Soziale Arbeit- ja oder nein??

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Hi ReSi,

Ich bin eine 18-jährige Schülerin aus dem Münchner Umland und mache diesen Sommer mein Abitur. Ich möchte danach studieren, habe aber nicht das Problem, das mich nichts interessiert, sondern, dass mich sehr sehr viele Studienangebote interessieren :D Mein Gefühl und unzählige Neigungstests im Internet sagen mir, die Richtung Soziale Arbeit wäre etwas für mich. Es wäre super, wenn du mir ein paar Fragen dazu beantworten könntest um mir meine Entscheidung zu erleichtern :)

Was persönlich gefällt dir an dem Studium? Was treibt dich an Soziale Arbeit zu studieren?

Meine Eltern sind sehr skeptisch gegenüber einem Studium der Sozialen Arbeit. Stimmt es wirklich, dass die Aussichten auf einen späteren Beruf, in dem man arm und unglücklich wird, so groß sind?

Was sind die konkreten Inhalte des Studiums?

Vielen Dank im Vorraus,

Franzi aus Murnau :)

1 Antwort

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ReSi

Antwort von ReSi 09.04.2015 17:12

Hallo liebe Franzi,

freut mich das du dich für Soziale Arbeit interessierst. Ich denke in der Richtung tut sich momentan gerade sehr viel, wo du auch einige Richtung der Soziale Arbeit fachspezifisch studieren kannst.

Anbei schicke ich dir ein paar Links - hier kannst du dich erkundigen und nochmals die genauen Inhalte des Studiengangs nachlesen:

Die Hochschule München bietet den Bachelorstudiengang Soziale Arbeit in Voll- und Teilzeit an. Unter anderem bietet sie aber auch noch weitere Studiengänge an wie MSI (Management Sozialer Innovationen geht noch etwas mehr in Richtung BWL..., oder auch" Bildung und Erziehung im Kindesalter", welches eher spezialisiert ist auf das Kinder im Kindergarten etc. )

Übersicht Studienangebote:

http://hm.edu/allgemein/studienangebote/uebersicht_2/soziales_1/studiengaenge.de.html

Hier speziell nochmal Soziale Arbeit in Vollzeit (also ganz normales Studium):

http://www.sw.hm.edu/studienangebot/bachelor/soziale_arbeit/index.de.html

Unter Aufbau des Studiums - sieht du nochmals die genaueren Inhalte des Studiums:

http://www.sw.hm.edu/studienangebot/bachelor/soziale_arbeit/aufbau_des_studiums.de.html

An der Hochschule spielt natürlich auch Recht eine große und bedeutende Rolle. Hier lernst du die Sozialgesetzbücher (SGB) kennen. Aber auch das BGB, GG und weitere die je nachdem was du dann auch im Laufe des Studiums wählst dir auswählen kannst. BaföG Gesetz, Asylgesetze etc. uvm.

Du hast Forschung, wo man kleiner Umfragen starten kann - dir du auch noch weiter Vertiefen kannst, wenn du deine Bachelorarbeit schreibst. Dann natürlich Gruppenmethoden - wie geht man mit einer Jugendgruppe um, aus was muss ich achten, Gesetzliche Inhalte uvm. Aber auch Geschichte der Sozialen Arbeit, Theorien der S.A und Soziologie - hier erfährst du was in der Vergangenheit alles lief, wie die S.A entstanden ist, welche Berühmtheiten gibt es wie z.b Alice Salomon uvm. Hier lernst du verschiedene Theorien du da anwenden kannst und lernst Hintergründe besser zu verstehen. Aber auch Fächer wie Erlebnispädagogik, Theater, kreative Raumaneignung, Sozialpolitik, die Arbeit mit Alten Menschen, die Behindertenarbeit, Arbeit mit psychisch Kranken, Kindergartenbereich, Frühkindliche pädagogik, Arbeit mit Flüchtlingen, Arbeit mit Strafauffälligen etc...kannst du dir aussuchen und verschiedene Richtungen wählen. Aber auch die Medienarbeit ist sehr gut an der Hochschule. Es gibt viele Fächer wie Fotografie. Videoarbeit etc.Hier lernst du wie man einen Film dreht, erstellt, schneidet, wie du einen Film drehst mit Jugendgruppen, deinen eigenen etc. Kannst mit "GoPro´s" ( Aktion Kameras) experimentieren uvm. Aber auch die Aufklärung wie Medienschutz, Datenschutz , Soziale Netzwerke etc. Natürlcih auch der kreative Bereich kommt nicht zu kurz. Du kannst auch ins Ausland gehen dort für ein paar Semester studieren oder dein Praxissemster machen.

