Studiumszeit bist du nach der Vorklinik (in Hamburg ist ja modellstudiengang, da hast du ab dem 1. Sem schon Patienten) in der Klinik und hast Patientenunterricht. Das dauert ca. 2-3 h und die werden Patienten vorgestellt und ihr erarbeitet das Krankheitsbild oder du schnupperst für 4-5h einfach auf den Stationen und arbeitest bei den Ärzten mit. Da gibt es keine Schichtdienste oder Wochenenddienste. Es sei denn du hast einen Nebenjob in einer Klinik. Also im Studium hatte ich noch keine Tage wie in der Assistenzarztzeit. Es ist sehr entspannt in dieser hinsicht, aber du musst ja auch Zeit zum lernen haben. Unser Studium ist ein reines Fleißstudium, da hilft selbst das schlaueste Gehirn nicht... leider :)

Hoffe dir geholfen zu haben.

lg

Taher

Neu ergänzt am 22.07.2014 um 14:59 Uhr

Antwort von Mira 19.07.2014 10:57

Hey Salome,

erstmal super, dass du dich für Medizin interessierst, ich finde Arzt/Ärztin zu werden eine gutes Vorhaben =)

Also ich kann dir ganz ehrlich sagen, dass ich das Studium begonnen habe, ohne mich für Chemie und Physik zu interessieren.

Ganz im Gegenteil, auch ich fand in der Schule immer Sprachen und Sport gut, aber habe mein Abi auch in Bio gemacht und mich dann für Medizin entschieden.

Je nachdem wo du studieren möchtest, wird es jedoch einen vorklinisches Teil (die ersten 4 Semester bis zum Physikum) geben(an manchen Unis gibt es sogenannte Modellstudiengänge ohne Unterteilung in Klinik/Vorklinik), welcher leider sehr naturwissenschaftlich geprägt ist.

In den ersten zwei Jahren geht es vorallem um die Theorie, wie der gesunde Körper funktioniert und aussieht und da gehört eben leider auch Chemie, Physik und Biochemie dazu.

Du solltest dir also bewusst sein, dass es anfangs schon etwas in die Naturwissenschaften geht, das ist meiner Meinung nach aber wirklich auch ohne riesiges Vorwissen machbar. Klar, haben es Physikcracks leichter, meist sind die Praktika in Physik, Chemie und Bio aber sowieso nur so eine Woche mit Abschlussklausur und da kommt man schon durch. Ansonsten ist die Vorklinik von Anatomie, Biochemie und Physiologie geprägt. Nach dem Physikum beginnt der klinische Teil des Studiums und da wird meiner Meinung nach alles besser, macht mehr Spaß und man sieht ganz viele Patienten! Auch das Lernen ist jetzt viel leichter, sei es weil man das dann schon lange macht, oder weil der Stoff (für mich) viel spannender wird.

Die Quintessenz meiner Antwort: Auch ohne ein riesiger Naturwissenschaftsfan zu sein kann man dieses Studium schaffen, wenn man die Motivation hat fleißig zu sein und sich sicher ist, dass man Mediziner/Arzt werden will!

Und zu der Zeit Sache: Natürlich solltest du wissen, dass du gern Medizin machen willst, der Aufwand ist schon groß, aber ich denke das ist mittlerweile bei jedem Studium so. Anfangs fand ich es schon sehr viel, aber sobald du dich eingewöhnt hast läuft alles besser. Ich denke dein Hund könnte dir dann sogar dabei helfen, dass du an deine Freizeit denkst und viel draußen bist und so, dass wäre doch super positiv. Die Stundenpläne sind an allen Unis anders, aber wenn man nicht in jede Vorlesung geht (hab ich nie gemacht =)) hast du auf jeden Fall noch genug Zeit für Freunde und Hund und 7 Minuten zur Uni sind sowieso perfekt! Letzter Punkt: Landärzte werden total gesucht momentan!!!

Grüße und viel Glück mit deinen Studienwahl

Neu ergänzt am 19.07.2014 um 10:57 Uhr

Nachfrage von Salome 21.07.2014 23:21

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! :-)

Kannst du mir vielleicht noch einen typischen Tagesablauf schildern? Und weißt du, wie es in den höheren Semestern und während des Facharztes mit richtigen Schichtdiensten aussieht? Gibt es da Tage, an denen man ununterbrochen in der Klinik ist, auch wenn man sich direkt danach niederlassen möchte?

