Jobaussichten nach Master Biotecnologie

Profil von Birgit

Hi Martina,

hallo zusammen,

habe meinen Bachelor in Biotechnologie.

Wie seht ihr die Jobchancen nach dem Master, als Bachelor habe ich gar nichts bekommen.

Ich habe bisher 4 Zusagen für ein Masterstudium erhalten. Ich möchte später in der Industrie arbeiten, favorisieren würde weiße Biotechnologie. Habt ihr Tips, worauf ich achten sollte, z.B. die Modulauswahl...etc...

Vorab vielen Dank und Grüße

1 Antwort

Profil von Martina
Martina

Antwort von Martina 03.08.2014 12:07

Hallo Birgit,

Die meisten größeren Biotech-Firmen stellen Bachelor-Absolventen meistens auf dem Niveau von Technischen Assistenten (TAs) ein. Allerdings bilden die Firmen auch ihre eigenen TAs (tw. auch BAs) aus. Diese sind dann genau auf die Arbeit in der entsprechenden Firma zugeschnitten, weshalb man als externer BA kaum Chancen hat. Die längere Einarbeitungszeit welche bei externen BAs nötig ist fällt bei firmenintern ausgebildeten Kräften meist weg. Kostenfaktor...

Wenn du einen Master machst empfehle ich dir einen sehr praxisbezogenen. Das heißt viele Praktika die von der Uni durchgeführt werden, Werte wie selbstständiges Arbeiten sollte die Uni groß schreiben, ein von der Uni vorgeschriebenes außeruniversitäres Pflichtpraktikum sollte dabei sein usw.
Modulmäßig, ist es denke ich relativ egal was du dir aussuchst. Wahrscheinlich machst du es sogar automatisch richtig indem du Fächer wählst die so oder so deinem Wunschgebiet "Weißer BT" entsprechen. Wichtig ist dass du ehrlich Interesse an den Themen hattest (und selbst ein zugelostes Modul kann sich als Goldgrube entpuppen), dann lassen sich im Bewerbungsschreiben/-gespräch sinnvolle Begründungen finden (Ähnliche Techniken kamen zum Einsatz, Interdisziplinärer Ansatz, Erfahrungen in anderen Gebieten sammeln um sie im neuen Gebiet einzubringen... bla bla ;)
Zusätzlich würde ich mich nach Werksstudenten-Tätigkeiten in deiner Wunschbranche umsehen. Am besten in der Firma in die du möchtest. Vielleicht hast du auch das Glück zufällig einen Praktikumsplatz in einer Firma bei der du deinem Chef am Ende sagen kannst. "Praktikum war eine super Erfahrung, könnte mir absolut vorstellen nach meine Studium hier anzufangen. Gäbe es da entsprechende Möglichkeiten..." Bei so einer Konstellation hat man sehr gute Chancen. Firmenerfahrung ist jedenfalls das A. und O. Auch Firmenbesichtigungen, Kamingespräche, Kontaktmessen z. B. von bonding (oder anderen Studentenorgas) veranstaltet, solltest du dir in dein Freizeit-Programm packen. (Schon allein wegen dem Gratis Essen und Kulis ;D )
Wenn du weiter willst als bis zum Gruppenleiter/Laborleiter, dann empfehle ich dir die Doktorarbeit. Das hört sich zunächst nach "Schaff ich doch nie" an, ist jedoch eigentlich nichts anderes als eine Bachelorarbeit, die sich über 3-5 Jahre zieht. Hat aber auch die Konsequenz, dass du im Job meistens nicht mehr im Labor stehst. Kommt jedoch auch auf die Stelle an. Mit etwas Glück aber auch Geduld findet der Fleißige meistens immer eine Nische. Dran bleiben und sich nicht unterkriegen lassen.

Hoffe ich konnte dir Helfen und viel Erfolg weiterhin!

Viele Grüße

Martina

Neu ergänzt am 03.08.2014 um 12:07 Uhr

Nachfrage von Birgit 04.08.2014 20:29

Hallo Martina,

Danke, sehr ausführliche Antwort, aber wie die Jobchancen aussehen, da bin ich nicht weiter. Auf anderen Foren wurde mir mit nem Biotec-Studium immer nur der direkte Weg ins Aus prophezeit. Ich habe mich jetzt für das Studium" Chemische Biologie" in Jena entschieden, weil ich denke, daß mir dann auch der Weg für die Forschung eher offen bleibt.

An eine anschießende Promotion denke ich schon, allerdings bin ich inzwischen 27 Jahre, da könnte es dann eng werden, da viele jüngere Mitbewerber auf dem Markt sind. Ich habe alles über den 2ten Bildungsweg gemacht, und dadurch natürlich Zeit verloren. Das letzte Jahr, in dem ich wirklich alles dran gesetzt habe, einen Job zu bekommen, um zw. Bachelor und Master einfach auch Praxis/ Berufserfahrung zu sammeln, war leider für die Katz, und kommt nun alterstechnisch nochmal drauf. Nun gut, es ist wie es ist, ich habe nur ein wenig Angst, daß ich jetzt für meine berufliche Zukunft falsch entscheide... dann wirds wirklich haarig. Ich möchte nicht nur um des Studierens willen studieren, Realistische Berufschancen sollten schon vorhanden sein. Wenn Du noch Tipps oder Erfahrungen hast.. sehr gerne...

Nochmals lieben Dank und auch für Dich weiterhin viel Erfolg.

Beste Grüße aus dem Norden

Birgit

Neu ergänzt am 04.08.2014 um 20:29 Uhr