Was beinhaltet das Studienfach Soziale Arbeit und lohnt es sich dies zu studieren, um danach viel Kontakt mit Menschen zu haben?

Profil von Cindy

Hi Tim,

Ich habe letztes Jahr meine Fachhochschulreife absolivert und mache derzeit ein FSJ in einem Kinder- und Jugendheim. Mir gefällt die tägliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sehr gut, sowie auch die täglichen Herausforderungen die sich mir stellen. Ich bin am Studienfach Soziale Arbeit interessiert und frage mich, ob dies zu mir passt, wie die Studieninhalte so sind, ob Erfahrungen mit guten Hochschulen vorhanden sind und wie die Chancen nach dem Studium aussehen und auch darauf abzielen, dass ich nicht nur in Bürotätigkeiten verwickelt bin :))?

3 Antworten

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Antwort von Tim 10.03.2015 22:59

Hi Cindy,

vielen Dank für Deine Fragen, die tatsächlich nicht einfach zu beantworten sind. Vielmehr ist es von Hochschule zu Hochschule sehr unterschiedlich, welche Themen angeboten bzw. was das Studium thematisch beinhaltet. Am besten findest Du das über die jeweiligen Hochschul-Homepages heraus - hier findest Du unter anderem die sogenannten Modulhandbücher, in denen Du ein Überblick über die Inhalte des jeweiligen Studiums erhälst. Das Studienfach "Soziale Arbeit" ist ausgezeichnet dafür geeignet, später viel Kontakt mit Menschen zu haben. Die Soziale Arbeit ist sozusagen eine Profession, welche versucht Menschen in etwaigen Krisen- und Lebenssituationen zu unterstützen und auf Hilfe und Hilfsmöglichkeiten hinzuwirken. Natürlich muss die Arbeit auch dokumentiert werden. Die schriftliche Arbeiten halten sich jedoch je nach konkretem Job in Grenzen, so dass Du keine Angst haben musst, an den Schreibtisch verbannt zu werden. Die Berufschancen sehen, denke ich, gut aus - das ist natürlich auch vom jeweiligen Berufsfeld unterschiedlich. Die Soziale Arbeit ist ein sehr großes Feld, so dass Du innerhalb des Studium bestmöglich für Dich herausfinden kannst, in welchen Bereich Du tätig werden möchtest (Kinder- und Jugendhilfe, Kinder- und Jugendarbeit, Familienhilfe etc.).

Wenn Du noch fragen hast, dann gerne immer her damit.

Viele Grüße,

Tim

Neu ergänzt am 10.03.2015 um 22:59 Uhr

Antwort von Dilara 11.03.2015 08:56

Hallo Cindy!

Soziale Arbeit zu studieren war das beste was ich machen konnte. Ich habe auch sehr gern Kontakt zu Menschen und habe mich deshalb auf dieses Gebiet spezialisiert. Dir steht eine unendliche Fülle von Möglichkeiten durch diesen Studiengang zur Verfügung. Du hast die Möglichkeit mit Alten, jungen, erwachsenen und Menschen mit Behinderung zusammenzuarbeiten. Ich habe mich auch auf den Bereich Kinder- und Jugendlichen entschieden. Wenn dir die Arbeit im Kinder- und Jugendheim wirklich besonders Spaß bereitet, dann ist es genau das Richtige für dich! Ich kann dir die Katholische Fachhochschule sehr ans Herz legen, diese gibt es in Aachen, Köln, Münster und Paderborn. Dort ist es klein und gemütlich und du hast einen "familiären" direkten Kontakt zu den Dozenten, was einem für das Lernen von Klausuren und Schreiben von Hausarbeiten ein riesiger Vorteil sein kann. Das FSJ kann dir auch als Praktikum angerechnet werden, was man normalerweise 3 Monate vor Studium Beginn vorweisen muss. Die Studieninhalte sind abwechslungsreich, von Gesetzen über Psychologie zu Erziehungswissenschaften, Philosophie etc. stehen dir viele verschiedene Module zur Verfügung die du je nach Interesse selbst auswählen kannst. Ich selbst arbeite nun mit Kinder- und Jugendlichen zusammen und hab direkten Kontakt mit ihnen, jedoch gehört der "Bürokram" und das dokumentieren auch dazu. Jedoch ist dies ein super 50:50 ausgleich. Also ich kann es definitiv empfehlen! Und nach dem Bachelor gibt es noch viele Weiterbildungsmöglichkeiten und die Aufstiegschancen auf Leitungspositionen.