Viele Grüße, Salome

Neu ergänzt am 21.07.2014 um 23:21 Uhr

Antwort von Florian 20.07.2014 19:51

Hey Salome, Studium ist mit wenig Vorkenntnissen in Physik/Chemie schon zu schaffen. Bei uns sind einige dabei die auch ihr Abi in Fremdsprachen geschrieben und sich früh von den Naturwissenschaften getrennt haben. Die haben dann im ersten Semester mehr Lernaufwand gehabt - das war's aber auch. Formeln kommen sonst halt in Biochemie viel - da muss man dann halt durch, sonst aber kaum. Allgemein sind alle Fächer bei uns medizinisch gehalten, d.h. man bleibt beim nötigsten und macht meist was mit Bezug. Stundenplan ist unterschiedlich, aber Kommilitonen von mir haben schon Kinder und bekommen das auch hin. Eine andere bringt ihren Hund einfach mit in die Vorlesungen (der ist aber dann auch mega ruhig). Meine Erfahrung ist, dass man sich die Zeit einfach nehmen muss. Ich bin neben m Studium beim Roten Kreuz, mach Schwimmtraining und bin regelmäßig mit Freunden unterwegs und fahr (selten) auch ma für ein Wochenende heim und mach nichts. Kurz vor den Prüfungen ist's immer stressig - das ist aber denk ich überall so, von daher. Man kommt normalerweise am Tag minimum zum Mittag heim - gerade wenn's nicht weit ist. Ansonsten hat man ab und zu auch zwischendrin ma ne halbe Stunde. Die Studienpläne aus Erlangen kannste dir auf der Seite der Fakultät anschauen (med.uni-erlangen.de), gibt's für andere Unis vllt. auch. Ich hoffe das war alles :) Ansonsten melde dich einfach noch mal. Grüße, Florian
Neu ergänzt am 20.07.2014 um 19:51 Uhr

Nachfrage von Salome 21.07.2014 23:18

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! :-)

Kannst du mir vielleicht noch einen typischen Tagesablauf schildern? Und weißt du, wie es in den höheren Semestern und während des Facharztes mit richtigen Schichtdiensten aussieht? Gibt es da Tage, an denen man ununterbrochen in der Klinik ist, auch wenn man sich direkt danach niederlassen möchte?

Viele Grüße, Salome

Neu ergänzt am 21.07.2014 um 23:18 Uhr

Antwort von Florian 21.07.2014 23:59

Alles klar. Ich würd jetzt einfach mal mein letztes Semester als Beispiel nehmen vom Tagesablauf her.

Meine erste Vorlesung war meist morgens um 8:00 Uhr in Histologie (Gewebelehre) - da bin ich allerdings eher seltener hingegangen, daher konnt ich dann noch etwas länger schlafen (war dann dementsprechend mehr Lernaufwand vor der Prüfung, hat dann aber trotzdem geklappt). Ansonsten bin ich dann eben ne Stunde früher aufgestanden und hab mich fertig gemacht und meinen Kaffee getrunken und mein Lernzeug gepackt. Ich bin auch immer recht schnell an der Uni gewesen - brauch nur 5min mit m Rad.

Wenn ich in der Histo war hatte ich danach immer bisschen Pause in der ich dann meist zum Bäcker oder so gegangen bin und mir noch was kleines zum Essen geholt hab. An einigen Tagen hatte ich bis 12:00 Uhr sonst gar kein Programm mehr - da hab ich mich dann in den Park oder vor den Prüfungen stattdessen in die Bibliothek zum Lernen gesetzt. Dienstags und Donnerstags hatte ich Praktika und Seminare (Pflichtveranstaltungen), da bin ich dann eben hin und hab den Vorträgen zugehört.

Danach gings dann mit m Rad in die Anatomie-Vorlesung um 12:00 Uhr. In die bin ich jetzt bspw. immer gegangen, weil der Professor die einfach richtig gut gemacht hat. Ging immer 45min. Danach bin ich meistens mit meiner Gruppe gemeinsam direkt in die Mensa zum Mittagessen (war nur 10min weg). Da saß ich dann immer so für eine Stunde bis das Nachmittagsprogramm los ging. 2x die Woche hatte ich Präparierkurs und war dann für 4 Stunden im Präpsaal, 1x Histo-Praktikum und hab eben 2h mikroskopiert.

Auf m Heimweg von der Uni hab ich dann meistens direkt meine Einkäufe erledigt und hab sonst so Zeug erledigt was man halt ma in der Stadt machen musste (Post,...). Daheim hab ich mich dann meistens erstma für ne Stunde bisschen ausgeruht, bis ich mich dann an die Bücher oder Vorlesungsskripte gesetzt hab. Ich bin nich so der Typ, der sich da 100% drauf konzentriert von daher lief dann meistens nebenher der PC/TV mit irgendwelchen Serien (kann man sicher effektiver gestalten). Vom Lernaufwand hatte das Semester es aber trotzdem in sich, da hab ich zeitweise wirklich klotzen müssen.

