Alltag als Medien- und Kommunikationswissenschaftler/in

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Hi Fsi PuK,

Ich heiße Svenja, habe dieses Jahr mein Abitur gemacht und interessiere mich für den Studiengang Medien- und Kommunikationswissenschaft. Die Fragen, welche im Studium behandelt werden, sprechen mich an, allerdings kann ich mir den späteren Arbeitsalltag nicht genau vorstellen, zumal die Möglichkeiten so vielfältig sind. Wie sieht der Alltag in der Unternehmensberatung oder Medienplanung/forschung genau aus? Was sind die Aufgaben und Anforderungen in der Öffentlichkeitsarbeit oder Medienpädagogik? Kannst du mir nach Möglichkeit etwas darüber erzählen?

Und zum Studium: Wie groß ist der IT-Anteil im Studium? Bei Schnuppervorlesungen an der HS Karlsruhe gibt es zum Beispiel die Vorlesungen Grundlagen der Programmierung und Software-Grundlagen?

Vielen Dank für deine Hilfe!

Liebe Grüße, Svenja

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Antwort von Fsi PuK 22.10.2014 17:10

Hallo Svenja,

puh, da stellst du aber ganz schön komplizierte Fragen! Ich versuche mal, auf möglichst viele so gut es geht, zu antworten.

Also, wie du es ja schon selber sagst, sind beruflichen Möglichkeiten, die der Studiengang bietet, sehr vielfältig. Erstens, weil es so viele mögliche Berufsfelder gibt und zweitens, weil die auch wiederum sehr uneinheitlich sind.

Zum Beispiel Medienforschung: Da geht es darum, Medien zu erforschen, klar. Der Studiengang in Berlin versteht Medien vor allem als Massenmedien. Tpische Forschungsbereiche wären demnach das Mediensystem, Nutzung und Produktion von Massenmedien, Inhalte, ihre Wirkung usw. Der Arbeitsalltag in der Forschung besteht dann vor allem aus Lesen, Studien entwickeln, durchführen und zu den Ergenbnissen Artikel zu schreiben (um es mal ganz grob zu sagen). Das macht man selten alleine sondern eher in Forschungsgruppen.

Bei den anderen Berufsfeldern wird es schon schwieriger. Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt sich mit dem Verhältnis von einer Firma, einem Unternehmen, einer Partei, eines Vereins oder so mit der Öffentlichkeit, also der Gesellschaft. Je nachdem für wen oder was Öffentlichkeitsarbeit betrieben wird, ist dann der konkrete Arbeitsalltag sehr unterschiedlich. Sagen wir mal, es geht um einen Verein. Dann gehören zu den Aufgaben der Öffentlichkeit alle Aufgaben, die mit der Kommunikation zwischen Verein und der Gesellschaft. Also zum Beispiel zu überlegen, wie die Inhalte des Vereins gut dargestellt werden können, wie der Verein beworben werden kann, wie der Verein über sich informieren kann. Dazu gehört dann klassischerweise Arbeit an Webseiten, Kommunikation mit Investoren, Partnern, Kunden, Mitgliedern usw. Also quasi all das zu konzeptionieren und zu koordinieren was von diesem Verein nach außen dringt und sichtbar ist (Webseite, Plakate, Fler, Infomaterial, Publikationen, Konzepte).

Unternehmensberatung (wenn man Kommunikationswissenschaften studiert hat) geht dann oft in eine ähnliche Richtung. Es geht oft darum, Unternehmen (oder auch Parteien, Verbände usw.) über ihre Kommunikationsstrategien zu beraten, also darüber, was sie wann wem über welche Kanäle Kommunizieren.

Zu Medienpädagogik kann ich dir wenig sagen, das ist aber auch ehrlich gesagt kaum Thema bei uns in Berlin.

Insgesamt bereitet dich der Studiengang am ehesten auf Medienforschung vor. Weil es ein Studium ist und keine Ausbildung beschäftigt man sich vor allem mit Theorien und Ansätzen von Kommunikation anstatt z.B. praktisch zu lernen, wie genau an jetzt eine Kampagne plant. Solche Fähigkeiten muss man sich dann eher in Praktika erwerben. Im Studium geht es eher darum (um beim Beispiel Kampagne zu bleiben) zu verstehen, wie Kampagnen ganz allgemein wirken und warum, wann sie von wem zu welchem Zweck eingesetzt werden.