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen! LG Dilara

Neu ergänzt am 11.03.2015 um 08:56 Uhr

Antwort von Matthias 12.03.2015 11:50

Hallo Cindy,

danke für deine Fragen! Ich versuche sie so gut wie möglich zu beantworten. Wenn du weitere Fragen haben solltest, schreibe mir gerne wieder.

Ersteinmal ist es ja klasse, dass du schon dein FSJ in einem Kinder- und Jugendheim machst. Dort hast du ja direkten Kontakt zu einem Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit und auch zu SozialpädagogInnen/SozialarbeiterInnen. Falls du das nicht schon getan hast, spreche diese doch auch darauf an. Sie werden dir zum Beispiel sicherlich bessere Antworten auf die praktische Arbeit geben können, weil sie schon mitten im Berufsleben stehen.

Die Studieninhalte der Sozialen Arbeit unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule. Allerdings gibt es Themen und Fächer, die wohl an jeder Hochschule unterrichtet werden:
- Bezugswissenschaften zur Sozialen Arbeit(Psychologie, Medizin, Jura, Pädagogik, Soziologie,...)
- Arbeitsweisen der Sozialen Arbeit(Einzelfallarbeit, Gruppenarbeit, Gemeinwesenarbeit)
- Sozialarbeitswissenschaften(Theorien der Sozialen Arbeit, Geschichte der Sozialen Arbeit, Ethik in der Sozialen Arbeit)
- Fächer zu Wahrnehmung und Kommunikation
- Sozialmanagement/Sozialwirtschaft
Zusätzlich hat man die Möglichkeit sich durch Wahlfächer und Vertiefungsbereiche zu spezialisieren. Da die Soziale Arbeit im Allgemeinen sehr breit gefächert ist und man nach dem Studium in ganz verschiedenen Bereichen arbeiten kann, hat man vor allem hier die Möglichkeit sich in eine bestimmte Richtung zu bewegen und zu vertiefen.
Da das Studium eher praxisorientiert ist, findet während der Studienzeit auch das ein oder andere praktische Seminar/Projekt statt.
An den meisten Hochschule gibt es zudem ein Praxissemester, in welchem man ca. ein halbes Jahr ein Praktikum absolviert.

Ich persönlich studiere an der Hochschule Coburg im Bachelor+ - Studiengang "Internationale Soziale Arbeit und Entwicklung". Innerhalb des Studiums gehe ich zweimal, zum Praxissemester und zu einem theoretischen Semester, ins Ausland. In meinem Praxissemester war ich in Zentralamerika und habe zum einen in einer Einrichtung für Obdachlose und zum anderen in einer Kindertagesstätte gearbeitet. Im vergangenen Semester habe ich am Vertiefungsbereich "Kinder" teilgenommen und im kommenden Semester folgen die Vertiefungsbereiche "Internationalisierung der Sozialen Arbeit" und "Interkulturelle Soziale Arbeit".
An meiner Hochschule gefällt es mir sehr gut, Erfahrungen mit anderen Hochschulen habe ich jedoch leider nicht. Deswegen möchte ich meine Hochschule auch nicht besonders empfehlen ;). Wenn du die Möglichkeit hast, kannst du auch mal eine Hochschule besuchen, in die Studienberatung gehen oder probeweise an Vorlesungen teilnehmen.

Die Chancen, nach dem Studium eine Arbeitsstelle zu finden, stehen meines Erachtens nicht schlecht. Dass du im späteren Berufsleben nicht nur vor dem Schreibtisch hockst, kannst du selbst beeinflussen, z.B. durch Vertiefungsbereiche oder durch das ausgewählte Bewerben nach dem Studium... Abschließend möchte ich aber auch sagen, dass die Arbeit am Schreibtisch definitiv auch zur Sozialen Arbeit gehört, im einen Arbeitsfeld mehr und im anderen weniger.

Ich hoffe, dass ich dir einen kleinen Einblick in das Studium der Sozialen Arbeit geben konnte! Wenn du weiterhin Fragen haben solltest, dann frage bitte gerne!

Liebe Grüße,
Matthias

Neu ergänzt am 12.03.2015 um 11:50 Uhr