Welche Beifächer in der Geographie

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Hi Carina,

ich interessiere mich für ein Geographiestudiumin in Bonn. Habe jetzt auf der Internetseite gelesen, dass man zwei verschiedene Beifächer wählen muss und habe da noch nicht so die Ahnung was ich nehmen soll bzw. was mich interessieren könnte. Generell bin ich aber mehr an Human- als an physischer Geographie interessiert. Wirken sich die Begleitfächer stark auf meine Abschlussnote oder meine späteren Qualifikationen aus? Und welche könntest du mir evtl. sogar empfehlen?

MfG Marco

1 Antwort

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Carina

Antwort von Carina 31.07.2014 13:19

Hey Marco,

zunächst zur Wahl der Beifächer. Welche Fächer du wählst, musst du ja nicht vor Studienbeginn entscheiden. Viele meiner Kommilitonen haben erst im 3. Semster mit einem oder beiden Beifächern begonnen, was den Vorteil hat, dass du sowohl die Physische als auch die Humangeographie bereit kennen gelernt hast und deine Beifächer an deinen Schwerpunkt anpassen kannst. Wenn du bereits im ersten Semester beginnen möchtest, würde ich dir empfehlen ruhig mit 3 Beifächern zu beginnen. Nach wenigen Sitzungen weißt du, worum es in dem Fach geht, kannst dich für ein oder zwei entscheiden und zu den restlichen nicht mehr hingehen.

In Semester 1 und 2 habe ich Städtebau belegt, da ich das Geographiestudium mit der Absicht begonnen habe, in die Stadtplanung zu gehen. Bin also auch fst davon ausgegangen, dass ich mich mehr für Humangeographie interessiere. Anfangs konnte ich mit physischer Geographie auch nicht besonders viel anfangen. Spätestens im Physische Aufbauseminar hat sich das aber gekehrt. Im 3. und 4. Semester habe ich dann Geowissenschaften belegt. Städtebau ist ein sehr zeitaufwändigs Fach. Für die Klausur musst du stupide auswendig lernen. Außerdem gibt es einen CAD-Kurs. Den benötigst du, um später das "Planungs-Seminar" zu besuchen. Da bekommst du eine Fläche in Bonn zugewiesen und musst unter Einhaltung bestimmter Vorgaben einen Gestaltungs- und Bebauungsplan in Kleingruppen entwerfen. Das hat ziemlich Spaß gemacht, war aber auch sehr zeitintensiv. Hinzu kommt eine Vorlesung und ein abschließender Klausurteil in privatem und öffentlichem Recht (wegen Enteignung, Baugenehmigung etc.). In Geowissenschaften besuchst du eine VL zu endogenen und exogenen Prozessen, wobei man vieles schon aus der Grundvorlesung Geographie kennt. Hinzu kommen die sogenannten Schotterkurse, in denen unter Betreuung durch einen Tutor Gesteinsbestimmung geübt wird. Meist lernt man zunächst was über die Entstehung und markanten Merkmale, dann wird bestimmt. Die Prüfung ist mündlich, man muss 2 Handstücke bestimmen. Da Städtebau mein kleines Beifach (12 Punkte) war, brauchte ich in Geowissenschaften als großes Beifach mindestens 18 Punkte. Daher habe ich die Paläontologie-VL belegt (Prüfung ist Klausur), und ein Seminar, in dem man Ergebnisse eine geologischen Kartierung digitalisieren musste. Hinzu kommen 2 (mit Paläo 3) 1-tägige Exkursionen.

Inwiefern sich die Begleitfächer auf die Abschlussnote auswirken, kannst du hier gut einsehen: http://www.geographie.uni-bonn.de/studium/studiengaenge/bachelor/studienaufbau/studienverlaufsplan-bachelorstudiengang-mit-modulhandbuch-03-2014.pdf. Mit den Beifächern machst du 30-36 Punkte (hängt davon ab, ob du im freien Wahlpflichtbereich (z.B. Sprachkurse) 6 oder 12 Punkte machst; insgesamt musst du auf 42 kommen). Bei einer Gesamtpunktzahl von 180 im Bachelor ist es also nicht unerheblich.

Wenn du die Beifächer wohl überlegt wählst (nicht danach gehst, was am wenigsten Aufwand ist), können sie sich durchaus auf deine Qualifikationen auswirken. Städtebau bringt mir heute nicht mehr viel. Da ich mich aber auf Hangstabilität spezialisiert habe, ist es immer wieder hilfreich genaueres über die Untergrundeigenschaften zu wissen.

Eine Empfehlung kann ich eher weniger geben, da ich nur 2 Fächer kennen gelernt habe. Es ist in jedem Fall hilfreich das Modulhandbuch ausführlich zu lesen. Bei konkreten Fragen kannst du dich auch nochmal auf der Homepage der einzelnen Fächer erkundigen und per eMail nachfragen.

Ich hoffe ich konnte helfen,

viele Grüße

Carina

Neu ergänzt am 31.07.2014 um 13:19 Uhr