IT ist gar kein Bestandteil des Studiums und Medienpraxis (also der Umgang mit Medientechnik, z.B. Film, Radio usw) ist nur ein sehr sehr kleiner Bereich.

Hast du denn schon eine Idee/ Richtung, was du später mal arbeiten willst? Und was hast du denn vor, das nächste Jahr über zu machen? Vielleicht bietet es sich ja an, mal über Praktika in verschiedene Bereiche reinzuschnuppern?

Natürlich kannst du dir auch das Studium in Berlin mal direkt anschauen. Wenn du mal hier her kommst, können wir ein Treffen mit Studis organisieren. Im Mai macht di FU außerdem immer einen Tag der offenen Tür, wo sich Interessierte über die verschiedenen Studiengänge informieren können.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiter helfen. Frag aber gerne nach!

Liebe Grüße

Jette für die FSI PuK

Neu ergänzt am 22.10.2014 um 17:10 Uhr

Nachfrage von Svenja 23.10.2014 14:34

Hallo Jette,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

Die Vielfältigkeit finde ich gerade so toll, aber macht es leider auch schwierig sich einen Überblick über die möglichen Berufe und deren Alltag zu verschaffen. Bis Anfang Mai mache ich noch ein FSJ und habe danach bis Juli Zeit Praktika zu machen und mich für einen Studiengang zu entscheiden, da mich mehrere Dinge interessieren. Davor möchte ich gerne einige Schnuppervorlesungen besuchen und so viele Infos wie möglich sammeln.

Was hat dich in deiner Entscheidung für dein Studium bestärkt? Ist es so, wie du es dir vorgestellt hast? Was macht besonders viel Spaß und was eher nicht?

Hast du in Praktika schon verschiedene Berufsfelder des Medien- und Kommunikationswissenschaftlers kennengelernt?

Außerdem stellt sich mir die Frage, was der Unterschied zwischen den Studiengängen Medien- und Kommunikationswissenschaften und Medien- und Kommunikationsmanagement ist? In vielen Studienführer wird unter dem Studiengang der Wissenschaft auch Medien- und Kommunikationsmanagement aufgeführt. Weißt du, wie sich diese Studiengängen unterscheiden, auch hinsichtlich der Arbeitsmöglichkeiten später?

Liebe Grüße

Svenja

Neu ergänzt am 23.10.2014 um 14:34 Uhr

Antwort von Fsi PuK 23.10.2014 22:04

Hallo Svenja,

wenn du ab Anfang Mai Zeit hast, solltest du dir unbedingt vormerken, zu den InFU-Tagen zu kommen (Tag der offenen Tür der FU). Wenn du uns vorher nochmal eine MAil schreibst an fsipuk@web.de oder eine NAchricht über facebook (FSI PuK), dann können wir es bestimmt auch einrichten, dass jemand von uns sich ein bisschen Zeit extra für dich einplant.

Die Entscheidung für ein Studienfach ist immer schwierig, weil man NIE genau wissen kann, was auf einen zukommt. Schon allein vorher eine genaue Vorstellung vom Studieninhalt zu bekommen ist quasi unmöglich. Und dann gibt es da ja noch super viele andere Faktoren, die man auf keinen Fall "hinten anstellen" sollte: die Größe der Uni, die Stadt, die möglichen Nebenfächer und vor allem: die eigenen Interessen.