Joa, der weitere Abend lief dann halt immer anders ab. Wenn ich irgendwelche Termine hatte (Rotes Kreuz/Schwimmtraining/...) bin ich da dann noch mit m Rad hingefahren, ansonsten, wenn nichts mit Freunden ausgemacht war, hab ich mir noch was zum Abendessen gemacht und mir die Zeit vertrieben bis ich müde genug war um zu schlafen. Nach dem Training bin ich auch mal mit denen in ne Bar oder ma ins Kino gegangen - dafür war dann schon Zeit meistens. Ansonsten bin ich noch ganz gerne zu einer freiwilligen Vorlesung zu Themen der Notfallmedizin gegangen, die ein mal die Woche war (einfach weil mich das Thema interessiert).

Was ich immer schön fand, ist das man halt immer die Freiheit hatte auch mal zu einer Vorlesung nicht zu gehen. Die Pflichttermin halten sich in Grenzen (waren bei mir in der Summe 12 Stunden/Woche - und das ist im vergleich zu anderen Semestern viel).

Das mit den Facharztdiensten kann ich dir 100%ig auch nicht sagen. Da wird man sicher viele Dienste haben, die von den Zeiten nicht ganz so optimal sind (unabhängig davon ob man sich niederlässt oder nicht). Tage die man ununterbrochen in der Klinik ist wirds denk ich eher selten bis nicht geben - bin ich mir aber nicht sicher. Nebenbei muss man sagen, bis man damit anfängt liegen noch ma 6 Jahre Studium vor einem - da kann sich noch genug ändern. Ansonsten im Zusammenhang mit den Praktika die vorher kommen (Krankenpflegepraktikum/Famulatur/...) hat man humane Zeiten. Da ist man nicht länger als 8 Stunden unterwegs üblicherweise.

Hoffe du kannst es dir halbwegs vorstellen. Bisschen schwierig, das von Tag zu Tag immer bisschen anders war :)

Viele Grüße, Florian

Neu ergänzt am 21.07.2014 um 23:59 Uhr

Antwort von Anna 21.07.2014 23:26

Hi,

erstmal herzlichen Glückwunsch zur super Abi ;) Die Tatsache, dass du es ohne größeren Aufwand geschafft hast, spricht was über deine Fähigkeiten. Also keine Angst, du schaffst das schon. Es fangen richtig viele Leute an ohne Vorwissen in Naturwissenschaften oder die seit 6-8 Jahren nicht mehr in der Schule waren mit dem Studium an, und die schaffen es alles. Chemie und Physik geht auch im Studium nicht wirklich über Leistungskursniveau hinaus und es wird ganz vom Anfang an angefangen.

Bio ist da schon wesentlich nützlicher.

Mit Hund...es wird schon schwierig, soll aber zu schaffen sein. Der Stundenplan ist sehr unterschiedlich von Uni zur Uni und vom Semester zu Semester (oder auch Woche zu Woche). Der Stundenplan ist oft nicht regelmäßig. Man hat oft Tage wo man zB nur 2 h Vorlesung hat, oder auch Tage wo man 10-12 Stunden irgendwo weiter weg im Krankenhaus sein muss. Es hängt auch stark davon ab, ob du besser in den Vorlesungen lernst oder zu Hause selber. Da ist es wirklich schwer irgendwelche Verallgemeinerungen zu machen.

Aber Freizeit hat man auf jedem Fall, genug um Sport zu treiben, Jobben, sich sozial zu engagieren und genügend soziale Kontakte zu haben.

LG Anna

Neu ergänzt am 21.07.2014 um 23:26 Uhr

Antwort von Moritz 22.07.2014 10:07

Hallo Salome,

Tut mir leid, dass ich dir so spät erst antworte. Ich bin gerade aus dem Urlaub wiedergekommen.
Ich bin mir sicher, dass du das Studium auch ohne große physikalische oder chemische Vorkenntnisse schaffen wirst. Einige meiner Kommilitonen hatten auch weder das eine noch das andere Fach in der Oberstufe und sind trotzdem gut durch gekommen. Manche Unis bieten auch Vorkurse zu den Naturwissenschaften an.
In der kurzen Zeit im Semester wird es schwer bis unmöglich sein die Hintergründe zu verstehen. Das ist zum bestehen der Klausuren aber auch nicht notwendig. Man kann auch ohne den Stoff verstanden zu haben die volle Punktzahl erreichen, wenn man mit den Altklausuren der vorherigen Semester lernt. ;-) Auf Formeln stehen glaube ich auch die wenigsten.

