Mathkenntnisse beim Geographiestudium

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Hi Anna,

ich interessiere mich für ein Geographiestudium. In der Schule hatte ich Erdkunde-LK und kenne mich deswegen schon ganz gut aus und bin besonders an Humangeographie interessiert. Jetzt ist meine Frage: Wie gut sollten meine Mathekenntnisse sein, denn die lassen ein wenig zu wünschen übrig :D Auch Physik und Chemie ist nicht das Wahre, weil ich beides seit der neunten Klasse nicht mehr hatte. Einzig bei Biologie bin ich recht sicher, da ich das Fach im Abi hatte und auch eine gute Note am Ende dabei rausgekommen ist.

Schonmal Danke im Vorraus!

LG Marco

4 Antworten

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Antwort von Anna 03.12.2014 11:23

Hallo lieber Marco,

danke für deine Mail!

Ich muss vorausschicken, dass ich natürlich nur für die Uni Bamberg sprechen kann - wie das an anderen Unis gehandhabt wird, weiss ich leider nicht.

Das einzig matheähnliche Fach, das wir hatten war Statistik. Ich bin auch echt kein Matheprofi, aber in Statistik habe ich gut abgeschnitten. Das war ganz anders als Mathe in der Schule und eher mit Stochastik vergleichbar. Aber bei uns wurde das auch alles ganz genau und langsam erklärt. Zusätzlich gab es ein Tutorium, so dass es wirklich gut machbar war. Und außer einigen grundlegenden mathematischen Sachen (Prozentrechnen, Bruchrechnen) musste man nicht viel können.

Physik und Biokenntnisse würde ich persönlich als nicht so wichtig einschätzen. Man sollte für die Physische Geographie vielleicht ein naturwissenschaftliches Grundverständnis mitbringen, aber nicht so explizit.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen. Du kannst mir sehr gerne wieder schreiben!

Anna

Neu ergänzt am 03.12.2014 um 11:23 Uhr

Antwort von Carina 03.12.2014 13:32

Hey Marco,

da brauchst du dir keine Gedanken zu machen! Gerade, wenn du in die Humangeograhie willst, solltest du Mathe, Physik und Chemie ja nicht wirklich brauchen. In der Grundvorlesung in der Physischen Geographie kommen ein paar ganz einfache Formeln dran (z.B für die Berechnung des Abflusses im Fluss) und ein wenig Chemie-Verständnis schadet sicher nicht, um das Thema der Bodenbildung zu verstehen. Du wirst aber auch ohne Vorkenntnisse überall mitkommen (gegenenfalls schaut man nach der VL nochmal kurz in seine Unterlagen oder googelt etwas, um es besser zu verstehen). In Chemie war ich auch nie eine Leuchte, Bio und Physik hatte ich seit der 9. Klasse nicht, und trotzdem habe ich alles verstehen können, da nicht vorausgesetzt wird, dass du auf den Gebieten schon viel Ahnung hast. Wo man sich im 2. Semester ein bisschen durchbeißen muss, ist die Statistik-Vorlesung und -Prüfung. Da musste ich intensver für lernen. Es gibt aber gute Tutorien und wenn du da dabei bleibst (regelmäßig in die VL und ins Tutorium gehen, Übungsaufgaben machen, Fragen stellen wenn du etwas nicht verstehst), dann ist die Prüfung auch zu schaffen.

Wie es in den höheren Semestern bei der Humangeographie aussieht, kann ich dir nicht sagen, da ich mich ja auf Physische Geographie spezialisiert habe. Hier brauche ich im Moment immer mal wieder Physik. Das habe ich mir aber mit meinem Schwerpunkt Felsmechanik auch so ausgesucht. Andere wiederum machen etwas mit Vegetation und können daher gut Bio gebrauchen und wieder andere Modellieren Prozesse, wo man schon fit in Mathe für sein muss. Da wächst man aber rein. Durch Hausarbeiten und Vorträge habe ich mir nach und nach ein bisschen mehr Physik-Verständnis angeeignet. Du musst das ja nicht von heut auf morgen können. Manche Kommilitonen von mir haben aber auch nichts mit all dem am Hut, da sie sich z.B. mit dem menschlichen Einfluss im Hochgebirge beschäftigen. Das heißt, dass du durch deine Spezialisierung ganz gut selber entscheiden kannst, ob du Mathe, Physik, Chemie und Bio noch brauchen wirst. Das Grundstudium schaffst du jedenfalls auch gut ohne viel Vorwissen in den Fächern.

Hoffe ich konnte helfen,

liebe Grüße

Carina

Neu ergänzt am 03.12.2014 um 13:32 Uhr

Antwort von Jonas 20.12.2014 09:28

Hi Marco,

also i.d.R. sollten fehlende Mathekenntnisse beim Geographie-Studium kein unmittelbares Problem darstellen. Gerade, wenn du Humangeo machen möchtest, wird das kaum ein Problem. In Marburg, wo ich studiere, brauchst du bloß ein Grundverständnis von Mathe für Module wie Statistik und Methoden der Geoinfomratik, aber das kann man sich ohne Problem in den Kursen selbst aneignen. In den Physischen Modulen spielte Mathe vor allem in Klimatologie und im Geo-Nebenfach Geologie eine Rolle.

Wenn dich in der Humangeo in Richtung Wirtschaftsgeographie vertiefen möchtest, kann es später sinnvoll sein ein Nebenfach in VWL zu belegen. Da ist es dann wieder gut, ein wenig Mathe zu können. Meist kannst du dir aber locker alles im Studium aneigenen. Also kein Grund zur Sorge deswegen.

Viel Spaß im Studium!

Beste Grüße

Jonas

Neu ergänzt am 20.12.2014 um 09:28 Uhr

Antwort von Jonas 23.01.2015 11:44

Hey Marco,

es gibt nur einen Statistikkurs im ersten Semester, gehst du einmal die Woche zum Tutorium dann schaffst du das locker. In der Vorlesung werden einem auch die Herleitung der Formeln erklärt, welche man auf gar keinen Fall im weiteren Verlauf des Studiums braucht, jedenfalls für keine Klausur im Grundstudium. Es gibt also eine Statistikklausur im ersten Semester und du wirst dort ein wenig rechnen müssen aber mit dem Tutorium wird das absolut kein Problem. An für sich dient die Vorlesung dafür Statistiken kritisch zu hinterfragen, da ja vor allem in der Humangeographie oft mit Zahlen und Statistiken argumentiert wird, und Statistiken können immer anders ausgelegt werden. Physik wirst du nur haben wenn du es als Nebenfach wählst. Chemie wird ein wenig in der Physischen Geographie vorkommen, meistens wenn es um Böden geht etc.. Das ist aber auch alles schaffbar, ich bin selbst kein fan der Chemie. Biologie könntest du dann auch als Nebenfach wählen wenn es dir gut liegt, da bin ich mir allerdings nicht sicher wie schwer das ist.

Grüße aus Köln!

Jonas

Neu ergänzt am 23.01.2015 um 11:44 Uhr