Und mit Interessen meine ich wirklich: was macht dir Spaß? Womit verbringst du gerne Zeit? Das hört sich banal an, aber du wirst mit deinem Studienfach viel Zeit verbringen und du wirst selbst am Meisten davon haben, wenn du das nicht als "Pflicht" sondern vorrangig als etwas "Freiwilliges" betrachtest, etwas das Spaß macht, Ich finde deshalb auch immer, dass man die Entscheidung für ein Fach nicht so sehr an den konkreten Berufsperspektiven festmachen sollte. Du bist dir noch nicht 100% sicher, was du mal arbeiten wills? Sehr normale Situation, geht wohl fast allen so. Jedes Studium hat irgendwelche Berufsperspektiven. Ich glaube, dass sich Berufsvorstellungen während des Studiums viel mehr prägen und verändern als vorher (weil man dann ja erst sieht, was eigentlich alles möglich ist). Ich würde dir also raten, dir jetzt noch nicht so viel Gedanken über deinen Job später zu machen (solang man nicht Medizin oder Lehramt studiert landet man eh ganz woanders, als man sich das mal gedacht hatte. Aber warum sollte das Schlecht sein?)

Stell dir mal die Fragen: Was interessiert dich? Worüber denkst du gerne nach? Worüber liest du gerne? Was regt dich zum Nachdenken an? Was würdest du gern genauer verstehen? Welcher Aspekt an Medien oder an Kommunikation gefällt dir? Was hat dich überhaupt dazu bewegt, dich für Kommunikation zu interessieren?

Wenn du auf einige dieser Fragen Antworten hast, kann ich vielleicht einfacher einschätzen, ob PuK in Berlin das Richtige für sich sein könnte.

Ich persönlich hatte damals keine Ahnung, worum es in PuK geht. Ich wollte in Berlin studieren und hab dann nach Ausschlussverfahren ausgewählt. Das Studium selbst hat mich nie 100% überzeugt und ich würde es wohl nicht wieder studieren. Aber, das soll jetzt gar keine Demotivation sein, ich she mich einfach nicht in der Medienbranche arbeiten =) Trotzdem war ich sehr glücklich mit meinem Studium und wollte es nie wechseln, Ich war einfach glücklich in Berlin, habe tolle Freunde gefunden und fand es toll, dass man an der FU so viele Möglichkeiten hat, in andere Sachen reinzuschnuppern. Es kam für mich nie infrage, an eine andere Uni oder STadt zu gehen. Jetzt studiere ich einen Master in Soziologie in London, das interessiert mich inhaltlich mehr. Praktika habe ich nie gemacht, ich war in den Ferien immer auf Reisen =)

Wie gesagt, das ist aber meine persönliche Geschichte. Ich würde nicht sagen, dass das Studium schlecht ist. Gerade wenn man in die Medienforschung will ist es sicher sehr gut. Außerdem sind die Möglichkeiten, in die Medienwelt reinzuschnuppern in Berlin natürlich unschlagbar (sowas kann eine Kleinstadt nicht bieten!). Worüber du dir im Klaren sein solltest: Berlin ist eine große Stadt, in der man (am Anfang) leicht ein bisschen verloren gehen kann. Das Institut ist sehr groß, die Seminare sind sehr voll (40 Leute), die Dozenten haben wenig Zeit, dich persönlich zu beraten. Die Uni liegt relativ außerhalb und du wirst wahrscheinlich ziemlich lange FAhrzeiten haben. Dafür hast du wie gesagt, eine super vielfältige Medienbranche, die größten Bibliotheken des Landes, wohl eine der größten Nebenfachauswahl und eine im deutschen verleich ziemlich aktive politische Studierendenschaft. Wie gesagt (und ich kann das gar nicht genug betonen): Studium ist mehr als nur Inhalte. Du musst dich dort wo du studierst wohlfühlen. Und das ist ja sehr subjektiv.

So, zu konkreten Inhalten kann ich dir noch das hier empfehlen: http://www.osa.fu-berlin.de/puk/start/start/

Da werden in halbswegs verständlicher Sprache (nicht so unglaublich umständlich wie in den Studienordnungen) die Studieninhalte beschrieben.