Zu deiner zweiten Frage:
Im Studium hast du relativ wenig Pflichtveranstaltungen, sodass du selbst entscheiden kannst, wieviel dir eine Vorlesung bringt und ob du hingehen möchtest oder nicht. Daher kannst du deinen Zeitplan/Lernplan ganz gut selbst bestimmen. Manche gehen zu jeder Vorlesung andere zu fast Keiner. Du musst selbst herausfinden was dir mehr bringt. Auf jeden Fall denke ich nicht, dass du ein Problem haben solltest dich um deinen Hund zu kümmern. Gerade wenn du nur 7min von der Uni entfernt wohnst. Je nachdem wie dezent sich der Hund verhält, kannst du ihn auch mit in die Vorlesung nehmen.
Ich hoffe es hilft dir bei deiner Entscheidung deines Studiengangs. LG, Moritz

Neu ergänzt am 22.07.2014 um 10:07 Uhr

Antwort von Lea 27.07.2014 15:42

Hallo Salome,

entschuldige, dass ich erst jetzt antworte, bin etwas im Physikumsstress ;) Aber zu deinen Fragen:

Klar ist es hilfreich, wenn man Chemie und Physik bis in die Oberstufe hatte, aber notwendig ist es nicht. Ich selber hatte Physik nur bis zur 10 und bin nicht sehr talentiert was physikalische Überlegungen angeht, ich hab's trotzdem geschafft. Chemie hatte ich zwar bis zur 13 und fand es auch von Vorteil, aber viele meiner Freunde ohne Chemie in der Oberstufe sind auch durchgekommen. Außerdem gibts in vielen Unis Vorkurse, die sind dann idR genau auf das abgestimmt, was du wissen musst.

Letztendlich kommt es nur auf deinen Biss an. Je nachdem wo du studierst, hast du ja diese sehr strikte Trennung zwischen Vorklinik und Klinik. Die gewünschten klinischen Bezüge lassen oft zu wünschen übrig und du wirst dich das ein oder andere Mal fragen, warum man das jetzt wissen muss. Da ist es einfach nur wichtig, dass du relativ schnell den für dich besten Weg zu lernen findest. Und dann schafft man das auch ganz klar ohne Chemie und Physik in der Oberstufe gehabt zu haben.

Du wirst eh ziemlich schnell merken, dass das, was du in der Schule getan hast, nichts im Vergleich zu dem ist, was du in der Schule machen musstest. Du sagst ja selber, dass du in der Schule eher wenig getan hast (ging mir sehr ähnlich) und da ist es schon eine Umstellung, so viel in so kurzer Zeit zu lernen. Aber irgendwie schafft man es erstaunlicherweise fast immer ;)

Nun zu der Zeit... Also ich lerne grundsätzlich zuhause und nicht in der Bib, aber das muss halt jeder für sich entscheiden. Zusätzlich gehe ich eher selten bis gar nicht zu den Vorlesungen, so dass ich "nur" zu den Pflichtterminen in der Uni erscheine. Das war bei mir jetzt recht unterschiedlich. Im ersten Semester war ich in der Regel nur einmal am Tag in der Uni, für jeweils 1,5 bis 5 Stunden. Aber dann im Anatomiekurs warens dann schon 4 mal die Woche 4 Stunden, und das nur für Anatomie, da kommen dann ggf noch andere Fächer dazu. Aber vielleicht kannst du dir ja schonmal an deiner Uni die Semesterpläne des letzten Jahres angucken? Dann kannst du das vermutlich besser einschätzen als ich. Aber was ich mir an einem Hund positiv vorstelle ist, dass man mal gezwungen ist raus zu gehen und nicht ständig in der Bude hockt und zu lernt.

So, aber zum Schluss muss ich natürlich sagen, dass sich die ganzen "Strapazen" unglaublich lohnen. Das, was wir lernen dürfen ist so spannen und interessant, dass ich diese Entscheidung jedes Mal wieder treffen würde. Mit Leidenschaft für die MEdizin geht alles :)

PS: Zu deinen Studenplanfragen hab ich jetzt nicht so detailliert geantwortet, weil ich denke, jede Uni hat da sehr verschiedene Stundenpläne. Aber wenn du dazu mehr wissen willst, kann ich dir gerne Mal meine Stundenpläne der ersten 4 Semester schicken, damit du eine ungefähre Anhung hast. Und wenn du sonst noch was wissen willst auch!

