Unterschiede zwischen Kommunikations-und Medienwissenschaften?

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Hi Anna,

Mein Name ist Marius, ich bin 18 Jahre alt und ich verzweifele gerade ein wenig, da ich nicht weiß ob ich Medienwissenschaften, Kommunikationswissenschaften oder eine Kombination von beidem studieren sollte.

Meine eigentliche Frage bezieht sich nicht konkret auf das Fach Kommunikationswissenschaft, sondern viel mehr um den Unterschied zwischen Kommunikations-und Medienwissenschaften. In einigen Foren konnte ich nun in Erfahrung bringen, dass beide Studiengänge viele Gemeinsamkeiten aufweisen und im groben sich ziemlich ähnlich sind. Daher frage ich mich:

Worin liegt der Unterschied beider Studiengänge und könnte ich, falls ich beispielsweise Kommunikationswissenschaften studiere, einige Berufe, wie Redakteur/in in einer Online-Redaktion, dann nicht ausüben?

Sprich: Verschafft es mir einen beruflichen Nachteil, wenn ich Kommunikations- statt Medienwissenschaften studiere, oder auch umgekehrt, Medien-statt Kommunikationswissenschaften studiere? Oder kann ich sowohl durch ein Studium der Medienwissenschaften als auch der Kommunikationswissenschaften im Endeffekt das gleiche Berufsfeld abdecken?

Ich wäre dir wirklich dankbar für eine Antwort.

Liebe Grüße,

Marius

1 Antwort

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Anna

Antwort von Anna 06.09.2014 11:57

Lieber Marius,

wie du schon selbst erkannt hast gibt es einige Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten. Selbst innerhalb der Studiengänge können sich die Inhalte von Institut zu Institut unterscheiden. Daher würde ich dir raten dir genau die Institutsseiten der jeweiligen Studiengänge anzuschauen, um die jeweiligen Schwerpunkte (Module) zu erfahren. Im Prinzip sind die Inhalte immer sehr von den dort lehrenden Professoren_Innen und dessen Schwerpunkte abhängig. Wenn die jeweiligen Studiengänge "journalistische Inhalte" aufweisen, kannst du dich natürlich durch ergänzende Praktika im Bereich "Online-Redaktion" spezialisieren. Ein reines "Journalismus-Studium" wäre dafür noch geeigneter.

Mit Blick auf den Studiengang "Kommunikationswissenschaft in Münster" kannst du dich dennoch vereinzelnd auf den Bereich Journalismus spezialisieren, da zu jedem Modul entsprechende Seminare angeboten werden, die oft im Bereich Journalismus liegen. Das Studium in Münster bereitet dich ebenso gut auf den Bereich PR (Public Relations) vor, welcher mittlerweile eine berufstechnisch gute Alternative neben dem (oft überlaufenden, teilweise auch relativ schlecht bezahlten Bereich) Journalismus ist. Du kannst durch das Studium in Münster auch in Richtung Werbung, Marketing oder Social Media gehen. Da das Fach sehr interdisziplinär ausgerichtet ist, stehen dir berufstechnisch gesehen viele verschiedene Türen offen. Du kannst in Münster vom ersten Semester an nach deinen Präferenzen gehen und deine Seminare selbst wählen. Das Studium gibt dir natürlich nur die entsprechenden Grundlagen. Gerade im Bereich des Journalismus ist es ganz wichtig viele Praktika neben dem Studium zu absolvieren.

Dennoch kann ich sagen, dass der Studiengang in Münster trotz der universitären Ausrichtung sehr praxisorientiert ist, durch die Zusammenarbeit mit realen Auftraggebern, Kleingruppen, vielen Präsentationen, praxisnahen Dozenten usw. Doch du darfst natürlich nicht vergessen, dass es sich dabei um eine "Wissenschaft" handelt, sodass du natürlich auch während deines Studiums nicht nur praxisorientiert arbeitest wie z.B. im Seminar Mediaplanung, sondern zum gleichen Teil auch wissenschaftlich fundiert arbeiten musst (z.B. bei Hausarbeiten). Auch die Vorlesungen vermitteln oft abstrakte Theorien (z.B. Journalismus-Theorien oder Theorien zur Medienwirkung).

Im Vergleich dazu bietet der Studiengang Medienwissenschaften in Bochum z.B. Studieninhalte zu Film und Kino und Medientechnik, diese Themenfelder werden in Münster nicht angeboten. Im Großen und Ganzen kannst du natürlich mit beiden Studiengängen irgendwo die gleichen Berufsfelder abdecken. Es kommt dennoch nicht immer nur auf die Studieninhalte an, sondern auf deine eigene persönliche Spezialisierung durch Praktika und Ähnliches. Deine späteren Arbeitgeber schauen sicherlich weniger auf deine Studieninhalte, sondern mehr auf deine praktischen Erfahrungen.

An deiner Stelle würde ich mir dennoch die jeweiligen Studienverläufe anschauen, um direkt vom ersten Semester an nach deinen Präferenzen gehen zu können. Was bei allen Studiengängen sicher gleich sein wird, sind die oft etwas trockenen, theorielastigen ersten 1-3 Semester. Danach werden die Inhalte und Seminare oft praxisorientierter und noch besser nach den eigenen Präferenzen wählbar.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen. Falls du dazu Fragen hast oder weitere, dann melde dich gerne bei mir.

Viele Grüße

Anna

Neu ergänzt am 06.09.2014 um 11:57 Uhr