Zusätzlich kannst du mal einen Blick in das Vorlesungsverzeichnis werfen (sowas haben übrigens alle Unis). Das ist die Liste aller Veranstaltungen, die in diesem Semester angeboten werden und aus denen man sich dann welche aussuchen kann. In PuK belegst du im Laufe deines Studiums Veranstaltungen aus jedem Modul. Es müsste eigentlich immer Infotexte dazu geben, worum es im der jeweiligen Veranstaltung geht. Wenn du in jedem Modul Dinge findest wo du denkts: "wow, spannend!" dann ist PuK wohl das richtige für dich. Das ist der Link: http://www.fu-berlin.de/vv/de/modul?id=126921&sm=129212

Zu guter Letzt kannst du bei Fragen auch immer bei Steffen Göths anrufen, der arbeitet am Institut als studentische Studiemberatung. Er studiert mittlerweile im Master aber er hat immer einen super Überblick. Das ist er: http://www.polsoz.fu-berlin.de/kommwiss/institut/Zentrale_Stellen_des_Instituts/sgoeths/index.html

Ganz zum Schluss: Medienmanagement ist meistens ein quasi reiner Managementstudiengang (also quasi BWL) mit Spezialisierung auf Medien. Mathe solltest du da schon sehr mögen =) Kommunikationswissenschaft hingegen gehört zu den Sozialwissenschaften.

So und schon wieder total lang geworden, sorry. Naja besser zu viel als zuwenig Info! Und wie immer, gerne weiter nachfragen =)

Schöne Grüße aus London,

Jette

Neu ergänzt am 23.10.2014 um 22:04 Uhr

Nachfrage von Svenja 31.10.2014 21:40

Hallo Jette,

vielen Dank für deine tolle, lange Antwort und deine Mühe! Danke auch für das Angebot zu den InFU-Tagen zu kommen und die sonstigen Infos!

Den OSA habe ich mir schon angeschaut, eine super Hilfe und sehr verständlich.

Ich finde auch, dass es zuerst mal wichtig ist, dass man sich für die Studieninhalte interessiert und Lust auf das Studium hat, aber dann kommt doch die Frage: "Und was macht man damit?". Doch alle Felder kennenzulernen ist vermutlich unmöglich und die Interessen bilden sich ja während des Studiums...

Soziologie gehört auch zu meinen engeren "Favoriten", kann man nicht aber mit beiden Studiengängen auch sehr ähnliche Sachen wie Marketing, Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit oder Beratung machen?

Hast du schon eine Vorstellung in welchem Bereich du nach deinem Master gerne arbeiten würdest?

Herzliche Grüße

Svenja

Neu ergänzt am 31.10.2014 um 21:40 Uhr

Antwort von Fsi PuK 02.11.2014 21:15

Hallo Svenja,

ja klar, das "was mache ich dann damit" ist auch irgendwie wichtig. Nur, in diesen ganzen sozialwissenschaftlichen Feldern ist das halt alles nicht so vorgegeben. Das hängt sehr von der Uni ab, an der du bist, von deinem Master, den du evtl machst, von Praktika...

Es fällt mir nur ein isschen schwer, dazu was konkretes zu sagen denn ich hab davon erstens wenig Ahnung und zweitens schmeißt du ganz schön verschiedene Sachen zusammen. Wenn du ins Marketing willst, solltest du schon Wirtschaft oder Marketing studieren, jedenfalls was eher angewandtes denn sozialwissenschaftliche Theorien werden dich da nicht weit bringen. Journalismus ist Praktikums- und Übungssache. Wenn du Journalistin werden willst, solltest du das Studieren über das du später schreiben willst, also z.B. Wirtschaft, Politik, Reliogion oder was auch immer. Schreibskills erlernst du dann in endlosen Volontariaten. Soviel kann ich sagen, Kommunikationswissenschaft ist da nicht unbedingt das Einstiegsfach. Beratung ist ja sehr unkonkret und Öffentlichkeitsarbeit auch ein bisschen. Das hängt sehr davon ab, für wen man ÖA macht. Aber ich denke, dass da zumindest PuK ein gutes Studium für sein kann. Eher als Soziologie. Soziologie ist schon ein sehr theoretisches Studium, da lernt landet man am ehesten in der Forschung oder bleibt an der Uni.