Liebe Grüße

Lea

Neu ergänzt am 27.07.2014 um 15:42 Uhr

Antwort von Sophie 11.08.2014 22:26

Hallo Salome,

erstmal Glückwunsch zum tollen Abi! :)

Also bei Physik und Chemie fängt die Uni im Allgemeinen beim Urschleim an, du brauchst also nicht wirklich Vorkenntnisse. Zumindest war das bei uns in Magdeburg so, also da brauchst du dir wirklich keine Sorgen machen. Ich habe zum Beispiel Physik nach der 10. Klasse abgewählt und habe die Klausuren trotzdem ohne großen Aufwand bestanden. In Chemie ist das normalerweise ähnlich, in Magdeburg gibt es da nur einen sehr anstrengenden Professor, der alles manchmal etwas genau nimmt. Alles in allem haben aber auch meine Kommilitonen, welche Chemie zum Teil abgewählt hatten, das Fach bestanden. Bis zum Physikum gibt es ja eh noch keine Noten ;)

So nun zu deinem Hund. Was deine Frage vielleicht am besten beantwortet: Ich habe ein Pferd und zwei Katzen :D Alles also kein Problem. Es gibt einen geregelten Stundenplan, die ersten beiden Jahre sind da noch die anstrengendsten mit den ganzen Anatomiekursen und so. Bei uns war es im Allgemeinen auch so, dass die Vorlesungen mit der Zeit immer schlechter besucht waren, also wenn du (wie ich) nicht zu den 10% gehörst, die da unbedingt jeden Tag zu jeder Vorlesung gehen, hast du eigentlich ein seeeehhhhr entspanntes Leben. Und gaaaaanz viel Zeit für deinen Hund :)

Die Vorklinik bis zum Physikum ist also wie gesagt am schlimmsten, aber alles machbar. Und danach gehts bergauf. Ich hatte in meinem Leben nie so viel Freizeit wie im 3. und 4. Studienjahr ;)

Also dann viel Erfolg fürs Studium!

Liebe Grüße, Sophie

Achso wie oft schafft man es nach hause... das ist natürlich abhängig von deinem Stundenplan, bzw. dem Studienjahr und deiner Vorliebe für Vorlesungen ;) Wenn du morgens zu den Vorlesungen gehst, was ja im ersten Jahr in Chemie, Physik und Bio noch ganz nützlich sein kann, dann hast du im Allgemeinen ne Mittagspause, wo du z.B. nach Hause fahren kannst, danach ging es bei uns mit den Pflichtveranstaltungen weiter. Aber die Vorlesungen sind ja nicht Pflicht. Ist also dir überlassen.

Noch ein kurzer Nachtrag zum 3. Studienjahr: Wenn man (wie ich) die Vorlesungen nahezu komplett außen vor lässt, hat man zwei bis drei mal die Woche zwei Stunden Kurs. Der Rest ist Freizeit, bzw. Zeit zum Selbststudium.

Liebe Grüße

Neu ergänzt am 11.08.2014 um 22:26 Uhr

Antwort von Fachschaftsinitiative Medizin Mannheim 12.08.2014 18:12

Hallo Salome,

erst mal herzlichen Glückwunsch zu deinem hervorragenden Abitur!

Meiner Meinung nach ist ein Medizinstudium ohne Liebe zur Physik/Chemie absolut möglich, und ich kenne ziemlich viele Komillitonen denen es da ähnlich ging wie dir (manche haben es verflucht aber alle haben es dann doch geschafft). Am Anfang (und dann auch nochmal für das Physikum) musst du dann schon mehr dafür tun, als andere die es vielleicht im Abi hatten, aber die beiden Fächer machen nur einen geringen Teil des Studiums aus.

Bezüglich Stundenplan kann im speziellen nur für Mannheim sprechen, denke aber das es anderen Unis ähnlich sein wird. Die Zeiten für die Veranstaltungen sind so etwa zwischen 8-9 und 16-17 - manchmal aber auch früher oder später- mit jeweils einer halben Stunde pause zwischen den Unterrichtseinheiten und einer längeren Mittagspause. Mit 7 minuten Wegzeit könnte man also prinzipell nach jeder Veranstaltung nach Hause fahren (wenn man so viel radeln möchte) Der Stundenplan steht zu Beginn des Semesters (oder des Moduls) fest (es gibt selten auch Änderungen) so das man eigentlich gut planen kann. Wieviel Freizeit man dann nach der Uni hat variiert aber ich denke die Zeit für einen kurzen Spaziergang mit dem Hund sollte eigentlich immer drin sein.

Viel Erfolg für dein Studium

Neu ergänzt am 12.08.2014 um 18:12 Uhr