Wie hoch ist der Biologie- und Chemieanteil?

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Hi Solveigh,

ich interessiere mich sehr für den Studiengang Ernährungswissenschaft an der Uni Potsdam.

Meine Recherche hat bisher ergeben, dass in Potsdam der Schwerpunkt auf den Fächern Biologie und Chemie liegt. Jetzt frage ich mich, ob mein starkes Interesse für Gesundheit, Ernährung und Medizin aussreicht, um Spaß an diesem Studiengang zu haben oder ob der Sudiengang sich weniger damit beschäftigt und man eher das Gefühl hat reine Biologie und Chemie zu studieren.

Notenmäßig war in der Schule in diesen Fächern immer im guten Zweier-Bereich. Ist das ausreichend, oder muss man ein Einser-Schüler in diesen Fächern gewesen sein, um überhaupt eine Chance zu haben, dem Stoff folgen zu können?

Es wäre super wenn Du mir da weiterhelfen und ein bisschen von deinen eigenen Erfahrungen berichten könntest.

Viele Grüße Pia

2 Antworten

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Eva

Antwort von Solveigh 30.03.2015 12:53

Hey Pia,

Man muss kein Einserschüler gewesen sein, um den Inhalten folgen zu können, nur Mathe ist wirklich nicht leicht, wenn man in der Schule nicht gut war. Allgemein hat der Studiengang eher einen wissenschaftlichen Schwerpunkt, das heißt, dass man viel Theorie und wenig "Praktisches" hat.

Erst ab dem 4. Semester gibt es Module, die konkret die Ernährung betreffen, man studiert also erstmal 1 1/2 Jahre ohne irgendwas über Gesundheit und Ernährung zu erfahren. Danach macht es sehr Spaß. Ob deine Motivation so weit reicht, musst du selber entscheiden. Bei uns hat die hälfte bereits im ersten Semester abgebrochen.

Das hört sich vllt. erstmal nicht so gut an. Vorteile sind, dass man eine sehr gründliche Ausbildung bekommt und der Studiengang Deutschlandweit als der Beste bekannt ist (Analytisch: Man arbeitet viel im Labor und sammelt Erfahrungen), auch in der Forschung und bei Firmen.

Liebe Grüße :)

Neu ergänzt am 30.03.2015 um 12:53 Uhr

Antwort von Eva 30.03.2015 21:25

Hallo Pia,

dass der Schwerpunkt auf den Fächern Biologie und Chemie liegt ist richtig. Die Grundlagen der ErnährungsWISSENSCHAFT liegen aber auch einfach in diesen Fächern. Physiologie, Anatomie, Biochemie und auch Lebensmittelchemie sind im Grundstudium die wichtigsten Module, werden allerdings erst relativ am Ende des Studiums belegt. Um diese verstehen zu können braucht man einige Grundlagen in Biologie und Chemie. Es ist also auf jeden Fall von Vorteil wenn man Interesse für alle naturwissenschaftliche Fächer mitbringt, denn auch Mathe- und Physik-Grundlagen gehören dazu, die man aber auch ohne gute Noten in der Schule überstehen kann, wenn man fleißig ist (ich habe es auch irgendwie geschafft und hatte weder in Mathe noch Physik je eine bessere Note als eine 3). Als Teil der "Life and Science"-Studiengänge belegt man als Ern-Student in den ersten zwei bis drei Semestern die gleichen Kurse wie die Biowissenschaftler und lernt vorerst eben erstmal die Grundlagen und noch nichts über Ernährung, Gesundheit oder Lebensmittel. Für die richtig interessanten Module im 4. und 5. Semester sind sie aber wie schon gesagt unverzichtbar.

Da der NC relativ hoch ist, muss man gute Noten haben um überhaupt zugelassen zu werden, eine 1 ist aber keine Voraussetzung um den Stoff verstehen zu können. Mit Interesse und Fleiß kann es jeder schaffen. Es ist allerdings wichtig zu wissen, dass dieser Studiengang eher nicht der Richtige ist, wenn man sicher in die Ernährungsberatung gehen will, denn es werden ausschließlich naturwissenschaftliche Inhalte vermittelt und keine Beratungsmodule angeboten. Dieser Bachelor-Studiengang ist eher forschungsorientiert und mit experimentellen Phasen im Labor verbunden.

Ich rate jedem sich vor der Bewerbung einmal mit der Studienordnung zu befassen, um zu schauen, ob es das ist was man sich vorstellt. Die Module sind auf Seite 7 - 9 aufgeführt und auch im Modulhandbuch nochmal genauer erläutert.

Hier die Links:

http://www.uni-potsdam.de/u/ewi/lehre/Studienordnung%20EWI%20Bekanntmachung.pdf

http://www.uni-potsdam.de/u/ewi/lehre/Modulhandbuch%20Bachelor.html

Ich kann dir keine persönliche Empfehlung geben, ob ja oder nein, aber dieser Bachelor bietet eine sehr gute naturwissenschaftliche Grundlage an den man verschiedene Masterstudiengänge dranhängen kann, allerdings vorwiegend auf die ernährungswissenschaftliche Forschung zielt.

Ich hoffe ich konnte dir deine Fragen erstmal beantworten. Es ist natürlich alles meine persönliche Ansicht und nichts Offizielles. Falls du weitere Fragen hast, zögere nicht, ich beantworte gerne weitere Fragen.

Lieben Gruß,

Eva

Neu ergänzt am 30.03.2015 um 21:25 Uhr