Ich persönlich weiß nicht so richtig, was ich arbeiten will. Ich könnte mir außerschulische politische Bildungsarbeit vorstellen, ich befürchte aber, dass ich dafür noch mal Pädagogik studieren müsste =) Tja, keine Ahnung, ich plan da nicht so lange im Voraus, irgendwas wird sich schon ergeben... =)

Generell bereiten viele sozialwissenschaftliche Studienfächer nicht praktisch auf Berufe vor, darüber solltest du dir im Klaren sein. Es geht darum, ein größeres Verständnis von der Gesellschaft zu erlangen, im Besten Fall ein Kritisches. Die ganz konkreten Fähigkeiten für die meisten Jobs lernt man dann eh in Praktika oder so. Also auch wenn es bei Puk ein Modul Öffentlichkeitsarbeit gibt, lernst du da nicht, wie du eine Kampagne planst oder wie du eine Webseite baust oder wie du mit Kunden in Kontakt trittst. Du lernst eher abstrakt, wie Unternehmen mit der Gesellschaft kommunizieren. Das ist dann halt das Problem, dass man nicht so genau sagen kann, was man mit welchen Studium machen kann. Und deswegen und weil sich Berfsperspektiven eben noch sehr verändern (man lernt ja die mesiten Berufsbilder erst noch kennen), empfehle ich ganz persönlich eben immer, diesen Punkt nicht soo wichtig zu nehmen =) Das ist aber wie gesagt meine persönliche Strategie...

Aber ja, die Entscheidung ist schwierig. Was vielleicht hilft: es gibt eh nicht "die" richtige Entscheidung. Es gibt viele Wege zum Ziel und generell viele Wege auf denen man glücklich wird =)

Liebe Grüße aus London

Jette

Neu ergänzt am 02.11.2014 um 21:15 Uhr

Antwort von Irina 23.10.2014 10:08

Hallo Svenja,

vielen Dank für deine Nachricht. Interessierst du dich direkt für den Studiengang Kommunikationswissenschaft an der LMU oder allgemein für das Fach? Als ich mich damals beworben habe, habe ich mich in Hamburg, Köln, Ilmenau, Freiburg und München beworben. Bei keinem dieser Studiengänge war soweit ich mich erinnern kann keine einzige IT-Veranstaltung dabei. Daher rate ich dir, dir die Unis rauszusuchen an denen du gerne studieren würdest und dort auf der homepage einmal in die Module des Studiengangs zuschauen. Diese sind von Uni zu Uni nämlich ziemlich verschieden. Dort kannst du sehen, welche Schwerpunkte gesetzt werden, ob der Studiengang eher theoretisch oder praktisch orientiert ist und ob du zusätzlich ein Nebenfach wählen kannst oder nicht.

Ich selber habe bisher von deinen genannten Feldern nur in der Öffentlichkeitsarbeit gearbeitet. Bei meinen zwei Praktika (eines in einer Agentur, eines bei einem Fernsehsender) bekamen wir themen zu denen wir Pressemitteilungen schreiben sollten. Diese sind im Gegenteil zu journalistischen Texten ehr kurz gehalten, wenig ausgeschmückt und sollen den Leser "überzeugen etwas zu tun". Sie werden an die Medien verschickt unter der Hoffnung diese greifen das angesprochene Thema auf. Zusätzlich dazu haben wir viel Merchandise verschickt, Events geplant und im Falle der Agentur mit den Kunden telefoniert um deren genaue Vorstellungen für die Öffentlichkeitsarbeit für ihr Unternehmen genauer zu verstehen.

Ich hoffe ich konnte dir hiermit weiterhelfen,

falls du noch weitere Fragen hast, melde dich gerne,

Liebe Grüße,

Irina

Neu ergänzt am 23.10.2014 um 10:08 Uhr

Nachfrage von Svenja 23.10.2014 14:49

Hallo Irina,

vielen Dank, dass du dir für meine Fragen Zeit genommen hast!

Ich interessiere mich allgemein für das Fach und würde eigentlich gerne in Baden-Württemberg studieren, allerdings sind die Module wirklich sehr unterschiedlich und ich muss schauen, was mich am meisten anspricht.

Was hat dich an der LMU so begeistert? Weißt du schon in welchem Feld du später gerne arbeiten möchtest?