Den Stundenplan kannst du dir selber zusammenstellen.

Hier das aktuelle Vorlesungsverzeichnis: Schau doch einfach mal rein und klicke auf die Fächer ...- hier stehen auch immer nähere Inhalte beschrieben.

http://129.187.84.1/internet/LV-verzeichnis/lehrver_liste.php?Studiengang=Bachelor

Das Studium ist aus allen Studienrichtungen die es so gibt eine "bunte Mischung" , ist sehr vielfältig und interessant. Der Überblick hilft dir dich zu recht zu finden. Aber natürlich auch die Arbeit auf den Ämtern wie Jugenamt, Sozialamt, Arbeitsamt, Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung etc. kannst du nach dem Studium gehen. Hier verdient man auch unter anderm deutlich mehr. Es ist kein Geheimnis das man in manchen Bereichen der Sozialen Arbeit nicht soviel verdient wie z.B ein Jurist oder Arzt. Dafür ist Soziale Arbeit eine Erfüllung für den Menschen selbst. Man freut sich, wenn man anderen helfen konnte, wenn man sie weiterbringen kann und ihnen die notwendige Unterstützung anbeiten kann.

Ich denke nicht das man unglücklich in dem Bereich ist. Den meisten macht die Arbeit sehr viel Spaß. Du kannst auch gerne mal ein Praktikum nach dem Abi in dem Bereich machen der dich interssiert, um einen Einblick in die Arbeit zu bekommen. Aber auch ein FSJ ( Freiwillig Soziales Jahr bzw. Bufdi Bundesfreiwilligendienst) kann ich dir nur empfehlen. Hier hast du nochmals die Möglichkeit einen Einblick in viele Soziale Einrichtungen zu bekommen. Mit dem FSJ hast du immer gute Chancen dich auch auf andere Bereiche bzw. Studienänge zu bewerben. Ist auuch super geeignet, wenn du noch nicht gleich ein Studienplatz bekommst und es gibt Pluspunkte bei jeder Bewerbung :-)

Ich habe anfangs eine Ausbildung zur Erziehrin gemacht. Habe dann weiter studiert, da ich gerne noch in weiteren Bereichen der S.A tätig sein möchte. Durch das Studium stehen dir alle Wege offen und man kann anschließend immer noch einen Master machen, wenn man möchte. Dieser ist jedoch keine Voraussetuung, um eine gute Arbeit zu finden.

Ich kann nur jedem der sich für den Sozialen Bereich das Studium empfehlen. Es macht Spaß, man lernt viel neues dazu und es gibt natürlich auch Herausforderungen dennen man sich stellen darf/muss :-).

Ich würde dir zunächst ein Praktikum empfehlen in dem Bereich der dich interessiert, um zu schauen ob es dir Spaß macht oder ein Soziales Jahr :-)

Hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen und die Antworten haben dir geholfen :-)

Kurz zu deinen Eltern. Klar kann ich ihre Sorge verstehen, denke sie wollen nur das Beste für dich und das du später einmal gut abgesichert bist. Aber wenn du im Sozialen Bereich Einrichtungsleiterin bist, in die Forschung gehst, in die Politik etc. denke da kann man genauso viel verdienen wie in jedem anderen Beruf auch :-) Ansonsten einfach mal "googeln" wieviel man in den Unterschiedlichen Bereichen verdient :-). Nicht nur Geld macht glücklich, sondern auch die Arbeit die man ausführen darf :-) Falls du in einem Bereich unglücklich bist, kannst du immer noch in ein anderes Berufsfeld welchseln - was ein sehr großer Vorteil der Sozialen Arbeit ist :-)

Wünsche Dir, für deine Zukunft alles Liebe und Gute! :-)

Liebe Grüße ReSi

Neu ergänzt am 09.04.2015 um 17:12 Uhr