Der Studiengang an der HS Karlsruhe, den ich bereits erwähnt habe, nennt sich Medien- und Kommunikationsmanagement und vermittelt auch IT-Kenntnisse in Programmierung, Datenbanken etc.

Kannst du mir den Unterschied zwischen Wissenschaft und Management nennen?

Vielen Dank für deine Hilfe!

Liebe Grüße

Svenja

Neu ergänzt am 23.10.2014 um 14:49 Uhr

Antwort von FSR Phil 24.10.2014 13:49

Hallo Svenja,

ich studiere jetzt im 3. Semester Medienforshcung/MEdienpraxis und im Ergänzungsbereich MEdieninformatik, hoffe dir also eingie Antworten geben zu können.

Wie du bereits festgestellt hast, sind die Möglichkeiten was man mit diesem Studium anfängt sehr verschieden. Auch der Alltag in verschiedenen Unternnehmen unterschiedet sich stark. (Soweit ich das beurteilen kann) In der Öffentlichkeitsarbeit. Das kann vom Schreiben von PRessemitteilungen bis hin zur Konzeption von Werbeauftritten gehen. Bei Medienpädagogik geht es dagegen viel mehr um die Vermittlung von Medien. Wenn du in die Medienpädagogik gheen möchtest würde ich dir aber ein Stidium an der TU Dresden nicht empfehlen. Das Studium hier ist besonders auf Forschung ausgelegt. Dementsprechend sehr Statistik und Methoden fixiert. Dennoch gehen viele nach dem Studium in den Journalismus oder die Öffentlichkeitsarbeit. Und der Praxisanteil, ist obwohl er im Namen des Studiengangs steht, nicht besonders hoch. Falls du mehr Praxis haben möchtest würde ich dir eine Studium an einer Hochschule empfehlen.

Das Studium hat nicht besonders viel mit IT zu tun, außer man belegt den Ergänzungsbereich Medieninformatik. (Du hast die Wahl aus Medieninformatik, Politikwissenschaft und Soziologie) Aber selbst dann ist das nicht so besonders viel IT, sonder auch viel Gestaltung und technische Grundlagen.

Hoffe dir ein paar deiner Fragen beantwortet zu haben

Liebe Grüße

Beatrix - FSRPhil

Neu ergänzt am 24.10.2014 um 13:49 Uhr

Nachfrage von Svenja 31.10.2014 21:28

Hallo Beatrix,

vielen Dank für deine Antwort!

Medienforschung stelle ich mir sehr interessant vor, ist dieses Berufsfeld jedoch nicht sehr begrenzt, schließlich braucht es doch nur eine gewisse Anzahl an Medienforschern?

Hast du bereits genauere Einblicke in die verschiedenen Berufsfelder erhalten und kannst mir eventuell sogar einen Tagesablauf grob schildern?

Liebe Grüße

Svenja

Neu ergänzt am 31.10.2014 um 21:28 Uhr

Antwort von Yannick 26.10.2014 22:07

Hallo Svenja,

bitte entschuldige, dass es so lange bis zu meiner Antwort gedauert hat, doch nun versuche ich Dir ein wenig zu helfen.

Du hast zweifellos mit der Aussage Recht, dass die Möglichkeiten unglaublich vielfältig sind. Wie der Alltag in den Bereichen der Unternehmensberatung oder Medienplanung-/forschung aussieht, weiß ich leider nicht. Auch das Stichwort Öffentlichkeitsarbeit ist sehr umfangreich. Im Studiengang Kommunikations- und Medienwissenschaft in Düsseldorf, den ich zwei Semester neben Germanistik studiert habe, kam in diesem Bereich der Schwerpunkt PR vor und man hatte die Möglichkeit, diesen bei Interesse zu vertiefen. Die Medienpädagogik, die ich persönlich sehr interessant finde, kam überhaupt nicht vor. Inwiefern das in höheren Semestern so ist, weiß ich nicht.

Ich kann nur für das Studium in Düsseldorf eine Aussage sprechen, aber hier gab es KEINEN IT-Anteil zur Programmierung. Das liegt daran, dass in Düsseldorf der Schwerpunkt eher im Bereich der Kommunikationswissenschaft liegt. An anderen Unis kann das durchaus anders sein. Im Studiengang Medientechnik zum Beispiel ist ein sehr hoher IT-Anteil.

Mit meinen zwei Semestern konnte ich vermutlich kaum eine Deiner Fragen beantworten, aber vielleicht hilft der eine oder andere Satz dennoch.

Ich wünsche Dir alles Gute und einen Studiengang, der zu Dir passt!

Liebe Grüße

Yannick

Neu ergänzt am 26.10.2014 um 22:07 Uhr

Nachfrage von Svenja 30.10.2014 17:23

Hallo Yannick,

besser spät als nie, vielen Dank also für deine Antwort!

Weshalb hast du nur zwei Semester studiert? Warst du schon in Feldern der Medienbranche tätig und kannst mir davon berichten?

Der Studiengang in Karlsruhe mit hohem IT-Anteil nennt sich Medien- und Kommunikationsmanagement und ist daher auch sehr technisch ausgerichtet, wie ich im Nachhinein herausgefunden habe. Kannst du dir vorstellen welche Unterschiede es im Berufsleben gibt, wenn man Medien- und Kommunikationswissenschaft oder Medien- und Kommunikationsmanagement studiert hat? Schließlich ist doch Öffentlichkeitsarbeit auch oftmals "Management".

Liebe Grüße

Svenja

Neu ergänzt am 30.10.2014 um 17:23 Uhr

Antwort von Yannick 02.11.2014 17:59

Hallo Svenja,

wieder mit etwas Verspätung meine Antwort.

Ich habe mein Studium abgebrochen, weil mir die Perspektive mit einem Bachelor in Germanistik + Kommunikations- und Medienwissenschaft nicht gefallen hat. Mir fehlte von Anfang an das klare Ziel, welches ich jetzt mit meinem neuen Studium "Lehramt an Grundschulen" viel klarer vor Augen habe. Die einzige Erfahrung, die ich im Bereich von Medien habe, ist aus dem Bereich der Medienpädagogik/ Medienkompetenzvermittlung. Über ein Jahr hinweg habe ich mit Fünftklässlern einer Gesamtschule zum Thema Medien gearbeitet, also eine Art "Medienunterricht" geleitet. Was die Öffentlichkeitsarbeit betrifft, kann ich Dir leider nicht weiterhelfen. Nur im Bereich Zeitung habe ich schon den einen oder anderen "Gast-Artikel" veröffentlicht.

Zum Unterschied der beiden von Dir genannten Studiengänge (Vermutung): Ich könnte mir vorstellen, dass man mit meinem Studiengang, der Management beinhaltet, in höhere Positionen im Berufsleben kommen kann, da sicherlich einige Schlüsselkompetenzen mehr vermittelt werden, die nicht nur mit dem Fachlichen zu tun haben. Als Arbeitgeber würde ich sicherlich eher denjenigen einstellen, der Medien- und Kommunikationsmanagement studiert hat. Wie gesagt, alles Vermutungen...

Liebe Grüße

Yannick

Neu ergänzt am 02.11.2014 um 17:59 Uhr

Antwort von Anna 31.10.2014 08:58

Liebe Svenja,

ja du hast recht die Möglichkeiten sind wirklich sehr vielfältig (Journalismus/Redaktion, PR-Mediaagenturen, Marketing, Marktforschung, Werbung, Unternehmenskommunikation, Social-Media usw.). Das ist auf der einen Seite natürlich gut, denn du musst dich nicht direkt auf einen Bereich spezialisieren. Es ist zugleich aber auch eine Herausforderung, das Richtige für sich selbst zu finden.

Leider kann ich dir nicht zu jedem Berufsfeld eine genaue Antwort geben, denn ich habe selbst noch nicht in alle Bereiche geschnuppert.

Hier ein paar Beispiele:

Redaktion eines lokalen Radiosenders:

-jeden Morgen Themenrunde: die wichtigsten Tagesthemen zusammentragen

-Recherchieren

-Umfragen machen

-Töne schneiden/Aufnahmen tätigen

-Events/Veranstaltungen besuchen und darüber berichten

Unternehmenskommunikation:

-Mitarbeiterzeitung: Redaktionsmeetings/Layout/Recherche/Redaktion

-Mitarbeiterveranstaltungen organisieren und durchführen

z.B. Plakate erstellen, Räume buchen usw.

-Intranet (interne Unternehmensplattform) betreuen

-Texterstellung von internen Nachrichten

-externe Kommunikation: Website betreuen, Unternehmensberichte erstellen

-Telefonkonferenzen tätigen

Das Beste ist natürlich du machst zuvor selbst ein Praktikum in einem dieser Bereiche, dann hast du zu Anfang deines Studiums bereits Vorstellungen vom Berufsfeld und eventuell spezifische Ziele, die du während deines Studiums verfolgen kannst. Auf diese Weise fällt es dir sicherlich auch einfacher dich zu motivieren für die Studieninhalte.

Da es zahlreiche Studiengänge der Kommunikations-und Medienwissenschaft in Deutschland gibt, schaust du dir am Besten die jeweiligen Schwerpunkt-Profile an, um mehr über die Inhalte im Studium zu erfahren. Der Studiengang Kommunikationswissenschaft in Münster beispielsweise behandelt keine Inhalte zur Programmierung. Die einzige mathematische Vorlesung ist zur Datenerhebung und Datenanalyse. Um diese Statistik-Kurse kommst du aber vermutlich bei allen Studiengängen der Kommunikations-und Medienwissenschaft nicht herum. Die sind auch wirklich nicht schlimm, sondern können auch Spaß machen.

Ich hoffe ich konnte dir etwas heiterhelfen. Falls du dir noch unsicher bist und ein klares berufliches Ziel vor Augen brauchst, um ein Studium zu starten, dann kann ich dir nur ein Praktikum vor dem Studium empfehlen.

Alles Gute für dich

Anna

Neu ergänzt am 31.10.2014 um 08:58 Uhr

Nachfrage von Svenja 31.10.2014 21:23

Liebe Anna,

vielen Dank für deine Antwort! Die Beispiele waren super, unter solchen genauen Angaben kann ich mir etwas vorstellen, danke!

Was gefällt dir an deinem Studium, was hast du dir eher nicht so vorgestellt? Kannst du mir einige Themen von Hausarbeiten etc. nennen?

Es gibt sehr viele Studiengänge im Bereich Medien und Kommunikation, weißt du, gerade auf den Berufsalltag bezogen, was der Unterschied zwischen Medien- /Kommunikationswissenschaften und Management ist? Ist der Studiengang Medien- und Kommuniaktionsmanagement im Grunde ein Managementstudium mit Schwerpunkt Medien?

Ich möchte vor Studienbeginn auf jeden Fall ein Praktikum machen, schwierig nur in welchem Berufsfeld. Denkst du, es gibt ein Feld, welches viele verschiedene Einblicke ermöglicht?

Liebe Grüße

Svenja

Neu ergänzt am 31.10.2014 um 21:23 Uhr

Antwort von FaRa KMW 03.11.2014 13:23

Liebe Svenja,

der IT-Anteil ist nicht besonders groß. Im Bachelor gibt es lediglich ein Seminar in dem man das Statistik-Programm SPSS kennenlernt. Man muss nichts programmieren :)

Die Möglichkeiten des späteren Berufs sind tatsächlich sehr vielfältig. Deshalb muss man auch ein Praktikum machen, damit man erkennt, welche Möglichkeiten es gibt und damit du praktische Erfahrungen sammeln kannst.
Der Bereich der Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt sich mit den Konzepten für eine erfolgreiche Unternehmenskommunikation, wie das Unternehmen intern als auch extern am besten auftreten sollte.
Die Medienpädagogik analysiert verschiedene Mediengattungen auf ihre Wirkung und Wahrnehmung. Wie nehmen beispielsweise Kinder bestimmte Sendungen wahr und welche Wirkungen haben sie auf die Entwicklung des Kindes?

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen!

Viele Grüße,
Sabrina
für den FaRa KMW

Neu ergänzt am 03.11.2014 um 13:23 Uhr